Eintrag · Rheinisches Wb.
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o II , ō u. ǫ, o u. ō:, : u. alleinstehend auch o, oō, ǫ, ōo, oō:, o: u. oo, oǫ, ǫǫ () alle diese Formen finden sich in demselben Dorfe, unterscheiden sich aber in der Gefühlsstärke u. Anwendung Interj.: der Verwunderung, des Entzückens u. des Schmerzes, Mitleides. 1. alleinstehend, z. B. einer steht vor den Scherben, die er angerichtet hat, u. sagt voller schmerzlicher Überraschung: (ō, o, oō) [ mitleidig, mit tiefer Stimme, ō erstaunt, mit hoher St.]; er bedauert das Kind, das sich weh getan hat: (s. d.) (häste der och wih gedohn)? Sehr oft als Erwiderung auf den Bericht oder die Ankündigung eines andern. A.: Ech hätt mech bal ze Dut gefalle! B.: (ō, o, oō); A.: Ech han düchtig gəerf (geerbt)! B.: ō: (:, oō:, o:) [beim Bedauern also einfache Länge, bei (freudiger) Überraschung geschärfte Länge]. — Als Entschuldigung oder ō (auch Pardong)! Allg. — Diese alleinstehende Interj. wird dann sehr oft (oder meist) gedeutet durch Sätze, wie (usf.), dat deht mer ävver led, — dat wör ävver arg, — es ävver schad, — dat schad nüs, — nuə es der och alt dut, — dat freut mech ävver, — es dat wohr! Rip, Allg. [ǫăχən na, das wird dir übel bekommen Bitb-Speicher; tsχən bedauernd Bitb-Dudeld]. — 2. in Verb. a. mit einer folgenden Anrede, mit einem Anruf [alle Formen möglich mit Ausnahme der Doppelungen]. α. kosend; o, du meng lef Nüggelche (udgl. Koseworte)! zu einem Kinde; o, du meng Lefche (Schätzche udgl.)! zur Geliebten Rip, Allg.; tadelnd: o, du Schofskopp; o, du Iərsel; o, eich I.! Merz, Allg. O, dau mei leiwer Klos (Nikolaus), häschde meich verloss; we mäht mei Wies-chen, we feidert (füttert) mei Kis-chen (Schwein); o, dau mei l. Kl., häschde meich verloss! Klage der Witwe Merz-Losh. — β. in religiösen Formeln, wie o, Gott (Goddet, Göddet; s. Gott); Gott jo noch o! O, Je, noch o! Gummb-Berghsn; o, Jesses (Jösses, Jeres, Je, Jerum, Jümmich, Jemminee usf., s. Jesus); o, Majosebädder (s. Maria); o, himmlischer Vadder; o, Kreiz (Kreuz, s. d.)! — γ. in Ausrufen der Überraschung, des Hilferufens; o, dir Kanner on dir Leit; o, Leit her; o, Hölf her! (s. d. W.). — δ. in Flüchen; o, Donnerwedder, –kil, Zackerlot (usf.) Rip, Allg. — ε. u. so auch in Verwünschungsformeln; o, freck (met Verflägong); o, da sollste doch kapot gohn! — Ebenso in Formeln der Ablehnung, einen Widerspruch einleitend; o, geh mer eweg (doch); o, wässte, dat elo gläwen eich (der) net! Mosfrk, Allg.; o, blif mer vam Lif; o, loss mech en Rauh! Rip, Allg.; o, was glabscht du donn eigentlich? Saarbr, Allg. — b. als Ausruf mit folg. wie u. Adj.; ō (, o, ǫ, ō:, :), wie schün, schad (u. mit allen Adj.)! Allg. — c. in Zustimmung oder Ablehnung ausdrückenden Antworten, mit Partikeln der Bejahung u. Verneinung; ō (wie bei b) jo; ō, doch; ō, nä (Gegenantw. ō, dä (doch, dät)); ō, wat! nein Allg.; ō, wo! nein Rhfrk; ō, währig! wahrscheinlich WEif [ō(), jo bedeutet α. aber sicherlich; β. es ist gut so, ich mache es schon, warum nicht?; γ. fragend, wirklich, meinst du (spöttisch); δ. , j j, o j jǫ, ō jǫ jǫ Ausruf der Verwunderung, des Bedauerns, der Missbilligung Allg.; oə, joə, decke Floəh! übermütiger oder spöttischer Stosseufzer Waldbr-Eckenhg; o, wie Hop! Kemp-Amern SAnton; ǫ dęttǫ! o, dass doch, ach was, ach, nein! Saarl-Berus. — Als leichte Verneinung (du übertreibst, ich glaube es nicht, missbilligend, nicht so) dient ǫa, ōa Bitb, Trier; ǫę Trier-Schleidw Heidenbg, Daun-Strohn; ǫęă! Merz-Losh; ǫęĭ Merz-Conf; uătsol () (o, es soll sein) Bitb-Speicher; otsol Bitb-Neidenb. — d. mit folg. Interj., die den Hauptton tragen: ō (u. alle Formen, ausser den Doppelungen), je! bei Erstaunen, Überraschung, Schrecken Saarl; o, jou! bei Verwunderung Bernk; o (u. ū), jei! bei Schmerz Aach; o, jō! Drohung der Kinder, wenn eins etwas verbrochen hat Düss-Stdt; o, jeuj! bei Drohung Geld-Kevelaer; ojədau? (-du) nicht wahr? Trier-Welschbillig; o, ha (u. aha)! bei Verwunderung, Befriedigung, Abwehr (nicht doch!) Allg.; o, ha, dat het mannigen aulen (alten) Perd gott gedonn! sagt einer, der sich müde hinsetzt Elbf; du musst esu lang röjig (ruhig) sein, bis dat de Katze möt der Kellerdrappe fortläift, dann säste: o, ha! zu jungen Leuten gesagt, die Alten gern ins Wort fallen Altk-NFischb; o, h u. o, hǫ bei Verwunderung, z. B. o, ho, es dat wohr? Klän, awer o, ho klein aber wacker Saarbg, Trier (Hochw); o, ho u. o, hō: Widerspruch einleitend, z. B. o, ho, dat geht net su, wie de mens! Rip, Allg.; o, hoschte! Saarbr; o, heielei (hier, dort)! bei freudiger Überraschung Saarbg-Wellen; Jann, o, hee, J., o, hee! so tutet der Hirt, wenn er morgens die Kühe abholt zur Weide Eup; o, hi! Ruf beim Betreten eines Hauses, um, wenn keiner sichtbar ist, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken Sieg-Mülld; o, ho! bei Staunen, Zweifeln, Ärger Allg.; o, lau! bei (zweifelnder) Verwunderung Trier-Stdt, Kobl-Stdt (u. o, Laim; o, laudits); o, wih (meist aber u, au w.) wie nhd. Allg.; o, weh deiner! wehe dir Saarbr; o, wiches! Schleid-Hellenth; o, wittes! Sieg-Ruppichteroth (s. weh).
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modern
DialektO II
Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg
O II : uWupp 1870 (nur im Rh Klaaf ), Sg. t. f.: Adventzeit.
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Kompositum 9
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Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit oii
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Cotta, M. (2026). „oii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/oii/rhwb?formid=O00002
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Cotta, Marcel. „oii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/oii/rhwb?formid=O00002. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „oii". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/oii/rhwb?formid=O00002.
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