Pfuscherei mehrf -ey; meist im polem Zshg mit dem Dilettantismus 1 nomen actionis a technisch unzulängliche Tätigkeit in einem Handwerk [Odoardo:] Betrachten wir..sowohl die freien als strengen Künste..so hat sich diese vor Pedanterei und Bocksbeutelei, jene vor Gedankenlosigkeit und P. zu hüten GWB251,222,28 Wj III 12 b stümpernde, nachlässige Betätigung Alle Versuche, irgend eine ausländische Neuerung einzuführen, wozu das Bedürfnis nicht im tiefen Kern der eigenen Nation wurzelt, sind daher töricht, und alle beabsichtigten Revolutionen solcher Art ohne Erfolg; denn sie sind ohne Gott, der sich von solchen P-en zurückhält GWBGespr(FfA II 12,533,21) Eckerm 4.1.24 Ich hasse alle P. wie die Sünde, besonders aber die P. in Staatsangelegenheiten, woraus für Tausende und Millionen nichts als Unheil hervorgeht GWBGespr(FfA II 12,494,27f) Eckerm Anf März 32 51,99 ZXenNachl VII 207 uö(selten) ausdrücklich mBez auf künstlerisches Schaffen; einmal bei personifizierender Vorstellung: ‘die P. siedelt sich an’; auch in Berührung mit 2 [Theaterdirektor:] Gebt ihr ein Stück, so gebt es gleich in Stücken!|Solch ein Ragout es muß euch glücken;|..Was hilft's, wenn ihr ein Ganzes dargebracht,|Das Publicum wird es euch doch zerpflücken.. [Dichter:] Der saubern Herren P.|Ist, merk' ich, schon bei euch Maxime GWB14,11 Faust I 106 Jeder Schüler [der Weimarer Freien Zeichenschule], er mag von den genannten Arten der Malerey treiben wollen welche er will, muß einen vollständigen Werckzeug vorweisen, weil ohne dieses alles Bemühen fruchtlos ist und nur zu leidiger Pfuscherey Gelegenheit giebt GWBA(FfA I 27,330,22) Meyer 7.3.20 [Oberaufs] Den Gott der P-en [Kotzebue] zu begrüßen,|Kam Leichtfuß [GMerkel], Genius der Zeit, gegangen:|Laß uns, mein Theurer, an einander hangen|Wie Klett' und Kleid; Pedanten mag's verdrießen.|Wir ruhen bald von unsrer einz'gen, süßen,|Planlosen Arbeit mit genährten Wangen;|..Da trat in die Mitten|Herr Überall, in Tag- und Monatstempeln|Den Lumpenbrei der Pfuscher und der Schmierer|Mit B † r [Böttiger] zum Meisterwerk zu stempeln GWB51,172 Triumvirat 1 Nirgends in Deutschland ist ein Mittelpunct gesellschaftlicher Lebensbildung, wo sich Schriftsteller zusammen fänden und nach Einer Art..jeder in seinem Fache sich ausbilden könnten..meist nur sich selbst und den Eindrücken ganz verschiedener Verhältnisse überlassen; von der Vorliebe für dieses oder jenes Beispiel einheimischer oder fremder Literatur hingerissen; zu allerlei Versuchen, ja P-en genöthigt.. GWB40,200,3 LiterarSansculottism Eberweins..Es soll mich sehr freuen wenn er etwas gründlich fruchtbares in seinem Fache [Musik] zu uns bringt: denn ich bin der augenblicklichen anmaßlichen Pfuscherey in jedem Fache so satt, daß ich nicht darnach mehr zum Fenster hinaus sehen mag, ja daß sogar die Deutschen in ihrem Unglück mir lächerlich vorkommen, weil sie eigentlich nur darüber verzweifeln, daß sie nicht mehr salbadern sollen GWBB21,46,2 Zelter 26.8.09 B14,119,2 Schiller 22.6.99 [Zit s v Pfuscher b] GWB422,116,2 MuR(75) [Zit s v pfuschen b] GWB45,250,10 Diderot,Malerei B8,323,19 ChStein 19.1.88 uö 2 nomen acti: qualitativ unzulängliche, stümperhafte (künstlerische) Hervorbringung; auch in Berührung mit 1 Was Sie von den Pfuschereyen in der Villa Borghese schreiben ist freilich traurig [Meyer hatte von Statuen, in denen sich Kunstverfall ausdrücke, berichtet] GWBB11,10,21 Meyer 22./25.1.96 der Streit für und gegen das Theater..das Resultat würde seyn, daß..das Meisterhafte das Dauernde, die Pfuscherey das Schädlichste und Flüchtigste sey GWB40,433 Üb:Tieck,DramaturgBll Plp Es wäre möglich sehr viele Ideen..auszuführen, wenn nicht die Menschen die Determination, die sie von den Umständen borgen, auch schon für Ideen hielten, woraus denn gewöhnlich die größten Pfuschereyen entstehen GWBB13,59,4 Schiller 7.2.98 uö(selten) → GWBNatur- Syn zu 1 GWBpfuschen(das P.) zu 1b GWBDilettanterei Michael SchilarM.S.