Eintrag · Rheinisches Wb.
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Platz II das < lat. placenta entstandene Wort plats [im sndfrk. Trübungsgeb. -ǫ-], Pl. -ę- [Berg-ö. Ürd-L. -ętsə] bedeutet je nach Geb. eine Gebäckform verschiedener Art; das Kerngeb. des Wortes in Bed. 1 a ist das Rip, Berg, SNfrk; ein südl. Geb. an der uMos in Bed. 1 b u. ein Geb. im Hunsr, Westerw u. Siegld in Bed. 1 c m.: 1.a. aus bestem Weizenmehlteig mit Milch, Zucker (Eiern), Korinthen (Rosinen) gebackenes grosses, rundes Festbrot, dessen Oberfläche (vor dem Einschiessen gesalbt) kreuzweise oben angespaltet ist; in frühern Jahren backte man nur Kirmes Pl., Kirmespl., in grossen Mengen (so noch in meiner Jugend); später auch zu Ostern, Pfingsten, Weihnachten (Neujahr OBerg); heute häufiger auch im Eigenbackhaus; die Bäcker halten ihn sonntäglich feil, meist in länglicher Form, während der Bauer im eignen Backen an der runden Form festhält; dieser Burepl. ist von den Städtern sehr gesucht; s. auch Knippl.; die Kirmesgäste erhielten früher je einen Kirmespl. auf den Heimweg mit; im OBerg kartet man Neujahrsabend Plätze aus; in Monsch ist der Pl. Neujahrswecken für Paten; Kuchen, den die verheirateten Kinder den Eltern am Dreikönigstage schenken Bergh-Brüggen. Verbr. ist diese Bed. von einschl. Monsch, Schleid, Ahrw, rrhn. kurköln. Neuw, Südgrenze des Berg bis SGeld, Mörs, Ruhr u. noch n. Ruhr in Dinsl; -as Rees-Ringenbg Emmerich, Klev-Calcar. RA.: De hät e Gesech (so breit) wie ene Pl. Sieg. De ös esu domm wie Pl. Sieg-Felderhoferbrück. De möch wahl der Pl. met de Kuränten han ein unerfüllbarer Wunsch Köln-Stdt. No fress der Pl. met de K.! Ausr. des Staunens ebd. We seng Holz ze Spön (Spänen) häut on se Mehl ze Plätze bäckt, dat es ene ärme Mann odder he wiərd ene Rip. Wat häs de lever: ene Pl. en de Sonn gebacke (Kuhfladen) odder ene schwatze Mann am Galge (Weintraube)? Sieg ODollend. Pl. an Wuərschgebütt (Herz, Lunge, Leber zum Verwursten) ihr beide taugt beide gleich wenig MGladb-Viersen. Se atten de Plass on dronken en Glas, on de Sak blef so, as se was Rees-Ringenbg. — In Schleid, Eusk, Rheinb bedeutet Pl. in Zs. auch ‘Zuschlag’; der Teig wird flach gerollt, mit Äpfeln, Birnen-, Pflaumenmus bedeckt u. dann umgeschlagen, Appel-, Birren-, Prommenpl. — In diesem Kerngeb. bedeutet Plätzche, Plätzke, Plässke jedes kleine süsse Backwerk (bes. für Kinder), das man in den Kirmesbuden u. beim Konditor kauft, auch Zuckerpl. genannt; Kermespl., Klospl. (Mörs); Vader, breng mir en Blos Plätzkes met! Mörs, Allg. RA.: Morge backe mer Plätzcher! abschl. Antw. Köln. Derjenige, der angetragen hat, erhält Botscheder Plätzcher Aach. E Nüsser (Neuss) Stüttsche, e Gläbäcker Plätzke, e Jöcher (Jüchen) Bretzelke es et beste Gebäck hei eröm on töm MGladb. On als de Pitter van Köllen kom, du sot (sass) hei stolz tu Perd; du grep (griff) hei in den Plätzkeskrom (-bude), du fiel hei op de Erd Mörs-Neuk. — Im Berg sind Plätzcher auch die Teile des Puffertskuken u. kleine Reibekuchen Rifplätzcher. — b. ganz plattes Brot von runder Form aus Weizenmehl; dann auch Apfel- u. Zwetschenkuchen uMos von Bernk-Longkamp an über Zell, Koch, Kobl, Goar, May [Koch-Urschmitt -ā-] [Plätzche Zuckergebäcks vom Konditor Goar-Weiler]. Pl., Brut! Nachahmung des Dreschertaktes zu zweien May-Luxem. Blatz f. dünner Kuchen Birkf, Hunsr; aus Teigresten gebackenes Brot, meist -ętsχə Simm-Riegenr Spesenr Wohnr, Goar, Bernk-Rapperath, May, Neuw, Altk. — Flammkuchen, Notbrot Bitb-Kyllbg, Daun-Gönnersd. — c. Kuchen aus roh geriebenen Kartoffeln oder auch mit Hefe vermengtem Kartoffelteig (gehavene, engemengte Plätz) u. Mehlzusatz (ohne Mehlzusatz u. ohne Hefe oder Sauerteig Pl. hönner der Reif dannen), über der äussern Ofenplatte (mit wenig Öl eingerieben) ausgebreitet u. gebacken; bes. morgens in den Wintermonaten zum ersten Frühstück gegessen Neuw (nicht kurköln.), Altk, Siegld (hier auch Ofenplätze, Schmatzbäckel), mSieg; Toffelsplätzche Kartoffelreibekuchen, auf der inneren Ofenplatte des Kastenofens gebacken Westerw; gerappte Plätzche Kartoffelreibekuchen auch in Simm-Klosterchumbd Gödenr Mörschb, Zell-Blankenr u. Schleid-Hollerath. — 2. übertr. a. -ętsχəs Pl. Pulverblättchen für die Kinderpistole, Plätzchespistol Rees-Wesel. — b. -ętsχə Hieb, den der Lehrer dem Kinde auf die Finger gibt Eusk. — c. gel Plätzcher Rainfarnblüten Sol-Hitd. — d. Kävels Plässkes Neckn. derer von Geld-Kevelaer.
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DialektPlatz II
Rheinisches Wb.
Platz II das < lat. placenta entstandene Wort plats [im sndfrk. Trübungsgeb. -ǫ- ], Pl. -ę- [Berg-ö. Ürd-L. -ętsə ] bede…
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Cotta, M. (2026). „platzii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/platzii/rhwb?formid=P05059
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Cotta, Marcel. „platzii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/platzii/rhwb?formid=P05059. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „platzii". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/platzii/rhwb?formid=P05059.
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