Eintrag · Rheinisches Wb.
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Papp II, Pappe das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk bap f. [uNahe u. Saargeb. auch m.]; Mosfrk pap [NSaarbg, Trier, Bitb -ā-] m.; Siegld bap m.; Rip pap m. u. f.; OBerg -a- m.; NBerg ö. Ürd-L. papə f.; SNfrk pap [im Trübungsgeb. vielfach, aber nicht allg. -ǫ-, Kempen-Dülken z. B. -a- u. -ǫ-; Erk -ę- aus der Sprache der Kinder; Aach-Merkst -ǫ- u. --] f.; Klevld pap f.; Demin. bębχə, pępχə(n) [-E-], -kə Sg. t.: in der Bed. unterscheiden sich deutlich zwei Geb. a. das Geb. lrhn. n. Benr-L. u. rrhn. n. Ruhr hat die Bed. ‘Mehlbrei zum Essen’ u. ‘Kleister’; das Geb. südlich davon hauptsächl. nur die Bed. ‘Kleister’ u. daraus übertr. Bed.; doch zeigen sich zwischen Benr-L. u. Mosel u. berg. Süd-Grenze noch deutliche Spuren davon, dass auch dieses Geb. einmal mit dem Nfrk ging (s. u. bei Bed. 1). 1. Mehlsuppe, Weizenmehl in süsser Milch gekocht, auch süte P. u. Melksp. genannt; je nach der Mehlsorte: Wete-, Rögge-, Bockets-, Griesmehlp.; je nach den Zutaten: Appele-, Quetsche-, Ofte- (Schnitzeln-), Krente- (Korinthen-), Bier- (auch Uləs), Ris- (Risse-), Brocken-, Weckp.; Kernmelksp. mit Buttermilch; Räppapp beim Flachsräpen gereicht; berühmt die Kempsche P. nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene; vor der Sitte des Morgen- u. Abendkaffees bildete die P. das Morgen- u. Abendessen; man sagte: es gibt nichts als P. on Erpel on E. on P. Allg. n. Benr-L. u. n. Ruhr. — RA.: (für dieses Geb. Allg.): So deck as P.; suə wek (weich) wie P.; frech wie P. (Kref); ek ben et so sat (leid, mö ‘müde’) as kalde P.; ek häww öm so deck as k. P. Goh no Hus, Motter hät de P. gar! zu lästigen Kindern. Dat (die schwere Arbeit) geht ongersch as: Jon, komm hem, de P. es gar! (Geld-Leuth). De P. es suə dönn, wüər de Dag mar öm! (Heinsb). Wenn et P. reəngert (regnet), hät öm genne Leəpel (Geld). Von der Hand bes an de Mond fällt de P. all op de Grond (Mörs-Rheinbg). De het P. satt in't Döppen er ist reich (Dinsl-Sterkr). Schepp op die P.! Taktlied beim Dreschen zu vieren. Den hät de Mull voll P. er kann nichts sagen. De Klocken send (in den Kartagen) noə Rom P. eəten. Jedem et Sint (seinige), sät de Buər, do oət (ass) heə sin Kengk (Kind) de P. ut (Kemp-Grefr). Wenn et fremd Mensch e Kengk fuərt (füttert), dann krit dat de Spei on sei die P. (Kref). Hej kann niet es (einmal) P. ete sonder Schlobbern er kann nichts, ist zu dumm (Rees); den lett (lässt) de Lepp so lang hange, as wenn e P. geschlobbert hätt (Mörs-Xanten). Ek glöf, gej häbbt de P. gestört (gestürzt)! zu einem, der ein missmutiges Gesicht macht (Emmerich). Doə häs du dech en P. (Päppke) engebrockt, dat kanns du och selver uteəte! (Heinsb-Wassenbg). Den hät de P. op er ist bezecht, ist bei jmd. erledigt (Klev). He verdinnt (verdient) noch niet et Salt in de P. er arbeitet nicht (Klevld). Se hät wat en de P. te brocke ist vermögend. Den hät genn Brot (Brocke), öm in de P. te brocke ist arm. Die häbbe sich de Brocke selfs in de P. gebrockt sind schuld an ihrem Unheil. As gej Onglöck söllt häbbe, dann köj (könnt ihr) de Fenger (de Lepel) in de P. breke. Steht de Lepel in de P., geft et Stand in den Buck steife Milchsuppe sättigt den Bauch (Rees). Fitsch, sät Tange Mattes, do schlug hei met de Pip enne P. (Mörs). Wat frög en Bur no en Schlag P.! (Dinsl-Gahlen). — Im Kinderld. Den haut Holt, den dräg bei, den kockt P., den schöppt ut, de klene Küətel frett et all ut! Fingermärchen Kemp. Hänsel, diddeldänsel, och Moder, koək P.; häs dou genn Melk, donn melk de Kott (Katze)! Geld-Leuth. Lipp, lapp, kok de P. van bukene (buchweizen) Mehl; schling, schlang dör de Kehl! Mörs-Pelden. Hannes, Petrannes, din Muder kockt P.; hät se gen Melk, dann mölkt se de Katt; es die K. ene Kater, dann mäckt se de P. van Water! Geld-Nieukerk. Hem drive; de Wiver, de kivere (schelten); wat hant se gekockt? Waterpopp! W., die mag ich net, Melkspopp die krieə ech net, Zucker dren gewess net! Heinsb-Kempen. Ek mott de P. noch rühre, dat Kend m. ek n. wiege, Vader well min schlohn, en ek häbb noch nots Quads (Böses) gedohn! Klev. Et wor enne Mann, et wor enne M. van Sänte (Xanten), den satt bej et Für on rührde de P. on litt (liess) sie Fräuke danze! Mörs-Veen. Mester (Lehrer), lot de Scholl ütgohn, et sin all twelf Uhre, Moder hät die P. all gar, en eke mott se rühre! Klevld. He haste en Döppche met Päpp! Waver (was für) P.? Schlabberrispäpp, Schlabberonsp, schlepp die P. de Bar (Schüssel) heraf. De irschte Frau Mesch, de zweite Fr. Pesch, de drette Fr. Tripptrapptrippelejesch! Geilk-Baesw. — Südl. dieses Hauptgebietes heisst im allg. die Mehlmilchsuppe Brei; doch bis zur Mos u. berg. Südgrenze einschl. gilt neben Brei(che) auch Papp, mehr Päppche (-ke) für ‘Kinderbrei’ [pap m., pabχən, Mölchpappchen, im Gegens. zu pāp f. ‘Kleister’ Trier-Mehring; der pāpχə m. Bitb]; auch ist bis zur Ahr u. zur berg. Südgrenze noch die Überlieferung vorhanden, dass man vor der Einführung des Morgenkaffees die Morgenspeise P., aus Milch, Mehl, Wasser bereitet, nannte (morgens P., meddags P., owends P., dat hält ken Minsch ut Gummb). RA.: De hät de Mul voll P., der hät P. gesse er schweigt Bergh, Dür. He es e Döppche, do es e D. Wat es en dem D.? P.! Schlott (schlagt) eren de P., schl. erus de P.; de Ente schwemme de Bach eraf, die en hesch (heisst) Frau Mööch, die ander Fr. Knööch, die dritte Tritratraljehööch usf. Dür-Gürzenich. Schalewipp, schalewapp, koch mir en P. van wisse Mehl; de Koh, de henkt; dat Förke, dat stenkt! Abzählr. Monsch-Rollesbr. — 2.a. Kleister, aus Mehl (Kartoffelmehl) u. Wasser gekocht, auch Mehlp. genannt, bes. beim Tapazieren gebraucht; auch Schlichte, zum Glätten des gewebten Leinens, de P. as noch dran (drin) in den neuen Taschentüchern; Kl., zum Ankleben des Leinenfutters auf das Leder, vom Schuster gebraucht; kalt gemengter P., mit Wasser u. ¾ Weizen- u. ¼ Roggenmehl, mit dem das Brot vor dem Einschiessen in den Backofen bestrichen wird; warm gemengter P., mit Kartoffelmehl, kalt angerührt dazu warmes Wasser gegossen, damit wird das Brot nach dem Ausschiessen aus dem Ofen bestrichen (beide P.arten auch Salf genannt) Verbr. diese Bed. im ganzen Geb. RA.: Wenn mer all Meiler zuklewen wellt, misst mer viel P. hon Kreuzn. Schuster, Sch., lapp, l., vor zeh Penning Bapp, B.! Siegld (Var. s. bei Schuster). — b. übertr. verächtl. α. aufgeweichter Boden, Strassenkot, Schlamm, an Körperteilen und Kleidungsstücken haftender klebriger Schmutz, nicht ausgebackene Backware (dat Brut es de renste P.) Allg.; P. machen Schlamm aufrühren Bitb-Beiling. — β. dummes Geschwätz Neuw-Ohlenbg. — 3. nhd. Pappe (P.papier, –masse) fehlt der MA., wohl Pappendeckel, Pappschachtel nach dem Nhd. Dat wör net van Papp nicht schlecht, aus der Umgangsspr. hier u. da; et es mek Pappe lässt mich kalt, gleichgültig Elbf.
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DialektPapp II
Rheinisches Wb.
Papp II, Pappe das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk bap f. [uNahe u. Saargeb. auch m.]; Mosfrk pap [ NSaarbg , Trier , Bitb…
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