Eintrag · Rheinisches Wb.
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Ratte II das Wort ist allg., u. zwar rat [NSaarbg, Trier Mos u. n. Mos, Wittl, Bernk (Mos), Bitb, SPrüm- ā-; im sndfrk, Trübungsgeb. u. in Emmerich -ǫ-; im Siegld radə; im Berg ö. der Ürd-L. ratə], Pl. Rhfrk, Mosfrk -də(n), sonst -tə(n) f.: 1. wie nhd. (s. Rattmaus), u. zwar Haus- u. Wanderratte, erstere auch Kellerratt; als besondere Art die Wasserratt Allg.; man vertrieb die Ratten, indem man an Quatembertagen das Johannis-Evangelium dreimal ums Haus herum betete Kemp-Grefr. RA.: So kahl as en R. Mörs-Xanten; esu der (dürr, mager) wie en R. Wittl-Binsf; schlau wie en al R. Bernk-Neumag; frech wie en R. Ottw-Schiffw; geftig (bösartig, zornig) wie en R. Rip; heislich (häuslich) wie e R. Birkf; schmäterig (hungrig) wie en R. Waldbr-Eckenhg; su doll wie e R. Dür-Abenden MGladb-Mülfort, Kref; voll (bezecht) bie en R. Kobl-Bend, May-Münstermaif, Saarbr-Lauterb, Wend-Sien, Kreuzn-Ippenschied. Der hot en Lewe wie en R. zählebig Simm-Laub; Oge as en R. listige Augen Rees. Du siehs us wie en gezänkte R. du bist streitsüchtig Dür-Weisw. De schwemmt wie en R. Siegld; he schlieft (schläft) wie en R. Trier, Verbr.; he stehlt wie en R. Siegld. De hat Hore, äls wenn de R.ə dran gesoge hädde vom struppigen Haar Rees-Wesel; mer mänt, der härre de R.ə de Hor abgefress bei schlecht geschnittenem Haar Kreuzn-Langenlonsh; dem woren de R.ə em Bart bei ungleich wachsendem B. Neuw-Rheinbrohl, MülhRh; dem hon de R.ə die Nacht de B. gefress Goar-Bickenb, Bernk, Kreuzn. Er mach en Paar verlefte Oge wie en dut R. Sieg-Eitorf. R., Mus, Mott on Ma (Made), su bo (bald) se komme, donnt se Scha (Schaden) Heinsb. Er hot die R. ist zornig Goar-OHeimb. En alde R., die fängt me ni lecht, — geht niet licht in de Fall Klevld, Allg.; alde R.ə sin schwor te fangen Klev. Küme (keuchen) de Katte, da rossen de R.ə Heinsb. Hei sengt, dat de R.ə gohn lope Mörs-Wallach. Van Müs könne kin R.ə kome die Nachkommen sollen stets im bescheidenen elterlichen Rahmen bleiben Kref, Mörs; van Meisen kammer kän R.ən zillen Saarbg-Faha. Wat gohn ons de R.ən an, wej häbben doch gen Sot (Saat)! die Sache geht mich nichts an Klev. Minetwege lött de R.ə Eier legge on de Hunnder (Hühner) Müs fange! Mörs-Veen. Anner Leit duhrer R.ə fänge un vor sich grierer kä Meis er ist hilfsbereit, läst aber seine Arbeit im Stich; er kriet vor sich kä M. un will vor anner Leit R.ə fänge Simm, Kreuzn, Birkf. Et mott nur alles ren sin, sät de Burschfrau, do trok se en R. ut der Botterkiərn (-fass) Wermelsk. En R. töschen twei Katzen, en Schop t. twei Wölfen, en Bur t. twei Advocaten, dor kann niet henkommen, hei mott en Feər (Feder) loten Mörs-Borth. En alde R. kann me gen Gesechter schniə lehren Ruhrort. — Im Kinderld. Ech gohn no Hus, do broə (brah) ech en Mus, die legg ech op de Trapp, dann kömmt min Modder on ment (meint), et wör en R. Kemp-Breyell, Rees. 1, 2, 3, hicke, hacke, hei; hicke, hacke, Hawerstroh, Miler hot sei Fra verlor, sucht se met de Hunn (Hunde), de Katze schlahn de Trumm (Trommel), de R.ə kehre de Stuwe aus, de Meis drahn de Dreck enaus usf. Rhfrk, Mosfrk. — 2. übertr. a. persönl. α. Pl. Neckn. derer von Simm-Alterkülz Rayerschd, May-Stdt, Mörs-Kaldenhsn Xanten, Klev-Rindern. Allerkitzer R.ə, gehn se uf de Stänkaul hacke, mit verrissene Suhle (Sohlen), de Deiwel sull se alle gar hule! Santesche (Xanten) R.ə in Oli (Öl) gebacke, van Mehl gerührt tum Düwel geführt! Rinderse R.ə, met Oli gebacke, met Mehl gerührt, van den Düwel verführt! — β. katholische R.ən (Schimpf für die Katholiken), met Botter gebacken, met Meəhl geröhrt, tom Düwel geföhrt (den D. gefüərt (gefüttert)! Berg, Altk, Neuw. — b. sachl. in der Wend.: Er hot die R. der Quartalsäufer ist mal wieder betrunken; er ist aufgeregt, reizbar, schimpft lange Zeit, zerschlägt Sachen; er kriet de R. üble Laune Rhfrk.
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DialektRatte II
Rheinisches Wb.
Ratte II das Wort ist allg., u. zwar rat [ NSaarbg , Trier Mos u. n. Mos, Wittl , Bernk (Mos), Bitb , SPrüm- ā- ; im snd…
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Cotta, M. (2026). „ratteii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ratteii/rhwb?formid=R01422
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Cotta, Marcel. „ratteii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ratteii/rhwb?formid=R01422. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ratteii". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ratteii/rhwb?formid=R01422.
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