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lifeigen

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

lifeigen

Bd. 4, Sp. 923
Wossidia lifeigen leibeigen: servus 'ein lyffegen knecht' Chytr. (1585) 138; in seinem 'Tractatus de servis seu hominibus propriis ...' (1590) begründet der Rostocker Professor J. F. Husanus die Lehre von der Leibeigenschaft der mecklenburgischen Bauern; diese war auf den Gütern des holsteinischen Adels schon am Ende des 16. Jahrh.s vollkommen ausgebildet und wurde 1614 gesetzlich bestätigt; auch in Pommern war die gesetzliche Anerkennung 1616 erzielt. In Mecklenburg behauptete ein Attestat der Landräte und Landmarschälle von 1633, die Bauern seien 'von undenklichen Jahren her in diesen Landen ... von ihren Obrigkeiten für leibeigene Leute gehalten' worden Bär. Ges. 3, 107; aber gesetzlich anerkannt wurde die Leibeigenschaft erst durch die Gesinde- und Bauernordnung von 1645, in der das Verbot der eigenmächtigen Heirat der Bauern damit begründet wurde, daß diese 'ihrer Herrschafft ... mit Knecht- und Leibeigenschafft sampt ihren Weib und Kindern verwandt und daher ihrer Personen selbst nicht mächtig seien'; hierzu s. Mayb. Gutsherrsch. 190 f.; im 18. Jahrh. verschärfte sich die Lage der leibeigenen Bauern; noch Ende dieses Jahrh.s stand den Kindern von Leibeigenen die Berufswahl nicht frei Mag. 171. Strafen, die gegen Leibeigene angewandt wurden, waren vornehmlich der Ganten (Bd. 3, 36) und die Prügelstrafe mit der Peitsche (s. Pietsch) Mag. 199 f. In seiner Idylle 'Die Leibeigenen' fordert J. H. Voss die Freilassung der Bauern; gesetzlich aufgehoben wurde die Leibeigenschaft erst im Jahre 1821, ohne daß jedoch dadurch wirtschaftliche Freiheit und Selbständigkeit geboten wurden. Die mod. Mda. kennt die alte Bedeutung des Wortes nicht mehr, vgl.: (das Gut) Prillwitz is sin leibeegen (des Großherzogs) eigener Besitz (1909) Sta.
1749 Zeichen · 37 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    lîfêⁱgenm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    ° lîfêⁱgen , m. , Leibeigener, Höriger, Sklave (nicht vor Luther belegt, erst z. T. Bugenhagen-Bibel [Jer. 2, 14]; Urban…

  2. modern
    Dialekt
    lifeigen

    Mecklenburgisches Wb.

    lifeigen leibeigen: servus 'ein lyffegen knecht' Chytr. (1585) 138; in seinem 'Tractatus de servis seu hominibus proprii…

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Wortbildung

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1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von lifeigen 2 Komponenten

lif+eigen

lifeigen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

lifeigen‑ als Erstglied (1 von 1)

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APA
Cotta, M. (2026). „lifeigen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/lifeigen/meckwb
MLA
Cotta, Marcel. „lifeigen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/lifeigen/meckwb. Abgerufen 19. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „lifeigen". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/lifeigen/meckwb.
BibTeX
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