Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Küchenschelle f.
Küchenschelle f.
Küchenschelle f., Kuhschelle f. Frühlingsblume, Pulsatilla. Kuchenschel (16. Jh.), Küchenschälle (18. Jh.), Kuschellen, Küheschelle (16. Jh.) sind Zusammensetzungen mit dem Grundwort 1Schelle ‘Glöckchen’ (s. d.) im Hinblick auf die glockenförmige Blütenform. Unklar ist hingegen die Herkunft des ersten Kompositionsgliedes. Die Anklänge an Kuh (diminutiv Kühchen) oder Küche sind sekundär (die Pflanze ist giftig und findet in der Küche keine Verwendung) und beruhen auf volksetymologischer Umdeutung. ¹DWB 5, 2509 und 1, 293 ff. vermuten im ersten Bestandteil des Namens bair. öst. Gucke, Kucke ‘hohle, halbe Eierschale’, z. B. in öst. Oarst-, Zarschtgukn (d. h. Erst-, Zuerst- als Frühblüher), entstellt zu Arschkucke, -gucke (18. Jh.) für ‘Küchenschelle’; vgl. entsprechendes frz. coquelourde, zu frz. coque ‘Eierschale’. Damit würden sich beide Bestandteile des Kompositums auf die Blütenform beziehen.