Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Pharisäer m.
Pharisäer m.
Pharisäer m. Die Bezeichnung für den Angehörigen einer altjüdischen, das Mosaische Gesetz streng einhaltenden religiös-politischen Partei zur Zeit Christi griech. Pharisá͞ios (Φαρισαῖος, Neues Testament), lat. Pharisaeus (Vulgata) kommt von aram. perīšajjā’ Plur. (entsprechend hebr. perūšīm) ‘Abgesonderte’. Der Name ist dieser Gruppe wahrscheinlich von ihren Gegnern wegen der strengen Handhabung ihrer Gesetzesauslegung und der damit verbundenen scharfen Absonderung von der ihnen als ‘unrein’ geltenden Menge gegeben worden. Dem griech.-lat. Vorbild der Bibel folgen ahd. phariseri (um 800), phariseus (9. Jh.), mhd. phariseus, frühnhd. Phariseer (1466, danach Luther, Eck), Phariseier (Zwingli 1522, Aventinus ca. 1533). Im 18. Jh. entwickelt der Ausdruck im Anschluß an Bibelstellen (vor allem Luk. 18, 11) die Bedeutung ‘hochmütiger, selbstgerechter Mensch, Heuchler’. – pharisäisch Adj. ‘die Pharisäer betreffend’ (Luther 1520), ‘hochmütig, selbstgerecht, heuchlerisch, scheinheilig’ (18. Jh.); vgl. mhd. phariseilich.