Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Mannequin n.
Mannequin n.
Mannequin n. ‘Vorführerin von Damenkleidung’. Mfrz. mannequin ‘Männchen, bildliche Menschendarstellung, Figürchen’ ist eine Entlehnung von gleichbed. mnl. mannekīn, dem Deminutivum von mnl. man ‘Mann’ (vgl. vereinzeltes spätmhd. maniggein bei Wittenwiler, Anfang 15. Jh., mit satirischem Bezug auf die Vorliebe der höfischen Epik für Flämisches). Um 1700 erscheint das frz. Substantiv (wie das ebenfalls dem Nl. entstammende engl. manikin bereits 1570) in der Bedeutung ‘den bildenden Künstlern als Modell dienende, besonders für Gewandstudien verwendete Gliederpuppe’. Es wird so (als Maskulinum) im 18. Jh. ins Dt. übernommen und bleibt hier bis ins 1. Drittel des 20. Jhs. lebendig, daneben auch (seit dem 19. Jh.) in dem gleichermaßen dem Frz. folgenden übertragenen Gebrauch ‘willen- und charakterloser, leicht lenkbarer Mensch’. Im 19. Jh. entwickelt frz. mannequin die Bedeutungen ‘Schneiderpuppe, Schaufensterpuppe, männlicher Modevorführer’ und schließlich (Ende 19. Jh.) ‘weibliche Modevorführerin’; letztere gelangt um 1900 ins Dt. Neutrales Genus setzt sich erst nach der Mitte des 20. Jhs. durch.