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mistbella

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EWA
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Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)

mistbella

mistaAWB f. ōn-St., Gl. 3,258,34 (12. oder
13. Jh.): ‚Misthaufen; sterquilinium‘ (mhd. mis-
te sw.f. ‚Misthaufen, -grube, -platz‘, frühnhd.
miste f. ‚Misthaufen, Kehrichthaufen, Müll-
halde‘, nhd. mdartl. schweiz. misten f. übertr.
‚liederliche, unsaubere Frau‘ [Schweiz. Id. 4,
450
], bad. miste f. ‚Misthaufen, Mistrinne im
Stall, Platz für Abfälle‘, übertr. ‚alles, was
unordentlich durcheinander liegt, faule Per-
son [v. a. Mädchen]‘ [Ochs, Bad. Wb. 3, 683],
schwäb. miste f. ‚Dunglege‘, übertr. ‚Unord-
nung, Durcheinander, faule, unreinliche Frau‘
[Fischer, Schwäb. Wb. 4, 1694 f.; 6, 2 Nachtr.
2579], rhein. miste f. ‚Misthaufen, Düngergru-
be‘, übertr. ‚träge Person‘ [Müller, Rhein. Wb.
5, 1180
], pfälz. miste f. ‚Düngerstätte, mist-
haufen‘ [Christmann, Pfälz. Wb. 4, 1347], süd-
hess. miste f. ‚Düngerstätte, Misthaufen‘ [Mau-
rer-Mulch, Südhess. Wb. 4, 685 f.], hess.-nas-
sau. miste f. ‚Dungstätte‘ [Berthold, Hessen-
nassau. Volkswb. 2, 340], thür. miste f. ‚der von
den Gebäuden des Bauernhofes umschlossene
Hofraum, Miststätte‘ [Spangenberg, Thür. Wb.
4, 657], ndsächs. miste m./f./n. ‚großer Mist-
haufen auf dem Hof‘ [Jungandreas, Ndsächs.
Wb. 8, 727 f.], lüneb. miss’n f. ‚Misthaufen, der
auf der Düngerstätte liegende Dung‘ [Kück,
Lüneb. Wb. 2, 389 f.]; mndd. mische, miste f.
‚Misthaufen, Düngerablage‘; mndl. meste f.
‚Misthaufen‘). Denominale Bildung. S. mist. –
mistbellaAWB f. ōn-St., seit dem 12. Jh. in Gl., vor-
wiegend im SH: ‚Hofhund‘, eigtl. ‚Hündin,
die auf dem Misthaufen bellt‘ (mhd., früh-
nhd. mistbelle sw.f. ‚dss.‘). Fem. Motionsbil-
dung zum m. an-St. mistbello* (s.d.). – mistbello*mist
bello*AWB
m. an-St., Gl. 3,446,35 (13. Jh.): ‚Hof-
hund; lyciscus‘ (mhd., frühnhd. mistbelle sw.m.
‚dss.‘, nhd. mdartl. schwäb. †mistbelle[r] m.
‚kleiner Hund, Kläffer‘ [Fischer, Schwäb. Wb.
4, 1693]; vgl. schweiz. mistbellerli n. übertr.
‚Murmeltier‘ [Schweiz. Id. 4, 1159], els. †mist-
bellerlin n. ‚kleines elendes Hündchen‘
[Martin-Lienhart, Wb. d. els. Mdaa. 2, 33]). Ab-
leitungskomp. aus einem Syntagma (ûf demo)
miste bellan (vgl. auch Palander 1899: 42). S.
mist, bellan¹. – misteshûfoAWB m. an-St., in Gl. ab
dem 12. Jh.: ‚Misthaufen; sterquilinium‘ (vgl.
mhd. misthûfe sw.m. ‚dss.‘, frühnhd. misthau-
fe m. ‚dss.‘, nhd. Misthaufen m. ‚dss.‘ mit -n
aus den obliquen Kasus; mndd. meshōp m.
‚Misthaufen, Mistablage‘; mndl. meshope m.
‚Misthaufen‘). Zusammenrückung mit einem
Gen.Sg. im VG. S. mist, hûfo. – mistfinko*AWB m.
an-St., nur in Gl. 3,55,18 (frühes 13. Jh., frk.-
obd.): ‚Buchfink oder Bergfink; carduelus
(Fringilla carduelis oder Fringilla montifrin-
gilla) (ält. nhd. mistfinke m. ‚Berg- oder Win-
terfink‘, übertr. ‚Mensch mit schmutziger Ge-
sinnung‘, auch Bez. für den ‚Löwenzahn‘ [Ta-
raxacum officinale Weber], da die Pflanze
durch Jauchedüngung besonders gut wächst
[vgl. Dt. Wb. 12, 2270; Marzell [1943–79]
2000: 4, 622 f.], nhd. Mistfink m. nur in übertr.
Bed. ‚unsauberer, schmutziger Mensch, gemei-
ner, niederträchtiger Mann‘). Das Benennungs-
motiv für den Vogel ist seine Nahrungssuche
aus Abfällen; vgl. Suolahti [1909] 2000: 111.
113. Determinativkomp. mit subst. VG und
HG. S. mist, finko. – mistgabalaAWB f. ō-St., seit
dem 9./10. Jh. in Gl.: ‚Mistgabel; bidens, tri-
dens‘ (mhd. mistgabel st.f. ‚dss.‘, frühnhd.
mistgabel f. ‚dss.‘, nhd. Mistgabel f. ‚Gerät mit
langem Stiel und drei oder vier Zinken zum
Auf- und Abladen von Mist‘). Determinativ-
komp. mit subst. VG und HG. S. mist, gabala.
mistgotAWB m. a-St., Gl. 2,591,44 (Hs. 1. Drittel
des 11. Jh.s, Zeit des Gl.eintrags unbekannt,
bair.): ‚Gott des Mistes; Sterculus [göttlicher
Erfinder des Düngens]‘. Mit Lauffer 1976: 158.
527. 530 handelt es sich um eine Lehnüber-
tragung. Lat. Sterculus m. ‚Düngergott‘ selbst
ist von stercus n. ‚Kot, Mist, Dünger‘ abgeleitet
(vgl. Georges 1913: 2, 2795 [s. v. Stercutus]).
Determinativkomp. mit subst. VG und HG. S.
mist, got. – misthouf*AWB m. a-St., Gl. 1,500,36
(13. Jh.): ‚Misthaufen; sterquilinium‘ (mndd.
meshōp m. ‚Misthaufen, Mistablage‘; vgl. mhd.
misthoufe sw.m. ‚dss.‘, frühnhd. misthaufe m.
‚dss.‘, nhd. Misthaufen m. ‚dss.‘; mndl. mes-
hope m. ‚Misthaufen‘). Determinativkomp. mit
subst. VG und HG. S. mist, houf. – Ahd. Wb.
6, 694 ff.
; Splett, Ahd. Wb. 1, 48. 234. 278.
314. 407. 629; Köbler, Wb. d. ahd. Spr. 790 f.;
Schützeichel⁷ 226; Starck-Wells 418. XLIV;
Schützeichel, Glossenwortschatz 6, 402 ff.
4547 Zeichen · 271 Sätze

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    mistbellasw. f.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    mistbella sw. f. , mhd., frühnhd. mistbelle, vgl. nhd. dial. schweiz. mistbellerli n. Schweiz. Id. 4,1159, bair. mispel …

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Cotta, M. (2026). „mistbella". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 11. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/mistbella/ewa
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Cotta, Marcel. „mistbella". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/mistbella/ewa. Abgerufen 11. May 2026.
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Cotta, Marcel. „mistbella". lautwandel.de. Zugegriffen 11. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/mistbella/ewa.
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  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„mistbella"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-11},
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