Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Pagode f.
Pagode f.
Pagode f. ‘ostasiatischer turmartiger Tempel’, daneben bis ins 19. Jh. (auch mit mask. Genus) ‘indisches Götterbild, Idol’ (wovon ‘ostasiatischen Götterbildern nachgestaltete Porzellanfigur mit beweglichem Kopf’, 18. Jh.), entlehnt (Ende 16. Jh., anfangs in Reisebeschreibungen) über mfrz. frz. pagode aus port. pagode ‘Götterfigur, Tempel’. Das Wort ist aus dem Drawid. Südindiens aufgenommen, wo z. B. im Malajalam pagōdi als Name der Göttin Kali, der Gattin Schiwas, bezeugt ist. Diese lautlich den dortigen Sprachbedingungen angepaßte Form geht auf aind. bhagavatī ‘die Erhabene, Heilige, Göttin’ zurück, substantiviertes Fem. von bhágavat ‘heilig, göttlich’; zu aind. bhágaḥ ‘Wohlstand, Glück, Besitz, Vermögen’, personifiziert Bhágaḥ ‘Gott des Reichtums’. Die Bezeichnung der Gottheit wird von den Portugiesen oder schon von der indischen Bevölkerung auf die ihrer Verehrung geweihte Stätte, den Tempel, übertragen, so daß der Ausdruck allgemein in den europ. Sprachen zunächst in beiden Bedeutungen vorkommt.