Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
pfipfiz
12. Jh. in Gl.: ‚Pips, Schnupfen, Verschlei-
mung; caligo, morbus capitis, morbus (in ore)
gallinarum, phlegma oculorum, pipita, pituita‘
<〈Var.: ph-, f-, p-; -ph-, -f-, -ff-, -hff-; -is, -pz>〉.
Die Bez. für die Hühnerkrankheit ist aus
vulg.lat. pip(p)ita f. ‚Schnupfen‘ entlehnt. Die
Formen mit pf- – -pf- haben gallorom. pip-
pita zur Grundlage, während die Var. mit -ff-
eher auf italorom. pipita beruhen (vgl. Müller-
Frings 1966–68: 2, 392). – Mhd. pfipfiz st.m.
‚hartes Zungenspitzhäutlein beim Geflügel‘,
frühnhd. pfipfis, pfiffis, pfiffe, pfiffi m. ‚krank-
hafter (hautähnlicher) Belag auf der Zunge von
Vögeln‘, nhd. Pips m. ‚krankhafter Belag auf
der Zunge und Verschleimung der Schnabel-
höhle beim Geflügel‘ stammt aus dem Ndd.
Dialektal sind verschobene Formen bewahrt:
z. B. schweiz. pfiffis, pfipfis m., pfiffi, pfipfi n.
‚Pips‘, übertr. auf den Menschen ‚Halskatarrh,
Niesen, allgemeines Unwohlsein‘, els. pfipfi,
pfipfs, pfipf, pfipfer m./n. ‚Pips, Absterben von
Bäumen, (selten) Hinsiechen des Menschen‘
(daneben auch unverschobenes pips ‚Pips, zeh-
rende Krankheit‘), bad. pfipfis m. (n./f.) ‚Pips‘,
schwäb. pfipfis m. ‚Pips‘, übertr. ‚Aufstoßen,
Rausch‘, jmdm. den pfipfis nehmen ‚jmdn. de-
mütigen, den Hochmut nehmen‘, vorarlb. pfif-
fis m., pfiffe, pfipfe n. ‚Pips‘ (auch pips), bair.
pfipf m. ‚Pips‘ (auch pips), thür. pfips m. ‚Pips,
Schnupfen‘, übertr. ‚geistiger Defekt‘ (daneben
pips m. ‚dss.‘).