lüttik -ek (lutich, luctic), lüttinc (luting, lucking, luctinch), lütsing (Tew. Hocht.), lütlĩk, lüttel,
*lüttüteck (Schlue Isaac
V. 682), klein, gering, wenig, I.
adj. (flekt. lüttik-, lüttek-, lütk-), 1. attrib.: klein von Person oder Gestalt, ên l. dêrt, (auch als fester Beiname:) de l.e hêr
N., klein an Umfang oder Ausdehnung, dat l.e hûs, êne l.e stat, l.e ôgen (usw.); — gering an Bedeutung, ên l. kȫningeken (
s. d.), gering an Wert, l. gôt geringer Besitz, gering an Zahl, ên l.e hôp eine kleine Schar; prä
d. (unflekt.): klein, kurz gewachsen, Dâvid was l., eng, de kerke is tô l., wenig, it is tô l. — 2. (in festen Verbindungen:) de l.e knecht Kleinknecht, Zweitgeselle, l.e māget, dêrne Kleinmädchen (
s. noch *lüttikmāget), de l.e sünte Jâcob der Apostel Jakob der Jüngere, de l.e vinger „auricularis”; (geogr. Bez.:) l. Asien Kleinasien, l./klê(i)n Egipten Ägypten als Heimat der Zigeuner (Brschw. Beisp. Mack 27 und 75; wohl auf ‚regnum humile' Hes. 29, 14 zurückgehend), l.
N. (Ortsname zur Unterscheidung von gleichlautenden), de l.e wāgen Sternbild des Kleinen Bären; (rechtl.:) de l.en ampte die kleineren Zünfte (
s. Dortm. Stat. 241), de l.en stēde die Kleinstädte, Nebenstädte, l.e sāke Bagatellfälle, °dat l.e richte judicium minus, Bezeichnung für mehrere kleinere Gerichtsbezirke in Goslar (Frölich ZRG.G. 47, 455
f.); dat l.e ingesēgel das kleine, Impressum-Siegel; (Münzen:) geringwertig, nicht vollwichtig, l.e schillinge, penninge, (zur Unterscheidung von Gewicht, Zählung:) l. punkt, l. hundert = klê(i)n 1,
s. auch hundert 1; — (zur Unterscheidung im Festkalender:) l.e vast(el)âvent Donnerstag vor Estomihi (: grôte vastelâvent Sonntag Estomihi), l.e pâschendach Palmarum, unser l.en lêven vrouwen dach Mariae Geburt, 8. September (: Mariae Himmelfahrt, 15. August). — 3. Ggs. (Paarformel, nachgestellt, attrib.) l. unde grôt klein und groß, jung und alt, Kinder und Erwachsene, gering und wertvoll, alles zusammen, auch l.
[]edder/efte grôt. II.
subst. (unflekt.), 1. wenig, Weniges, l. gēven, ēten, (auch mit Artikel:) ên l. ein wenig, etwas. — 2. (mit sachlicher Best. durch ein Subst.:) l. c.G.p./r. wenig (an/von), l. minschen wenig Menschen, l. vründe, l. gôdes, lônes (usw.), mit l. lü̂des mit wenigen Leuten, kleinem Gefolge, (Subst. auch unflekt.:) l. gôt wenig, nichts Gutes, l. wishê(i)t, (oder durch van eingeleitet:) l. van manschop wenig Gefolge, l. van dem gelde wenig, nichts von dem Gelde; (mit Artikel:) ên l. c. G. r. etwas, wenig, eine Kleinigkeit, ên l. waters ein wenig Wasser; — (als Verb-Erg. in der Paarformel:) it sî l. edder vēle, auch c. G. p. ērer sî/wêre l. edder vēle. — 3. ên l. als adverb. Akk.: ein wenig, etwas, (modal:) ên l. rēden wenig reden, ên l. arbê(i)den etwas arbeiten, (temporal:) ên l. vorharren, swîgen eine kurze Zeit warten, schweigen, ên l. sê ji mî „über ein kleines werdet ihr mich sehen” (Mante Nd. Geb. 30 und 169, nach Joh. 16, 16; Var. u. ält. Bibeln: klê[i]ne tît), ên l. vȫr sînem dôde, ên l. hîr nâ paulo post; (zur näheren Best. eines
Adj. oder
Adv.:) ên l. mêr etwas mehr, ên l. kö̂ner ein wenig mutiger, ên l. tô grôt, tô vēle. III.
adv. (auch °lüttingen, lüttelen [SL], lütlĩke [Meckl. Jb. 16, 51]), wenig, geringfügig, kaum, l. rēden, arbê(i)den, it bātet l. edder nicht es nützt wenig oder gar nichts, nicht l. nicht wenig, sehr, tô l. zu wenig, l. genôch wenig genug, ziemlich wenig, l. bēter kaum besser.