ōrsāke, ȫr- (-sacke, oer-, oͤr-, ohr-), -sāche, -sāk (-saek), ōrt-, ūr-,
f. (Pl. -n): 1. Grund, Ursache, Veranlassung, Begründung, „causa” (Stammler Lb. 48), guͦde grunt unde ō., swâre ō. gewichtiger Grund, de ō. düsser twîdracht, de ō. disser vinsternisse; dat wî nê(i)ne ō.n lâten twischen den vȫrbenö̂mden partîen dâr vȫrder unwille van düsser wēgen afkōmen möchte Grund für Auseinandersetzungen (Ub. Hildesh. 4, 523); ō. gēven Anlaß geben, kê(i)ne ō. tô unlust unde zank gēven (Hamb. Burspr. ed. Bolland 412), dat gift ên tê(i)ken unde ō. dat sê hebben ênen lichten môt (Narrenschyp 36), guͦde ō. hebben guten Grund haben, ō. nēmen als Grund, Anlaß nehmen, ō. nēmen hebben unde krîgen tēgen einen Anlaß bekommen gegen jemdn. vorzugehen, ō. nēmen van sich beziehen auf, ō. seggen als Grund angeben; — Entschuldigung vor Gericht, Entlastung durch Zeugen, entschuldiginge unde ō., sôvērne nê(i)ne genôchsame êhehaften unde ō.n ingebracht werden (Staatsb. Mag. 6, 622); — (mit Präp.:) âne ō. ohne Grund, âne erhēflĩke/ gebȫrlĩke/genôchsame/rēdelĩke ō., dörch ō. aus (gutem) Grund, dörch bestendige ō., dörch welke ō.n halven, aller ō.n halven aus allen (diesen) Gründen, marklĩker ō. halven wohlbegründet, mit genôchsamen/weldigen ō.n wohlbegründet, aus gutem Grund, sünder ansichtige/guͦde ō. ohne
[]einleuchtenden Grund, üm anderer mêrerer swârer ō. aus einem anderen gewichtigen Grund, üm nö̂diger wichtiger und merklĩker ō.n halven aus wichtigen Gründen, ümme vîverleye ō. willen, ût (sünderger) ō. aus bestimmtem Grund, ût (der) ō. wohlbegründet, ût êrberö̂rder ō. aus genanntem Grund; (in der Rda.:) ō. vam tûne brēken einen Grund suchen (Nic. Gryse Laienbibel 2, O 2
v); — (adverb. in Vbdg. mit Präp.:) deshalb, deswegen, der ō., der/desser ō.(n) halven, dörch ō. halven, ümme desser ō. halven, ût (der) ō., ût ō.n; — (als Korrelativ zu Conj. oder als Conj.:) deshalb weil, der ō.(n), (der) ō. dat, ō. hĩrümme dat, üm ō. willen dat, ût der ō. dat, ût der ō. wan, (der) ō. halven dat; weil, ō., ō. sô, ût ō.; weshalb, der ō.; — (als Präp.:) c. Gen. wegen, ō. der pestilencien (Brandis 218). 2. Gelegenheit, Vorwand, „occasio” (Dief. nov. 38
u. a.), ō. krîgen eine Gelegenheit bekommen, dô hê ō. krê(i)ch ȫverlêverde hê sînen hêren in des vîandes handen (Bienenb. 79), de ō. nēmen eine Gelegenheit wahrnehmen, ō. māken Gelegenheit geben, vȫr êne ō. als Vorwand, dat nêmen sê vȫr êne ō. doch mê(i)neden sê dâr wat anders mēde (Chr.
d. d. St. 36, 187); — sünder iê(i)nigerleye ō. ohne Ausflüchte, dat scholdem stêde unde vast hōlden sünder iê(i)nigerleye ō. ohne jede Einschränkung (Chr.
d. d. St. 16, 306). 3. Ursprung, ên itlĩk dinc wert erkant dörch sîn ê(i)gene ō. dê in dêtlĩker werkinge is des sülvigen dinges alse ût vü̂r erkent men den rôk (Prognostikon 115). 4. Urheber, dat hê mî tîet mōrtslāges sînes brôders dat ik des ên ō. sōle wēsen (Hanserec. I 5, 317).