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Rabenaas

nhd. bis sprichw. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
4 von 16
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12
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Rabenaas

Rabenaas

Rabe m. Der Name des großen, kräftigen Vogels mit schwarzem Gefieder und starkem Schnabel ist wie viele andere Vogelnamen lautnachahmenden Ursprungs. Ahd. (h)raban (9. Jh.), asächs. -hraƀan, mhd. raben, mnd. mnl. rāven, nl. raaf, aengl. hræfn, engl. raven, anord. hrafn, dän. ravn führen auf germ. *hraƀna-. Durch Assimilation von ƀn zu mn zu m(m) entstehen die Nebenformen aengl. hræmn, norw. (mundartlich) ramn, ahd. (h)ram (8. Jh.), aengl. hrǣm, vgl. auch asächs. nahthram. Auf einer Variante germ. *hraƀan- beruhen dagegen ahd. (h)rabo (um 1100), mhd. rabe, mnd. rāve. Konsonantendoppelung zeigt ahd. (h)rappo ‘Rabe’ (Hs. 12. Jh.), s. Rappe, Rappen. Mit dem Vogelnamen vergleichen sich außergerm. aind. kṛ́patē ‘jammert, fleht, ersehnt’, lat. crepāre ‘kurz abgebrochene Laute von sich geben, bersten, platzen, klappern, knarren’, russ. (älter) krop(o)tát’ (кроп(о)тать) ‘brummen, mürrisch sein’. Zugrunde liegt eine Labialerweiterung der Schallwurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- (auch mit anlautendem s- wie in der unter schreien, s. d., behandelten Wurzelerweiterung) zur Bezeichnung heiserer, rauher Töne und der Tiere, die sie hervorbringen, so daß Rabe als ‘Krächzer’ zu verstehen ist. Zu dieser Wurzel gehören auch griech. kórax (κόραξ), lat. corvus ‘Rabe’, cornīx ‘Krähe’, schließlich auch die unter Harke, Rachen, schreien, Reiher (s. d.) behandelten Wörter. Die stark flektierte Form ahd. (h)raban, mhd. raben wird bereits in mhd. Zeit zugunsten der schwachen Form rabe aufgegeben. – Rabenaas n. ‘schlechte, gemeine Person’, Schimpfwort seit dem 17. Jh. Rabenmutter f., Rabenvater m. in abschätzigem Sinne Bezeichnung für einen hartherzigen Elternteil (Mitte 16. Jh.), nach der früher verbreiteten irrigen Ansicht, daß der Rabe, wenn er seine Jungen nicht mehr füttern will, diese aus dem Nest stoße. rabenschwarz Adj. ‘tiefschwarz’, mhd. rabenswarz.
1857 Zeichen · 65 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rabenaas

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    † Das Rabenaas , des -es, plur. die -äser, ein nur in den niedrigen Sprecharten übliches Schimpfwort, einer höchst straf…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Rabenaas

    Goethe-Wörterbuch

    Rabenaas ‘Rabenas’ grobes Schimpfwort für eine (den Raben gleichsam zum Fraß vorzuwerfende) niederträchtige Person; nur …

  3. modern
    Dialekt
    Rabenaas

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Rabenaas Band 1, Spalte 1,8

  4. Sprichwörter
    Rabenaas

    Wander (Sprichwörter)

    Rabenaas 1. Ich bin ein wahres Rabenaas, ein rechter Sündenknüppel, sang der Mucker bei seinem Tippel. Sprichwörtlich ge…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rabenaas

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von rabenaas 2 Komponenten

raben+aas

rabenaas setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

rabenaas‑ als Erstglied (1 von 1)

Rabenaasstrophe

Meyers

rabenaas·strophe

Rabenaasstrophe (»Ich bin ein echtes Rabenaas etc.«), von dem Breslauer Kandidaten der Philologie Wilhelm Wolff (gest. 1864) gedichtete Pers…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „rabenaas". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/rabenaas/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „rabenaas". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/rabenaas/pfeifer_etym. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „rabenaas". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/rabenaas/pfeifer_etym.
BibTeX
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