MEIDEM stm. geschwächt (? s. u.) meiden. männliches pferd, hengst oder wallach. Gr. 3,325 vermuthet, es sei dies die urbedeutung des gth. máiþms (gr. δῶρον,
vgl. das vorhergehende MEDEME), ags. mâðum
, altn. meiðm
, alts. mêthom
, weil im hohen alterthume vorzugsweise pferde geschenkt wurden (vgl. Gr. 3,452. 511.). auch Benecke billigte diesen zusammenhang, hielt aber nicht die bedeutung gr. δῶρον
für die vermittelnde, sondern res pretiosa, opes, und diese ursprünglich = pferde-, vieh - geld. Frisch 1,655. b. vergleicht aus der L. Alam. equa mediana, bos medianus, also ein pferd von mittlerem werthe, was durch einige der anzuführenden beispiele bestätigt zu werden scheint. Ziemann endlich zieht herbei das goth. gamáiþs
gr. τεθραυσμένος,
nimmt also die bedeutung spado als die ursprüngliche, doch wohl mit unrecht. dem helde vil versunnen baltlich wart gewunnen ein meidem, den er ledic zôch, darûf er jagte unde flôch
Dietr. 2904. sînen meidem nam er an die hant, dâ mite streich er durch daʒ lant
das. 2908. die nâmen harte schiere die guoten maidem an ir hant
das. 3153. der vogt von Bern gebete vil manegen maidem unde marc
das. 5915. er hieʒ ouch ziehen snelle dar vil manegen maidem wolgestalt, er gap die rosse ungezalt
das. 6065. gîst du mir den meidem, Ruoprehte zeinem eidem bin ich immer verzigen
Helmbr. 325. (236
hiess das pferd ein hengest.) mir gæbe ein herre lîhter sînen meiden ûʒem stalle
MS. 2, 119. a. und wer in den rât gekoren wurt, der ein ros habe oder einen guoten meiden von zehen marken wert
strassb. stdtr. bei Scherz 1040; eine andere hs. setzt hinter meiden
noch hinzu oder einen löufer,
eine dritte oder einen hengest. das er ein ros oder einen meiden haben sol
ebenda. wer zwei tûsent pfunde wert het, der sol ein meiden haben umb 20 pfunt. er warf in âne stegereif ûf den starken meiden, den ritter wol bescheiden
Konr. troj. bl. 200. mayden oder ausgesniten pferd, spado, equus castratus
voc. 1482 (
vgl. Scherz 976.).
aus einem voc. 1429 führt Ziemann noch auf caballus, vilis equus; slahender meidem vel traber succussarius.
ferner citiert Z. Mon. Boica 9,128,
wo könig Ludwig um einen meidem
nur 13
bis 15
pfennige giebt, während ein ros
mit 32, 50
bis 60,
ein zeltenpfærit
mit 30
pfund bezahlt wird. vgl. Frisch 1,655. a. u. b., wo der meidem
seinem werthe nach mit 20
schillingen zwischen dem pfluocpfert (12
schilling)
u. dem ors (30
schilling)
aufgezählt wird. Stalder 2, 193 führt maiden
auf als zuchthengst. häufig erscheint das wort in den weisthümern. ein vogt sol ouch haben einen meiden stande in dem dinghove drie woche vor sungihten, und drie woche darnach, und ein knecht dobi
Gr. w. 1,709. der furt sol als wit sin, daʒ einer ein wisbom für sich uf einen meiden nemen sol der 24 lang si
Gr. w. 1,303. vgl. 2,519. 3,644.