Eintrag · Althochdeutsches Wörterbuch
ovanleimo sw. m.
sw. m.
ouen-leimo: nom. sg. Gl 3,492,22 (Mülinensche Rolle, Gll. 11./12. Jh.?).
Hierher auch, verschrieben oder -b- für m durch Kontamination mit kleib st. m., kleiba st. (sw.?) f. (?): ouen-leibo: nom. sg. Gl 3,498,22 (Mülinensche Rolle, Gll. 11./12. Jh.).
Tonerde, Ofenlehm: ouenleimo argilla Gl 3,492,22; — unsicher, ob hierher (s. Formenteil): ouenleibo euforbium Gl 3,498,22 (darauf echytes lapis, vgl. Steinm. z. St.; in einem Pflanzenglossar; zu lat. euphorbium vgl. Mlat. Wb. III,1449,19 ff., bes. 44 f.; anders Gl.Wortsch. 7,181, der einen Ansatz ofanleibo sw. m. ‘Wolfsmilch’ annimmt, doch bleibt bei einer solchen Deutung die ahd. Bildg. unklar; oder ist hier vielleicht an eine übertr. Bed. von ovanleimo als ‘(lehmartige) klebrige Masse, Harz (des Wolfsmilchgewächses)’ zu denken (? Vgl. auch kleib st. m., kleiba st. (sw.?) f.); zur Übertragung des Pflanzennamens auf das von der Pflanze abgesonderte Harz vgl. auch Genaust, Pflanzennamen S. 240).
Vgl. ovanleim.