Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Pavian m.
Pavian m.
Pavian m. Die Bezeichnung für die herdenweise meist auf Felsen lebenden Angehörigen einer afrikanischen Affengattung mit hundeartiger Schnauze (daher auch Hundskopfaffe, vgl. bereits griech.-lat. cynocephalus), kräftigem Gebiß und Gesäßschwielen begegnet seit dem letzten Viertel des 15. Jhs., zuerst in der Form frühnhd. Bavian, daneben (16. Jh.) Pavyon, Pauion u. ä. Sie beruht auf Entlehnung von gleichbed. nl. baviaan (älter auch baviaen, babiaen), das seinerseits (wohl unter dem Einfluß von Wörtern mit lat.-roman. Suffix wie spätmnl. roffiaen ‘Kuppler’) aus mnl. baubijn, bobijn umgebildet ist. Dieser mnl. Tiername geht auf mfrz. frz. babouin ‘Pavian, groteske Figur, Vogelscheuche’, afrz. baboin ‘Dummkopf’ zurück. Dem frz. Substantiv liegt wahrscheinlich afrz. baboe ‘Maul, Fratze, Popanz’, frz. (älter) baboue ‘Maul, Schnauze’ zugrunde, das wohl zu (allerdings erst um 1500 belegtem) frz. babine ‘Lippe von Tieren’ gehört, aber formale Angleichung an bedeutungsähnliches afrz. moe, frz. moue ‘vorgeschobene Lippen, schiefes Maul’ zeigt. Für die ganze Gruppe ist von schallnachahmendem *bab-, einer leicht zu artikulierenden und daher in vielen Sprachen produktiven Lautkombination, auszugehen (s. babbeln).