Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Rasanz
Rasanz
rasant Adj. ‘flach, annähernd horizontal verlaufend, gestreckt’ (von der Flugbahn eines Geschosses), übernommen (vereinzelt im 18. Jh., häufiger seit dem 19. Jh.) von frz. rasant ‘den Erdboden streifend, niedrig, flach’, Part.adj. von frz. raser ‘scheren, rasieren’ in dessen übertragener Bedeutung ‘darüber hinstreichen, streifen, schleifen’ (zur Herkunft s. rasieren). rasant begegnet zunächst in der heute nicht mehr üblichen Bedeutung ‘längs einer Fläche, flach über etw. hinstreichend’, vgl. rasante Linie ‘Schußlinie einer Kanone, mit der die gesamte Angriffsfläche eines Befestigungswalles bestrichen werden kann’, wird im 19. Jh. im Sinne von ‘gestreckt, flachbahnig’ (von Geschossen) zum Fachwort der Ballistik und steht Anfang des 20. Jhs. in der Sportsprache für ‘flach geschossen’ (bei Ballspielen). In der Alltagssprache entwickelt rasant im frühen 20. Jh. in volksetymologischer Anlehnung an das Verb rasen die Bedeutung ‘rasend, schnell, schnittig’, übertragen ‘sprunghaft, stürmisch’ und wird in neuerer Zeit zum Modewort für ‘aufregend, spannend, großartig, sportlich, attraktiv’. – Rasanz f. ‘flacher Verlauf, Gestrecktheit der Flugbahn eines Geschosses’ (Ende 19. Jh.), ‘große Schnelligkeit, hohe Geschwindigkeit, Spannung, Großartigkeit’ (20. Jh.).