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ôheimessun

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EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

ôheimessun

ôheimessunAWB m. i-St., seit dem 11. Jh. in
Gl., vorwiegend im SH: ‚Sohn des Onkels
mütterlicherseits, Cousin; consobrinus‘. Deter-
minative Zusammenrückung mit einem Gen.
Sg. im VG. S. ôheim, sun. – ôheimo*AWB m. an-St.,
Gl. 3,67,9 (Ende des 12. Jh.s, SH): ‚Onkel müt-
terlicherseits; avunculus‘ (mhd. œheime sw.m.
‚Onkel‘; mndd. ȫme m. ‚Oheim, Onkel‘; mndl.
ome, oome m. ‚Onkel‘). Bildung mit dem Fort-
setzer des individualisierenden Suff. urgerm.
*-an-. S. ôheim. – ohsenbrittaAWB f. jō(n)-St., Gl.
2,699,43 (10./11. Jh., mfrk.): ‚Wegwarte ? oder
Endivie ?; intibum‘ (Cichorium intybus L. oder
Cichorium endivia L.; vgl. Marzell [1943–79]
2000: 1, 988 f. 990 ff. [jeweils ohne Beleg]).
Das HG des Hapaxlegomenon setzt westgerm.
*briddii̯ōn- fort, das ohne Anschlüsse ist. –
ohsennabal*AWB m. a-St., ohsennabaloAWB m. an-St.,
seit dem 10. Jh. in Gl.: ‚Klebkraut ?, aspara-
ga, -us; Schutt-Bingelkraut, candus, linozotis
(Galium aparine L. und Mercurialis annua L.)
(mndd. ossennāvel, ossensnāvel m. PflN un-
sicherer Bed., vielleicht ‚Spargel‘ [Asparagus
officinalis L.] oder ‚Taubenstorchschnabel‘ [Ge-
ranium columbinum L.]; vgl. mhd. ohsennabe
f., ohsensnabel st.m. ‚Ochsenschnabel; aspar-
go‘); vgl. Marzell, a. a. O. 1, 465 f.; 2, 562. 574;
3, 173. 180. Das Benennungsmotiv für die
Pflanze ist unklar, da sie nicht sicher bestimmt
werden kann. Weder das Klebkraut noch das
Schutt-Bingelkraut haben Pflanzenteile mit ei-
ner rundlichen Vertiefung, die an einen Nabel
denken lässt. Wegen seiner oben offenen, kuge-
ligen rötlichen Scheinfrucht wird der Weißdorn
(Crataegus Oxyacantha L.; vgl. Marzell, a. a. O.
1, 1216 f.) im Türk. als öküz-göbeǧi ‚Ochsen-
nabel‘ (mit göbek ‚Nabel‘ als HG des Posses-
sivkomp.) bezeichnet (vgl. Hauenschild 1996:
131). Im Ahd. handelt es sich um eine Zusam-
menrückung. S. ohso, nabalo. – ohsenwurz*AWB f.
i-St., Gl. 3,591,56 (14. Jh., bair.): ‚Echte Och-
senzunge; buglossa‘ (Anchusa officinalis L.);
vgl. Marzell, a. a. O. 1, 262–264 (ohne Beleg).
Zusammenrückung. S. ohso, wurz. – ohsenzungaohsenzun
gaAWB
f. ōn-St., seit dem 10. Jh. in zahlreichen Gl.:
nur übertr. ‚Echte Ochsenzunge; anagilus, basi-
licon, boalca, borrago, bubula, buglossa, lin-
gua bovis, lingua bubula‘ (Anchusa officinalis
L.), übertr. auf andere Pflanzen ‚Großer Wege-
rich; arnogloxa‘ (Plantago major L.), ‚Schwar-
zes Bilsenkraut; symphoniaca‘ (Hyoscyamus ni-
ger L.) (mhd. ohsenzunge sw.f.buglossa, boal-
ca‘, nhd. Ochsenzunge f. ‚als Speise zubereitete
Zunge des Ochsen‘, ‚Gemeine Ochsenzunge‘,
regional ‚Borretsch‘ [nach der rauen Behaa-
rung der Blätter], ‚Leberpilz‘ [nach der Form
und Farbe]; mndd. ossentunge f. ‚Rinderzun-
ge‘, übertr. ‚Echte Ochsenzunge, Borretsch,
Grindampfer‘; mndl. ossentonge f. ‚Ochsen-
zunge‘, übertr. ‚Echte Ochsenzunge‘). Die Pflan-
ze ist nach ihren zungenförmigen, rau be-
haarten Blättern benannt (vgl. Marzell, a. a. O.
1, 262 f.; 2, 925 ff. (ohne Beleg); 3, 815. 822).
Zusammenrückung. S. ohso, zunga. – ohsînAWB
adj., Gl. 2,563,18 (10./11. Jh.): ‚vom Ochsen,
Ochsen-; bubulus‘ (mhd. ohsîn adj. ‚vom
Ochsen‘, frühnhd. ochsen ‚dss.‘ [Dt. Wb. 13,
1131
]; frühmndl. ossin, ossen adj. ‚dss.‘ [a.
1240], mndl. ossijn, ossen adj. ‚dss.‘). Desubst.
Ableitung mit dem Fortsetzer des Suff. urgerm.
*-īna- zum Ausdruck der Abstammung. S. oh-
so, -în¹. – ohsinariAWB m. ja-St., seit dem 9. Jh. in
Gl.: ‚Ochsentreiber, Rinderhirt; bosinz [lingua
ignota, Hildeg.], bubularius, bubulcus, buc(c)u-
larius‘, auch ‚Sternbild des Ochsentreibers;
Bootes, sidus‘ (mhd. ohsenære, ohsenere st.m.
‚Ochsenhirt, Ochsenbauer‘, nhd. mdartl. bad.
ochsner m. ‚Inhaber der Gastwirtschaft „Zum
Ochsen“, †Ochsenhirt, Ochsenbauer‘, auch als
FlurN [Ochs, Bad. Wb. 4, 116], bair. ochsener
m. ‚der auf den Ochsenalpen die Ochsen ver-
sorgt‘ [Schmeller, Bayer. Wb.² 1, 25], kärnt. ochs-
ner m. ‚Ochsenhirte‘ [Lexer, Kärnt. Wb. 201],
tirol. ochsner m. ‚Ochsenhirt‘ [Schöpf, Tirol.
Id. 479; Schatz, Wb. d. tirol. Mdaa. 2, 460],
steir. ochsner m. ‚Ochsenhirte, Knecht, der für
die Stallfütterung der Ochsen zuständig ist‘ [Un-
ger-Khull, Steir. Wortschatz 482], pfälz. †och-
sener m. ‚Ochsenknecht, Ochsenhirt‘ [Christ-
mann, Pfälz. Wb. 5, 216
]; as. ohsineri m. ja-St.
‚Ochsenhirt; bucularius‘ in Gl. 5,48,1 [10./
11. Jh.]). Berufsbez. mit dem Fortsetzer des
Lehnsuff. urgerm. *-ari̯a-. S. ohso, -ari. – Ahd.
Wb. 7, 71 ff.
; Splett, Ahd. Wb. 1, 107. 650. 684 f.
1165. 1201; Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 844;
Schützeichel⁷ 245; Starck-Wells 450. XLV;
Schützeichel, Glossenwortschatz 7, 189. 190 ff.
4673 Zeichen · 228 Sätze

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    ôheimessunst. m.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    ôheimessun st. m. — Graff VI,60. oheim-es-sun-: nom. pl. -i Gl 3,67,38 ( SH A ); -e 14/36 ( SH A, 2 Hss. ). 416,31 [HD 2…

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oheim+es+sun

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Cotta, M. (2026). „oheimessun". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/oheimessun/ewa
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Cotta, Marcel. „oheimessun". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/oheimessun/ewa. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „oheimessun". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/oheimessun/ewa.
BibTeX
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„oheimessun"},
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  urldate      = {2026-05-19},
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