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nothfeuer

nhd. bis sprichw. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

nothfeuer n.

Bd. 13, Sp. 936
nothfeuer, n. 11) ein nach urältester weise der feuerbereitung durch gewaltsame reibung (s. die etymologie von noth sp. 905) zweier hölzer, durch umdrehung eines stabes in einer runden scheibe oder der nabe eines rades (das bild der sonne) u. s. w. erzeugtes, erriebenes feuer, durch welches man bei viehseuchen die thiere trieb, um sie zu heilen oder die seuche von ihnen abzuwenden, auch wol zu pestzeiten selbst hindurch gieng, s. myth.4 502 ff. u. nachtr. 175. Wolf beitr. 2, 379. Kuhn die herabkunft des feuers 50 (wo die identität des nothfeuers mit dem Johannis- oder sonnewendfeuer wahrscheinlich gemacht wird). Mannhardt baumkultus 518 f. und dessen antike wald- und feldkulte 299 ('ob der brauch des notfeuers schon im deutschen heidentum geübt wurde, oder in die früh zum christentum bekehrten, südlichen und westlichen diöcesen aus der römischen welt gekommen war, erhellt aus dem zeugnis der synoden nicht'). altnd. vom j. 743 nôdfyr, ignis fricatus de ligno im indic. superstit. (Heyne altnd. denkm. 86), mnd. nôtvûr Schiller - Lübben 3, 204, nd. noodfûr Dähnert 330b, Danneil 269b, nâdfer Schambach 141b: das man ... ein notfeuer macht mit einem rade. Henneberger 323; die naturkundigen schreiben, wann man lorbeerholtz mit ephewen holtz hart auff einander reibe und dann ein zunder darbei halte, so geben dise zwei höltzer ausz stAetigem reiben ein feuer von sich. es sei nuon war oder ein superstition, so findet man noch hirten, die mit solchem nothfeuer umbgehen, treiben darmit vil superstition, darzuo hat dann der gemein hauff gröszern lust dann zuo gottes wort. Bock kräuterbuch 348b und noch ausführlicher in der teutschen speiszkammer 6: so haben etliche der Teutschen, sonderlich im Waszgaw, ein solchen glauben und zuversicht, sobald ein vihesterben einher felt, vermöge dasselbig durch kein ander mittel abgeschafft werden, es werde dann ein notfewr angezogen, das bringen sie ausz dürrem eichen holtz mit groszem nothgezwang einer stangen zuwegen, dieselbig musz man auff dem dürren eichen holtz mit gewalt, wie ein schleiffstein, herumber treiben, und ist solche stang auff beiden seitten der understen höltzer mit ketten angebunden, das sie keins wegs mag weichen. und so man gemelte gebundene stang ein zeitlang mit arbeit umbtreibet, so kommt nach viler bewegung erstmals ein grosze hitz, nach der hitz folget ein rauch, und nach dem rauch entzündet sich das notfewr, das empfahet man mit andacht und groszer reverentz in zunder und anders. auff solche gezwungen notfewr seind etliche jungfrawen bloszes leibs mit etlichen ceremonien ordniert und bestellet, tragen blosze schwerter in ihren händen, darzu sprechen sie ihre reimen und sprüch. alsbald dernach würdt ein groszes fewr angezündet mit vilem holtz, zu stund treibet man das vihe mit ernst und andacht durch das errungen notfewr, guter hoffnung und zuversicht, der unfall und vihesterben soll dadurch gewendet werden (s. andere angaben aus dem 17. jh. in der myth.4 502 f.); notfeur, ignis calendis martii fieri solitus. Stieler 476. übertragen: gottes heilwertiges wort hette er gern ausz der welt getriben, ausz hofertigem stoltz sich an iderman geriben, notfewr gesucht an allen orten. ein lustig gesprech u. s. w. (1542) b, 1b, Schade sat. 1, 62, 250. 22) mhd. nôtviur, in nôt bringendes feuer, feuersnoth (Lexer 2, 115). 33) ein feuer als nothsignal. Campe: entzünde das nothfeuer. Freytag ahnen 1, 237; das nothfeuer flammte und warf rothes licht und ruszwolken über den hof, auf dem männer sich zur abwehr rüsteten. 242.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nothfeuer

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Das Nothfeuer , des -s, plur. ut nom. sing. im gemeinen Leben, ein abergläubiges Feuer, welches von dem großen Haufen be…

  2. Sprichwörter
    Nothfeuer

    Wander (Sprichwörter)

    Nothfeuer Ein Nothfeuer anzünden. – Eiselein, 496. Es ist das reine zum heiligen Dienst allein geeignete Feuer, welches …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit nothfeuer

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Zerlegung von nothfeuer 2 Komponenten

noth+feuer

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Cotta, M. (2026). „nothfeuer". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/nothfeuer/dwb
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Cotta, Marcel. „nothfeuer". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/nothfeuer/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
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Cotta, Marcel. „nothfeuer". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/nothfeuer/dwb.
BibTeX
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