Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Lederer
Lederer
Leder n. ‘gegerbte Tierhaut’, ahd. ledar (um 1000; vgl. halsledar, 9. Jh.), mhd. leder, asächs. leðar, mnd. ledder, mnl. leder, nl. leder, leer, aengl. -leþer, engl. leather, anord. leðr, schwed. läder (germ. *leþra-) finden Entsprechungen in den kelt. Formen air. lethar, kymr. lledr, wobei unklar bleibt, ob das germ. Wort aus dem Kelt. entlehnt oder mit diesem verwandt ist. Da weitere Anknüpfungsversuche ungewiß sind, erwägt Nl. 387 Herkunft aus einer vorie. Substratsprache. Das Substantiv bezeichnet seit dem Mhd. auch unterschiedliche aus Leder gefertigte Gegenstände, u. a. die ‘Schwertscheide’ (hierzu vom Leder ziehen ‘jmdn. hart angreifen, sich hart äußern’), das ‘Sitzleder’ des Bergmanns (auch Arsch-, Bergleder) und seit 1. Hälfte 20. Jh. den ‘Fußball’. – Lederer m. ‘Gerber’, ahd. ledarāri, ledareri (Hs. 12. Jh.), mhd. lederære, lederer; im 17./18. Jh. durch Gerber verdrängt, doch noch mundartlich. ledern Adj. ‘aus Leder, zäh, langweilig’, ahd. lidirīn (9. Jh.), mhd. liderīn, lederīn, lidern, asächs. liðarīn, aengl. liþeren, leþeren, engl. leathern. Das auf Vokalharmonie zurückzuführende i der Stammsilbe in den älteren Sprachstufen hält sich literatursprachlich (besonders im Obd.) bis ins 17. Jh., wird jedoch von dem vom Md. ausgehenden ledern (ähnlich wie gülden durch golden) verdrängt.