Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
mezzil
Hss., beide 11. Jh.); 3,186,20 (in 2 Hss., Anfang
des 13. Jh.s, bei 1 Hs. des 12. Jh.s Zeit des Gl.-
eintrags unbekannt), bei O: ‚Fleischer, Schlach-
ter, lanio; Händler, vendens (boves et oves et
columbas)‘ <〈Var.: -eze-; -z-; -zl-; merteler (ver-
schrieben)>〉. Das Wort ist aus dem Mlat. ent-
lehnt (s. u.). Die beiden Bed. ‚Metzger‘ und
‚(Fleisch-)Händler‘ des lat. Worts werden im
Ahd. fortgesetzt, später aber nur die Bed.
‚Metzger‘. Im Ahd. findet aufgrund der laut-
lichen Übereinstimmung eine Annäherung an
das letztlich ebenfalls aus dem Lat. entlehnte
Wort -mezzilari in steinmezzilari ‚Steinmetz‘
(s. d.) (zur Etym. s. mezzo²) statt. Dieses ent-
lehnte Wort sieht aus, als sei es eine Ablei-
tung auf -ari (s. d.) zu einem Iterativverb ahd.
*mezzilôn (belegt ist dessen Nebenform mez-
zalôn ‚dreschen‘ [s. d.]), das zu einem Verb
ahd. mezzôn (s. mezzôn²) gebildet wurde, das
eine denominale Ableitung zu mezzo ‚Stein-
metz‘ ist. Synchron ahd. dürften die genannten
Wörter samt ihren Ableitungen als zu einem
Etymon gehörig empfunden worden sein. –
Mhd. metz(e)ler st.m. ‚Metzger, Fleischer‘,
frühnhd. mezler m. ‚Metzger, Handwerker, der
Vieh schlachtet‘, ält. nhd. metzler m. ‚Metzger,
Fleischer‘. Nhd. dial. metz(e)ler ist noch be-
sonders im Rheinland, Hessen, der Pfalz und
dem Saarland verbreitet. Daneben kommt es als
FamN in verschiedenen Formen vor; so v. a. als
Metzler, wesentlich seltener als Metzeler, Mez-
ler, Mezeler oder Mätzler. Auch die Verteilung
der FamN zeigt noch die hauptsächliche Ver-
breitung in den o. g. Regionen.