Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
nâden
men; miserēri‘. Desubst. Bildung (vgl. Riecke
1996: 360). S. ginâda. – ginâdênAWB sw.v. III, seit
dem 2. Viertel des 9. Jh.s in Gl., in MH, B,
GB, SG, Prs A, Nps, Npg und Npw: ‚einen Ge-
fallen erweisen, gnädig sein, sich erbarmen,
lindern, Mitleid, Erbarmen haben; gratiam da-
re, mansuescere, miserēri, misericordiae re-
cordari, mulcere, propitium esse / fieri, satis-
facere‘, truhtîn ginâdê uns ‚Herr, sei uns gnä-
dig; kyrieleison‘ (mhd. g[e]nâden sw.v. ‚gnä-
dig, freundlich, wohlwollend sein, danken‘,
nhd. gnaden sw.v. [nur noch in Wendungen
wie gnade dir/uns Gott ‚wehe dir/uns‘]; mndd.
g[e]nāden sw.v. ‚gnädig sein‘; mndl. genaden,
genaeden sw.v. ‚gnädig sein, begnadigen‘; vgl.
aisl. náða sw.v. ‚Frieden und Ruhe geben, ver-
pflegen‘). Desubst. Bildung. S. ginâda. – Ahd.
Wb. 6, 968 ff.; Splett, Ahd. Wb. 1, 650; Köb-
ler, Wb. d. ahd. Spr. 422; Schützeichel⁷ 232;
Starck-Wells 214; Schützeichel, Glossenwort-
schatz 7, 6.