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o II

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RhWB
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Eintrag · Rheinisches Wb.

o II

Bd. 6, Sp. 311
o II , ō u. ǫ, o u. ō:, : u. alleinstehend auch o, oō, ǫ, ōo, oō:, o: u. oo, oǫ, ǫǫ () alle diese Formen finden sich in demselben Dorfe, unterscheiden sich aber in der Gefühlsstärke u. Anwendung Interj.: der Verwunderung, des Entzückens u. des Schmerzes, Mitleides. 1. alleinstehend, z. B. einer steht vor den Scherben, die er angerichtet hat, u. sagt voller schmerzlicher Überraschung: (ō, o, oō) [ mitleidig, mit tiefer Stimme, ō erstaunt, mit hoher St.]; er bedauert das Kind, das sich weh getan hat: (s. d.) (häste der och wih gedohn)? Sehr oft als Erwiderung auf den Bericht oder die Ankündigung eines andern. A.: Ech hätt mech bal ze Dut gefalle! B.: (ō, o, oō); A.: Ech han düchtig gəerf (geerbt)! B.: ō: (:, oō:, o:) [beim Bedauern also einfache Länge, bei (freudiger) Überraschung geschärfte Länge]. — Als Entschuldigung oder ō (auch Pardong)! Allg. — Diese alleinstehende Interj. wird dann sehr oft (oder meist) gedeutet durch Sätze, wie (usf.), dat deht mer ävver led, dat wör ävver arg, es ävver schad, dat schad nüs, nuə es der och alt dut, dat freut mech ävver, es dat wohr! Rip, Allg. [ǫăχən na, das wird dir übel bekommen Bitb-Speicher; tsχən bedauernd Bitb-Dudeld]. — 2. in Verb. a. mit einer folgenden Anrede, mit einem Anruf [alle Formen möglich mit Ausnahme der Doppelungen]. α. kosend; o, du meng lef Nüggelche (udgl. Koseworte)! zu einem Kinde; o, du meng Lefche (Schätzche udgl.)! zur Geliebten Rip, Allg.; tadelnd: o, du Schofskopp; o, du Iərsel; o, eich I.! Merz, Allg. O, dau mei leiwer Klos (Nikolaus), häschde meich verloss; we mäht mei Wies-chen, we feidert (füttert) mei Kis-chen (Schwein); o, dau mei l. Kl., häschde meich verloss! Klage der Witwe Merz-Losh. — β. in religiösen Formeln, wie o, Gott (Goddet, Göddet; s. Gott); Gott jo noch o! O, Je, noch o! Gummb-Berghsn; o, Jesses (Jösses, Jeres, Je, Jerum, Jümmich, Jemminee usf., s. Jesus); o, Majosebädder (s. Maria); o, himmlischer Vadder; o, Kreiz (Kreuz, s. d.)! — γ. in Ausrufen der Überraschung, des Hilferufens; o, dir Kanner on dir Leit; o, Leit her; o, Hölf her! (s. d. W.). — δ. in Flüchen; o, Donnerwedder, –kil, Zackerlot (usf.) Rip, Allg. — ε. u. so auch in Verwünschungsformeln; o, freck (met Verflägong); o, da sollste doch kapot gohn! — Ebenso in Formeln der Ablehnung, einen Widerspruch einleitend; o, geh mer eweg (doch); o, wässte, dat elo gläwen eich (der) net! Mosfrk, Allg.; o, blif mer vam Lif; o, loss mech en Rauh! Rip, Allg.; o, was glabscht du donn eigentlich? Saarbr, Allg. — b. als Ausruf mit folg. wie u. Adj.; ō (, o, ǫ, ō:, :), wie schün, schad (u. mit allen Adj.)! Allg. — c. in Zustimmung oder Ablehnung ausdrückenden Antworten, mit Partikeln der Bejahung u. Verneinung; ō (wie bei b) jo; ō, doch; ō, (Gegenantw. ō, (doch, dät)); ō, wat! nein Allg.; ō, wo! nein Rhfrk; ō, währig! wahrscheinlich WEif [ō(), jo bedeutet α.  aber sicherlich; β.  es ist gut so, ich mache es schon, warum nicht?; γ.  fragend, wirklich, meinst du (spöttisch); δ. , j j, o j jǫ, ō  Ausruf der Verwunderung, des Bedauerns, der Missbilligung Allg.; oə, joə, decke Floəh! übermütiger oder spöttischer Stosseufzer Waldbr-Eckenhg; o, wie Hop! Kemp-Amern SAnton; ǫ dęttǫ! o, dass doch, ach was, ach, nein! Saarl-Berus. — Als leichte Verneinung (du übertreibst, ich glaube es nicht, missbilligend, nicht so) dient ǫa, ōa Bitb, Trier; ǫę Trier-Schleidw Heidenbg, Daun-Strohn; ǫęă! Merz-Losh; ǫęĭ Merz-Conf; uătsol () (o, es soll sein) Bitb-Speicher; otsol Bitb-Neidenb. — d. mit folg. Interj., die den Hauptton tragen: ō (u. alle Formen, ausser den Doppelungen), je! bei Erstaunen, Überraschung, Schrecken Saarl; o, jou! bei Verwunderung Bernk; o (u. ū), jei! bei Schmerz Aach; o, jō! Drohung der Kinder, wenn eins etwas verbrochen hat Düss-Stdt; o, jeuj! bei Drohung Geld-Kevelaer; ojədau? (-du) nicht wahr? Trier-Welschbillig; o, ha (u. aha)! bei Verwunderung, Befriedigung, Abwehr (nicht doch!) Allg.; o, ha, dat het mannigen aulen (alten) Perd gott gedonn! sagt einer, der sich müde hinsetzt Elbf; du musst esu lang röjig (ruhig) sein, bis dat de Katze möt der Kellerdrappe fortläift, dann säste: o, ha! zu jungen Leuten gesagt, die Alten gern ins Wort fallen Altk-NFischb; o, h u. o, bei Verwunderung, z. B. o, ho, es dat wohr? Klän, awer o, ho klein aber wacker Saarbg, Trier (Hochw); o, ho u. o, hō: Widerspruch einleitend, z. B. o, ho, dat geht net su, wie de mens! Rip, Allg.; o, hoschte! Saarbr; o, heielei (hier, dort)! bei freudiger Überraschung Saarbg-Wellen; Jann, o, hee, J., o, hee! so tutet der Hirt, wenn er morgens die Kühe abholt zur Weide Eup; o, hi! Ruf beim Betreten eines Hauses, um, wenn keiner sichtbar ist, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken Sieg-Mülld; o, ho! bei Staunen, Zweifeln, Ärger Allg.; o, lau! bei (zweifelnder) Verwunderung Trier-Stdt, Kobl-Stdt (u. o, Laim; o, laudits); o, wih (meist aber u, au w.) wie nhd. Allg.; o, weh deiner! wehe dir Saarbr; o, wiches! Schleid-Hellenth; o, wittes! Sieg-Ruppichteroth (s. weh).
5074 Zeichen · 99 Sätze

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  1. modern
    Dialekt
    O II

    Rheinisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    O II : uWupp 1870 (nur im Rh Klaaf ), Sg. t. f.: Adventzeit.

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Cotta, M. (2026). „oii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 18. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/oii/rhwb?formid=O00002
MLA
Cotta, Marcel. „oii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/oii/rhwb?formid=O00002. Abgerufen 18. May 2026.
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Cotta, Marcel. „oii". lautwandel.de. Zugegriffen 18. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/oii/rhwb?formid=O00002.
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