Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
nahtsing
Hss. des 10. und 11. Jh.s, Zeit der Gl.einträge
unbekannt); 4,139,34 (13. Jh., bair.): ‚nächtli-
cher Gesang, nächtlicher Kult; degallinatio [=
de gallinatio?], orgia‘ (nhd. mdartl. ält. meckl.
nachtsang m. ‚Nachtgesang, die letzte kano-
nische Hore des Tages‘ [Wossidlo-Teuchert,
Meckl. Wb. 5, 13]; mndd. nachtsanc m. ‚letzte
kanonische Hore des Tages, Komplet, Abend-
andacht, Schlussgottesdienst‘; frühmndl. nacht-
sanc m. ‚dss.‘ [a. 1240], mndl. nachtsanc m.
‚dss.‘; ae. nihtsang m. ‚dss.‘; aisl. náttsǫngr m.
‚dss.‘). Determinativkomp. mit subst. VG und
HG. S. naht, sang. – nahtsangariAWB m. ja-St., wohl
seit dem 9. Jh. in Gl.: ‚Nachtsänger; degalli-
natio [= de gallinatio?]‘ (nhd. Nachtsänger m.
‚Person oder Vogel, der zur Nachtzeit singt‘).
Determinativkomp. mit subst. VG und HG. S.
naht, sangari. – nahtsingari*AWB m. ja-St., Gl. 4,53,
2 (1. Hälfte des 13. Jh.s, bair.): ‚Nachtsänger;
degallinatio [= de gallinatio?]‘. Komp. Nomen
agentis. S. naht, singan. – Ahd. Wb. 6, 1026 f.;
Splett, Ahd. Wb. 1, 655. 816. 817; Köbler, Wb. d.
ahd. Spr. 812; Schützeichel⁷ 233; Starck-Wells
431; Schützeichel, Glossenwortschatz 7, 22.