Wossidia MeckWBN
Räuw Röw
f. Rübe: rapum vel rapa 'ein ROeve' Chytr. 484; 504; napus 'eine lange ROeve' 484; Roewe brassica rapa Niem. Idiot. 22; Röw, Räuw, Mai-, Winterräuben brassica rapa hortensis E. Krüg. 23;
Räuwen Mi 70
a; röü·f Kolz 95;
rov Blume 74. 1. Eßrüben: Röben, Wer dee nich mag, kann töben pflegte Wo.s Mutter um 1885 zu sagen; auch später andernorts bezeugt; der Meister zum Lehrjungen: ät Räuben, smeckt bäter as Fleesch, Antwort des Jungen:
dorüm lat ick Sei de Räuben HaHagenow@RedefinRed; Räuben is ne schöne Spis', Wenn man weit ehr Wis', Gäben se ok kein Kraft inne Knaken, Hollen se doch de Achterpuurt apen Gü; Räuben achter Lichtmissen un Dierns achter dörtig Johren hebben allen Smack verloren
V.-H.Kal. 1882 Febr.; Spruch beim Säen: Gäl Röw, ick seig' di, dat du sast uplopen un warden rot as Blot, dick as 'n Brot un lang as 'n Band Sta Stargard@LeussowLeuss; Tanzreim: Sünd de Röben rip, Sünd de Röben rip, Kümmt de kolle, kolle Winter. Ach, wur krig' 'ck 'n Wif, Ach, wur krig' 'ck 'n Wif, Ick olle, arme Stümper Wo. Sa.; Sprichwörter: Et kümmt up eene Röve nich an, dat de Grap leddig steiht 'wird gebraucht, wenn jemand meynet, als käme auf ihn etwa sonderliches an' Mantz. Ruh. 18, 16; üm ein Röw steiht de Grap nich leddig eines Gastes Abwesenheit hebt die Gesellschaft nicht auf Schill. Nachl.; Rda.: von anno Wittkohl her, as de Röben verhagelt wiren GüGüstrow@GülzowGülz; Krut un Räuwen ein Durcheinander Mi 70
a; Dat wir, as danzt' hier Runks un Reuw (Gesindel) Gild. Frank 176; Räuw Nase in der Drohung: ick hau di uppe Räuw Wa; das Rübchenschaben schrap Röfken, als Geste des Ausschämens, wobei ein Finger über einen der anderen Hand gestrichen wird, als reinigte er Rüben, führt schon Mantz. Ruh. 13, 49 an; schrap Räuben Reut. 4, 418; en heilen Schäpel Röwen to schrapen Bri. 5, 90. Brauchtum: für Petermännchen stand im Schloßhof ein Teller mit roten Rüben; Hammelfleisch mit Rüben wurde beim Martensmannmahl gegessen Sta Stargard@WustrowWustr; am Silvesterabend allerhand Figuren aus Rüben (Ring, Krone
u. a.) geschnitten und auf 12 Teller gelegt, danach mit verbundenen Augen gegriffen (1922) MaMalchin@WendischhagenWend. Zss.:
Stäk-,
Waterräuw. 2. Futterrüben: ein feldmäßiger Hackfruchtbau fehlte noch lange nach dem 30jährigen Kriege Mag. 281; im letzten Drittel des 18. Jahrh.s kommt er mit dem Anbau des Klees zögernd und in geringem Umfange in Gang 284; doch im 19. Jahrh. geht die Kultur von Hackfrüchten und Futterpflanzen auch nur auf Kosten der Ackerweide und Brache vor sich 446; Runkeln und andere Futterrüben sind um 1842 nur hier und da als Feldfrüchte angebaut worden 449;
vgl. Eng. Landw. 3, 482; Schum. Vieh. 153; Leng. Landw. 2, 399. Als Saattag der 25. März (Kilian) empfohlen Land. Ann. 1847 II 205. 3. aus der Zaunrübe, bryonia alba, de hillig' Räuw, auch Tunrid', Tunräuw, Füerwörtel und Witten Urant genannt (E. Krüg. 23), wurden früher Alräunchen geschnitten E. Boll Hs.; Gichtsalbe aus dieser Pflanze Ro 1587 erwähnt Bartsch 2, 34; gegen Feuer der Schweine in die Tranktonne zu legen, auch als Mittel gegen manche Krankheiten des Rindviehs zu gebrauchen Nützl. Beitr. 1767, S. 184. — Br. Wb. 3, 535; Dä. 385
b; Da. 175
b; Kü. 2, 661; Me. 4, 159.