lüttek Adj. [allg. nördl. OWestf, verbr. Kr. SteinfurtStf Kr. TecklenburgTek Kr. CoesfeldKos Kr. MünsterMün Kr. WarendorfWdf Kr. HöxterHöx Wbg, sonst verstr.] 1.
Adj. klein. — 1.1. in Ausdehnung oder Umfang unter dem Durchschnitt oder einem Vergleichswert bleibend. Oine lüttke Kartuffel (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@BechterdissenBe). ’n lütket Hǖsken (Kr. MindenMin Kr. Minden@HartumHm). Lütke (enge) Stroten (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@AsendorfAd). Dat Siewet es lütch (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). Lütt, owwer lecker (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Et is lütt uutfollen (WmWb). — 1.2. (bes. von Kindern, Tieren) sehr jung (und noch klein von Gestalt); jünger. De lüttken Schoilers (Kr. LemgoLem Sw). Use lütke Junge (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). Dat lüttke Luit (Kr. HalleHal Kr. Halle@BorgholzhausenBo). ’n lütket Piärd (Kr. HöxterHöx Kr. Höxter@HöxterHx). Ne lütke Goos (Kr. MindenMin Kr. Minden@BuchholzBh). Döt lütche Fiekel (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@BrokhausenBh). As wöi noch lütsch würen, ... (Kr. MindenMin Kr. Minden@VennebeckVe). — Ra.: Von lütk up von Jugend an (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — Sprichw.: Lüttk un kregel es bäter os en groten Flegel (Kr. MindenMin Kr. Minden@HahlenHa). Lütt un gau es beäter at graut un flau (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). — 1.3. verhältnismäßig wenig Zeit beanspruchend, von verhältnismäßig kurzer Dauer. ’n lütken Moment (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@ObernbeckOb). Lütken Ougenblick (Kr. LübbeckeLüb Kr. Lübbecke@VarlVa). — 1.4. von geringerem Ausmaß, Grad; nicht ganz so erheblich. Dat Lecht brennt seo lüddek (trübe) (Kr. LemgoLem Kr. Lemgo@MeierbergMb). Lüttek ānetuägen in dünnen, luftigen Kleidern (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). — 1.5. unbedeutend, bescheiden, einfach. Lütke Luie (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). — Ra.: Lütk anfangen von der untersten Stufe, ohne Vermögen beginnen (Lippe WWB-Source:82:FrommannFrommann). Von lütken hiar geringen Standes, aus armen Verhältnissen (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh). — 1.6. von geringer Qualität, schlecht verarbeitet [KSauerl Alt]. Ene lüttige Wāre (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). En lüttig Wiark (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@KierspeKi). Dät is lüttich ’emacht (Kr. BrilonBri Kr. Brilon@AssinghausenAh). — 1.7. lüttich leicht, handlich (Kr. ArnsbergArn Kr. Arnsberg@MüschedeMü). — 1.8. lüttig zerbrechlich, zart (Kr. Altena u. die krfr. Stadt LüdenscheidAlt Kr. Altena u. die krfr. Stadt Lüdenscheid@KierspeKi). — 1.9. IdW.: Bui lütken nach und nach, in kleinen Schritten (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@IstrupIs). Säo bui lüttken kroi’ we dat wall henn (Kr. HerfordHfd Kr. Herford@GohfeldGo). Wer man bii lütken faken watt doit, do kann ’ern gräoten Schatz van wern (Kr. DetmoldDet Kr. Detmold@HeidenoldendorfHd). — 2. Pron.Indef. [Münsterl Ravensbg Mark Ennepe-Ruhr-KreisEnr die krfr. Stadt HagenHag Isl]. — 2.1. wenig. Lück Tied (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt). Lück Geld (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@WettringenWt). — Paarformel: Lüttk un faken wenig und oft (Kr. HalleHal Kr. Halle@BrockhagenBh || mehrf.). — 2.2. etwas, ein wenig, ein bisschen. Gïe mi ’n lück met! (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Doh mi ’n lück Water! (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@RheineRh). ’n lück klamm (Kr. BeckumBek Kr. Beckum@VorhelmVh). En lück seite (süß) (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@AplerbeckAp). ’n lück bäter (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@StadtlohnSt). En lück te wān (die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. LünenDor die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen@WellinghofenWl). Et dǖrt lück lange (Kr. AhausAhs Kr. Ahaus@WessumWe). Sett di ’n lück! (Kr. WarendorfWdf Kr. Warendorf@OstbevernOb). He hät sik ’n lük upt Aor legt (Kr. SteinfurtStf Kr. Steinfurt@NordwaldeNw). Et glemmt blos no ’n lük (Kr. SteinfurtStf Nw). ⟨Bed. 1: lütt(e)k [nördl. OWestf Kr. SteinfurtStf Kr. TecklenburgTek Kr. CoesfeldKos Kr. MünsterMün Kr. WarendorfWdf Kr. HöxterHöx Wbg, sonst verstr.], lütch, lütj bzw. lütsch [verstr. Kr. LübbeckeLüb Kr. MindenMin Kr. HerfordHfd Kr. DetmoldDet Wie], lüttig Bed. 1.1 — 1.5 [Lippe], lüttig Bed. 1.6 — 1.8 [KSauerl Alt]; lüt [Kr. BürenBür KSauerl Alt, sonst verstr.]. — Bed. 2: lütk [Ravensbg], lük [Münsterl Mark Ennepe-Ruhr-KreisEnr die krfr. Stadt HagenHag Isl]. — Zur Umschreibung des Dimin.: [Kr. LübbeckeLüb Kr. MindenMin Kr. HerfordHfd Lem, verstr. Kr. BielefeldBie Det]. — Markierungen: bezogen auf Personen im Wachstum (Kr. BürenBür Kr. Büren@EickhoffEi); selten, weniger gebräuchlich [Kr. TecklenburgTek Kr. MünsterMün Wbg], nur in Bezug auf Höfe und Grundstücke [Kr. WarendorfWdf Of], in Eigennamen [Kr. WiedenbrückWie Wb], heute meist→
kleine [Kr. SteinfurtStf Sos]; lük: veraltet [Kr. TecklenburgTek Kr. WarendorfWdf Isl], selten [Isl]⟩ ¶ WWB-Source:238:RhWbRhWb 5,656: lüttig II; WWB-Source:207:NdsWbNdsWb 8,398: lütt sowie 8,402: lüttig, lüttk, lück, lüttj; HnVwb 2,199: lüttich.