Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
MEIE swm.
1. der mai. maius maye voc. o. 47,10. häufig von den dichtern gefeiert als monat des frühlings und der wonne, u. auch übertragen zur bezeichnung der höchsten freude gebraucht. seht an, waʒ dem meien wunders ist beschert Walth. 51, 14. der meie bringe uns al sîn wunder das. 46,16. in einem meien an dem morgen fruo das. 46,1. mir was die wîle als ich enmitten in dem meien wære das. 118,35. liljen unde rôsen bluomen, swâ die liuhten in meien touwen durh daʒ gras, und kleiner vogele sanc, daʒ ist gein solher wünnebernden fröide kranc das. 27,21. gên wir zuo des meien hôhgezîte das. 46,22. hie ist des meien hôhgezît MS. 2,28. a. frauend. 397,1. seht der schœne muoʒ mîn blüender meie sîn MS. 2, 209. a. si fröit als diu sumerzît gegen des werden meigen blüete ach waʒ der fröiden gît MS. 1,23. a. mîner freuden meien zît frauend. 505,6. dîn anblic sî ein meien zît Winsbekin 1, 8. man hœrt der turteltûben singen erklingen, wol ringen nâch süeʒes meien horden Frl. FL. 3,6. daʒ jâr ist geteilet an vir stucke. daʒ êrste ist der meige, der regit alle di alden wurzelen myst. 59,3. dô man sach meien dach blüete maneger hande MS. 2,226. a. hier ist meien dach nicht, wie Ziemann meint, laubdach im frühling, sondern: des maien decke, gewand.
2. birkenreis. dem (lockt das weib) mit ringlin, krenzen, meien Murner geuchm. 1519 g iiij. vgl. beitr. 1,193, IX.