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Lästerzunge

nhd. bis sprichw. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
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5 in 5 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

Lästerzunge

Lästerzunge

2Laster n. ‘schändliche Gewohnheit’, ahd. lastar (8. Jh.), mhd. mnd. laster ‘Kränkung, Schmähung, Tadel, Sünde’, asächs. lastar ‘Tadel, Schuld, Spott’, afries. mnl. nl. laster ‘Verleumdung, Lästerung’ sind Ableitungen von einem im Nhd. untergegangenen starken Verb ahd. (9. Jh.), asächs. lahan, aengl. lēan ‘tadeln, verbieten’, das auf eine allerdings nur im Germ. und Kelt. nachzuweisende und nur o-stufig belegte Wurzel ie. *lok- ‘tadeln, schmähen’ führt. Als Grundform ist (mit Ausfall des h vor st) germ. *lahstra- anzusetzen (-stra- steht für älteres -tra-, auf das aengl. leahtor ‘Sünde, Vergehen’ und mnl. lachter ‘Schande, Hohn’ hinweisen). Eng verwandt ist anord. lǫstr (germ. *lahstu-) ‘Schaden, Fehler, Laster’. Außergerm. stellt sich hierzu nur air. locht (aus *loktu-) ‘Schuld, Fehler’. Die Ausgangsbedeutung ‘Schmähung, Lästerung’ hält sich bis ins 16. Jh., seitdem dringt ‘gewohnheitsmäßige Sünde, verwerfliches Verhalten’ als dominierende Verwendung durch; gelegentlich übertragen auf lasterhafte Personen oder scherzhaft auf große Menschen (ein langes Laster). – lasterhaft Adj. ‘dem Laster ergeben, sittlich verdorben’ (16. Jh.). lästerlich Adj. ‘schmähend, lästernd’, ahd. lastarlīh ‘tadelnswert’ (9. Jh.), mhd. lasterlich, lesterlich ‘beschimpfend, schimpflich’. lästern Vb. ‘schmähen, beschimpfen’, ahd. last(a)rōn ‘schmähen, tadeln’ (8. Jh.), mhd. lastern, lestern ‘die Ehre nehmen, beschimpfen’, Ableitungen vom Substantiv in seiner alten Bedeutung ‘Kränkung, Schmähung’, daher heute nicht mehr als diesem zugehörig empfunden. Zum Verb gebildet sind Lästerung f. ‘Schmähung’, ahd. lasterunga (9. Jh.), mhd. lesterunge. Lästermaul n., Lästerzunge f. (beide 16. Jh.).
1688 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    LästerzungeDie

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    Die Lästerzunge , Mz. — n , eine lästernde Zunge, die Lästerworte spricht. Und die Verbrecherinn zeigte die Lästerzunge …

  2. modern
    Dialekt
    Lästerzungef.

    Pfälzisches Wb.

    Läster-zunge f. : = Lästermaul, Läschdeʳzung [ GH-Schwegh ].

  3. Sprichwörter
    Lästerzunge

    Wander (Sprichwörter)

    Lästerzunge 1. Die Lästerzunge ist ein Schwert, das mit Einem Streiche drei zugleich tödtet, sich selbst, den Beleidigte…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit laesterzunge

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Zerlegung von laesterzunge 2 Komponenten

laster+zunge

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APA
Cotta, M. (2026). „laesterzunge". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 16. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/laesterzunge/pfeifer_etym
MLA
Cotta, Marcel. „laesterzunge". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/laesterzunge/pfeifer_etym. Abgerufen 16. May 2026.
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Cotta, Marcel. „laesterzunge". lautwandel.de. Zugegriffen 16. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/laesterzunge/pfeifer_etym.
BibTeX
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