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pathetisch

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

pathetisch

Bd. 6, Sp. 1160
pathetisch superl einmal -t; gelegentl subst (bei Kleinschr) 1 (der Sitte od einem besonderen Anlaß gemäß) feierlich, erhaben, voller Inbrunst; vereinzelt pejor nuanciert iSv affektiert, gekünstelt (wirkend); gelegentl scherzh-spöttisch Gebt euch die Hände! rief sie [Demoiselle Delf, die elterliche Einwilligung zur Verlobung mit Lili überbringend] mit ihrem p. gebieterischen Wesen GWB29,61,16 DuW 17 Sie [eine verzauberte Prinzessin1)] führte dann auf jenem Plan|Auch einen großen Aufzug an,|Wenn alle die ihr ähnlich sein|P. stiegen hinterdrein GWB4,219 Das Gänslein 20 [Mephisto:] Mit p-em Dünckel|Quadrirt den Zirkel|Bissecirt den Winckel|Und wo die Klügsten selbst sich wunderlich gebärden|Das kann hier Schüler Arbeit werden GWB14,293 Faust I Plp 18,356,8 Hausball [G/Seidel] uö(selten) 2 im künstlerisch-ästhet Diskurs, an die antike Tradition u die ursprüngliche Wortbed anknüpfend: geistig-seelisch erschütternde, verstörende, leidvolle (u traurige) Gefühle u Leidenschaften darstellend, enthaltend bzw erregend; mehrf im kunst- u literaturtheoret Austausch mit Schiller a im Bereich der bildenden Kunst, meist auf Kunstgegenstände bezogen; je einmal ‘der höchste p-e Ausdruck’ u ‘im höchsten Sinne p.’; vereinzelt iUz ‘gefällig’ Der Mensch hat bei eignen und fremden Leiden nur drei Empfindungen, Furcht, Schrecken und Mitleiden..Die bildende Kunst..wird, sobald sie einen p-en Gegenstand wählt, denjenigen ergreifen der Schrecken erweckt, dahingegen Poesie sich an solche hält, die Furcht und Mitleiden erregen GWB47,115,8 ÜbLaokoon gut, wie er [AHirt] auf's charakteristische und p-e auch in den bildenden Künsten dringt GWBB12,182,23 Schiller 5.7.97 der höchste p-e Ausdruck den sie [die bildende Kunst] darstellen kann, schwebt auf dem Übergange eines Zustandes in den andern..ein lebhaftes Kind, das mit aller Energie und Lust des Lebens rennt..dann..physisch oder moralisch heftig verletzt wird; diese neue Empfindung theilt sich wie ein elektrischer Schlag allen Gliedern mit, und ein solcher Übersprung ist im höchsten Sinne p. GWB47,110,11u20 ÜbLaokoon 47,111,3 ebd 491,418,25 Üb:WeimPinakothek 48,68,3 Kunstausstellg 1803 b mBez auf literar Texte; einmal ‘das Höchste P-e’; gelegentl iUz ‘tragisch’, ‘leidlich’ u ‘heiter’ Die Gegenstände des Epos und der Tragödie sollten rein menschlich, bedeutend und p. sein GWB412,221,5 Epische u dramatDichtg So vereinigte man sich..daß der Zufall wohl p-e, niemals aber tragische Situationen [im Roman] hervorbringen dürfe; das Schicksal hingegen müsse [im Drama] immer fürchterlich sein, und werde im höchsten Sinne tragisch GWB22,178,26 Lj V 7 Für die Eifersucht..habe ich zwey Gründe..einen aus der Kunst: weil die Idylle [‘Alexis u Dora’] durchaus einen p-en Gang hat und also das leidenschaftliche bis gegen das Ende gesteigert werden mußte, da sie denn durch die Abschiedsverbeugung des Dichters wieder ins leidliche und heitere zurückgeführt wird GWBB11,106,22 Schiller 22.6.96 Sollte es..einer von den Vorzügen der Alten gewesen seyn? daß das höchste p-e auch nur ästhetisches Spiel bey ihnen gewesen wäre, da bey uns die Naturwahrheit mitwirken muß um ein solches Werk hervorzubringen GWBB12,373,23 Schiller 9.12.97 er [der Souffleur] nimmt so herzlichen Antheil an den Stücken, daß er p-e Stellen nicht eben declamirt, aber doch affectvoll recitirt GWB22,170,1 Lj V 6 40,70,5 DramatPreisaufg [G/Schiller] B13,53,16 Schiller 3.2.98 B12,357,22u28 Schiller 22.11.97 einmal subst in Absetzung von dem Naiven Die Gedichte, welche mir zugesendet worden..haben..kein eigentlich poetisch Verdienst. Unaufhaltsame Natur, unüberwindliche Neigung, drängende Leidenschaft, Haupterfordernisse der wahren Poesie, welche sich im Großen wie im Kleinen, im Naiven wie im P-en manifestiren können, zeigen sich nirgends GWBB19,422,23 Rumohr 28.9.07 c mBez auf die Schauspielkunst bzw Rhetorik, meist die Vortragsweise betreffend; vereinzelt pejor iSv schwülstig, übertrieben; einmal neben ‘sentimental’ Insbesondere ist..der Charakter des rhythmischen Vortrags, daß der Gegenstand mit noch mehr erhöhtem p-em Ausdruck declamirt sein will. Mit einem gewissen Gewicht soll da jedes Wort ausgesprochen werden GWB40,152,21 Regeln fSchausp [G/Eckerm] [Schnaps:] Brüder Bürger!..Ihr habt den ursprünglichen Zustand der Gleichheit verlassen..(p.). Da ihr zusammen noch reine Milch wart, fand sich ein Tropfen wie der andere..Nun aber seid ihr sauer geworden.. GWB17,286,26 Bürggeneral 9 mit p-er [leidenschaftlicher Var] Geberde geht sie [die Schauspielerin] in Begeisterung über, scheint Geisterstimmen zu hören GWB132,203,24 ProlBln 1821 Bem ich begann, Brief vor Brief, das Abenteuer [den ‘Werther’] vorzutragen. Nachdem ich eine Weile so fortgefahren hatte, ohne ihm ein Beifallszeichen abzulocken, griff ich mich noch p-er an GWB28,226,15 DuW 13 Wilhelm übernahm es, ihn [den eine Komödienaufführung verweigernden Pfarrer] zu rectificiren..und hielt ihm die p-ste [p-te Var] Anrede GWB51,193,1 ThS III 1 40,64,18 Üb:Piccolom [Schiller] 341,232,14 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] 23,8,2 Lj VII 1 B12,85,10 Schiller 8.4.97 GWBfranzösisch-p. GWBgemein-p. GWBkomisch-p. 1) zu den Anspielungen s MA2.1,587 Renata KwaśniakR.K.
5158 Zeichen · 64 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Pathētisch

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Pathētisch , -er, -te, adj. et adv. eine starke Leidenschaft verrathend und darin gegründet. Aus dem Griech. παθος, eine…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    pathetisch

    Goethe-Wörterbuch

    pathetisch superl einmal -t; gelegentl subst (bei Kleinschr) 1 (der Sitte od einem besonderen Anlaß gemäß) feierlich, er…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Pathetisch

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Pathetisch , s. Pathos .

  4. Spezial
    pathetischadj

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    pathetisch , adj патетический , п

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Wortbildung

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pathe+tisch

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