Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
miltekeit stf.
1. sanfte, freundliche gesinnung. mansuetudo fundgr. 1,383, b. diu keiserlîche werdekeit ûʒ miltekeit entspringet Pass. K. 66, 41. und wîste iʒ sîner betrubetin wertinne unde sprach ûʒ grôʒer mildekeit sînes herzin zu or Ludw. 57,24. barmherzigkeit. ach, miltekeit, diu alle swære ringet Gotfr. ML. 2,49. daʒ er iu von dem tôt behuot hât dur sîne miltekeit Bon. 13,29. dô im der ar kein miltekeit erzöugen wolt das. 16, 25. gedenk, wie der gewaltig sî, dem miltekeit niht wonet bî. gewalt erbermde haben sol das. 21,50. vgl. das. 71, 67. daʒ got eʒ tæte durch sîne unmæzigen miltekait und ir sêlen lôste zürch. jahrb. 46,32.
2. freigebigkeit. dapsilitas largitas mildickeit Diefenb. gl. 88. mit gote ist êre und miltekeit.. ein milter man ze gebene ist unvervêret leseb. 687,16. von sîner miltekeite solt, den ich hân dicke enpfangen troj. im leseb. 710,23. ouch pflac er grôʒer miltekeit, wand sîn herze was im breit geteilt an gotes armen, die er sich lieʒ erbarmen mit einer steten milden hant Pass. K. 202,21. man jach im güete unde miltekeit. den siechen sîn gâbe was bereit Ulr. 384.