Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
lantvolc stN.
2 ländliche im Ggs. zur städtischen Bevölkerung
1 ‘Einwohnerschaft, Bewohner eines Landes bzw. Herrschaftsgebiets’ diu lant ensint niht gelîch, / des sint die liute ouch misselîch, / ein lantvolc hât guot geverte, / dâwider ist daz ander herte LvRegFr 1770; des wart der künic betrüebet; / daz lantfolc sorge üebet, / dô der hêrre schiet von dan ErnstD 5026; ein ieglich lant hât sînen site / der sînem lantvolke volget mite Renner 22260; die brüeder von dem tiutschen hûse [des Deutschen Ordens] / zuo dem lantvolke swuoren Ottok 9388; hin enôsten roubten sî ouch / Chelmon, heizet ein lantvolch JJud 313. – z.T. rechtl. bezogen auf ding- und wehrpflichtige Personen: ich wil is bereden mit al deme rechte, daz mir daz lantvolc irteilet oder die schephenen, ob iz vnder kuningis banne ist UrkCorp (WMU) 51,22; hie mite sô was ouch der tac komen, / der dâ zem kampfe was genomen, / und was vil michel hêrschaft, / des lantvolkes michel craft / vor dem künege in dem sal Tr 10806. 7378 2 ländliche im Ggs. zur städtischen Bevölkerung: dô hiez man daz lantvolc und die stete kumen Loheng 1282; alle muste erbarmen / des fursten clagelicher tot. / auch waren zu der selben not / des lantfolkes michel schar / von den dorfen komen dar / di alle jamer sahen / da si begunden nahen Elis 5957; allez daz lantvolc / in die ain stat vor in flôh Kchr 859
MWB 3,3 891,55; Bearbeiter: Diehl