Eintrag · Rheinisches Wb.
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Mut III das Wort ist allg., nach der Entwicklung des -uo- mūt, –ōu-, –ū:-, –ō:-, –o·u.-, –ō-, –ū·ə.-, –ǫ·u. [Berg ö. Ürd-L. auch mou]; doch je nach Geb. machen sich deutliche Bedeutungsunterschiede bemerkbar, je nachdem irgendeine Seite des Innenlebens (bei bewegtem Gefühlsleben) betont ist Sg. t. m.: 1. nur in der Wend.: Ebbes M. hon; ich hon əs (dessen) emol M.; ich hon's M.; er hot M., ebbes ze hule Absicht haben, etwas beabsichtigen, Lust dazu haben Rhfrk in Wend-Thal- u. Burglichtenbg, uNahe, Birkf, Hunsr (kurpfälz.); wat hawwe se de M. ze lihre (lernen)? Goar-Steeg; dat harr ich (hatte ich) so viel M., as ich M. hatt, in de Rhein se springe Simm-Laub (sonst hat das Rhfrk. keine andere mdl. Anwendung, ausser einigen dem Nhd entnommenen; s. u.); Bed. 1 noch in Trier-Stdt: Eich hätt M. (Lust), anen ze drinken u. noch in der Wetterregel: Halve März spart de Koch de Kerz, h. Aprel os e's (ist er dessen) noch M. noch Wells Aden-Liers. — 2. Lebensfreude, Zuversicht, Unverzagtheit; he hät widder M. (krigen); neue M. krigen; gode (fruhe, fresche, grusse) M. han; godes Mots sen; godes M.s geng he an de Arbet [he gong oll (schon) gottsmotts met Heinsb, Geld-Straelen; leitemouts Kref-Fischeln]; goden M.! Zuruf; he hät kene M. mih bes. der Kranke; vill (winnig) M. han; ohne M. sen; M. packen; de M. verliere, — senke losse; enem M. mache Rip, Mosfrk, Nfrk (Rhfrk nur in der Wend. nach dem Nhd.; s. u.). RA.: Guje M. es half Tehrgeld Nfrk, Rip, — es h. Fahrgeld Eusk-Billig, — es h. Gelinge Köln-Stdt. Fresche M. geht dorch Stohl on Iser Düss-Stdt. Rein Hetz (Herz) un fruhe M., de stonn zo alle Kleider got Köln-Stdt. Fruher Senn un gode M. spart dem Kend of de Rot (Rute) Neuw-Unkel. Nuər gode M., wenn de dem Kalf ovver de Kopp bös, küs de och övver de Stetz! Köln-Frechen. Et geiht nicks üvver gode M. Köln-Stdt. Halfens (Gutspächter) M. geht övver Bure Got Dür-Birkesd. Gut meckt M. Mörs-Xanten. Bar Geld git M. MüEif. De hät ömmer M. satt ist immer fröhlich; dat Peərd hät gene M. inne Heinsb; deə hat der M. e jen Bocks (Hose) ist niedergeschlagen, kleinlaut Aach; hen hot ke M. on ke Lewen ist völlig teilnahmlos Trier-Mehring. Os et Wedder got, kret der Burschmann M. Schleid-Hellenth. E verlert de M. net, su lang wie noch en Knidel am (im) Deppen as Bitb-NWeis. Gut verloren, neist v., M. v., half v., Ehr v., alles v. Trier. Me mott den M. nit senken loten, so lang noch en Kränte (Korinthe) em Kiətel (Kessel) es Elbf. Pitter, lott der M. net senke, lommer (lasst uns) noch ne Schobbe (Dröppche, Kloren) drenke! Neuss, Rip NBerg, SNfrk, Mörs verbr., Kobl-Stdt, Wittl-Stdt [de M. net sinke losse auch im rhfrk. Saargeb.]. Mat M. kammer alles Bitb-Outschd. — 3. et es enem ze M. das ganze Empfinden ist in Aufregung, in niedergedrückter Stimmung Rip, MGladb [Aach-Stdt mo·u. < muote], in RA. auch noch in May-Trimbs (zo jəmō·u.t), Kobl-Bend, Simm-Horn; et es mech komisch (korjus) ze M.; du wess net, wie et mir ze M. es Rip, Allg.; dem es et quabbelig ze M. Köln. RA.: De wess (net), wie et arme Lögge (Leuten) ze M. es Allg. u. Kobl-Bend. De fette Ferke wesse nit, we de magere zo M. es Köln, Bergh; e voll Sau wäss nit, wie et er hungrige zu M is Simm-Horn, May-Trimbs, Rip. Dem es et ze M. we nem Esel, dem der Sack affällt Köln-Stdt. — 4. Stolz, in der Wend.: Do drag ich mer nen M. drop ich bin stolz darauf (nur in) Köln-Frechen. — 5. Kühnheit, Wagemut, Draufgängertum, trotz aller Gefahren; de hät M. (en); du häs kene M. dozo usf. Rip, doch steht auch hier trotz häufiger Anwendung lieber Kurasch, das fast ausschl. für M. 5 im Rhfrk, Mosfrk, Nfrk (krā:tš) gilt (M. hon ich, awwer kai K. Birkf). RA.: He het M. wie e (jongk) Peərd Rip, Berg, SNfrk, — füər zwei, — füər zehn Mann Rip, — für en ganz Dorf Daun-Katzwinkel. Der hät M. wie en Peərd on Kraft wie en Fluh iron. gemeint Altk-Wissen, — Kraft wie en P. on M. wie en Fl. Waldbr-Eckenhg, — M. as en P. on Mag as en Keckworsch (Frosch), — as en Flieg Mörs. He hat ne huhe Senn, un he hat ne grosse M., un he hat en grosse Täsch un düvelswinnig drin MülhRh. Häs de och M. onger dem Hot? Dür-Girbelsr. De hät kenne M., he driss (scheisst) de Geərsch (Gerste) ganz Bergh-Heppend. We M. hät, sprengt üəver enne Peərdsküətel, wenn he noch dämpt Erk-Lenthold. Der Alden Rot, der Jongen Dot (Tat), der Männer M. wor allzeit gout Bernk-Veldenz. — 6. zornige Erregung, nur in der Wend. nach dem Nhd.: An enem senge (de) M. köhle seinen Zorn an jmd. auslassen; (sich) senge (de) M. k. sich austoben Rip, Berg, Eup, MGladb, Mörs-Neuk; sei Mitche kihle Rhfrk in Saarbr, Birkf, Simm. — S. auch die Zs. Arm-, De-, Heb- (Emsigkeit), Hinder- (Hindernis), Kotz- (Brechreiz), Leid- (Niedergeschlagenheit), Üvver-, Widder-, Willm. (Übermut.)
Lautwandel-Kette
Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart
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modern
DialektMut III
Rheinisches Wb.
Mut III das Wort ist allg., nach der Entwicklung des -uo- mūt, –ōu-, –ū:-, –ō:-, –o·u.-, –ō-, –ū·ə.-, –ǫ·u. [Berg ö. Ürd…
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Kompositum 4
Wortbildung
Komposita & Ableitungen mit mutiii
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