Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
mezzisahs
Gl.: ‚Messer; cultellus, culter, cultrum‘ <〈Var.:
maz-, mez-, meze-, mezza-, mezze-; -rahs,
-ras, -rehs, -res; matzer, mezzer, mezzir, me-
ser>〉. Das Wort ist ein bereits westgerm.
Komp. aus den im Ahd. als maz ‚Essen, Spei-
se‘ (s. d.) und sahs ‚Messer, Kurzschwert‘
(s. d.) fortgesetzten Wörtern. Die urspr. Bed.
war also ‚Speise-Messer‘. Die Formen mit anl.
r- im HG, das in den späteren verkürzten
Formen den Auslaut des Worts bildet, beruht
auf dem Vernerschen Gesetz. Es hat hier über
die Morphemfuge hinweg gewirkt, während
Formen mit anl. s- des HG Restitution nach
dem Simplex sahs zeigen (Schaffner 2001: 58.
242 f.; Braune-Reiffenstein 2004: § 168, 3). Im
HG geht (im Gegensatz zum Simplex) -h-
vor -s- früh verloren (Schatz 1927: § 240 [S.
161]). – Mhd. mezzer st.n. ‚Messer‘, frühnhd.
messer n., daneben auch seltener die verkürz-
te Form mez (vielleicht durch Einfluss aus
dem Mndl. oder Fries.; s. u.), nhd. Messer n.
‚Schneidwerkzeug mit Griff und kurzer, (meist)
einschneidiger Klinge‘.