Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kraneche swM.
1.1 allg.
1.2 als Beute bei der Beizjagd
1.3 in Bildern und Vergleichen.
1.4 ‘Fleisch vom Kranich’
2 ‘Storch’
1 ‘Kranich’ 1.1 allg.: grus: kranich SummHeinr 1:161,678. 2:65,228. 2:318,131; VocOpt 44.126; krench GlZfdW 5,20; die [Zwerge] uethent wider die creneche Lucid 21,15; RvEWchr 1508; BdN 491,1; von dem kranichen ebd. 190,20; ein pfâwe gienc als noch pfâwen tuont / in ein garten dâ ein kranich stuont Bîspel (Pf) 24,2. 24,14; des phawen ofte hat überstigen / des kraneches vluc Frl 5:23,18; FabelCorp 11,13. 11,53; PrBerth 2:120,7. – als Schimpfwort: ez muz den lerer betragen, / wenne der junge [...] hat so gewischen mut. / er kranch, er storch, er elbiz, / er eul, er gouch, er gibiz, / [...]! / sol ich in zihen bi sinem schopf? Jüngl 257 1.2 als Beute bei der Beizjagd: ir vederspil dâ jagete / den kranch Parz 400,3; der selbe mûzære / ervlüge den kranech wol, würf ich in dar Wh 273,13; Loheng 362; Bit 6983; swer einen habec stilt oder in slehet der den kranc væhet SchwSp (W) 279,1 (vgl. den krenech SchwSp 147a ); Er 2046; Bîspel (Pf) 14,54 1.3 in Bildern und Vergleichen. – bezogen auf den Kopf und Hals des Kranichs: die wâren an ir lîben, / [...] schœne unde wol gestalt / an füezen und an henden / [...] wan hals und houbet was gelîch / als den kranichen getân ErnstB 2859. 3017. 3056; er [der ideale Mann] müeste strûzes ougen haben / unt eines cranches hals RvZw 99,5. 100,3. 137,7; vor war ir [der idealen Frau] weren struzes ougen gut; / eines sitiches munde ir munt glich, [...] und eines kranches halz, czwei hazen oren, turteltuben mut ebd. 302a,6. 302b,3; Brun A 6,8; mit cranches hals kan er wol swîgen / unt mit strûzes ougen sehen RvZw 185,9. – bezogen auf den Fuß des Kranichs: diss bild [Frau Welt] [...] stat uff ains kranches fuͦss / und waisszt nit wenn es vallen muͦss, / so der tod kunt und es erwischt / und der welte hoffart lischt KvHelmsd 4643. – bezogen auf die Gangart des Kranichs: dikke trat er ouch wider, / [...] alles nâch mit kranches schriten, / swen er iht dâ vernam RvMunre 336; dô [...] im der lîp erstarp, / dô fuort er mînen krenechen trit in die erde. / dô gienc ich slîchent als ein pfâwe, swar ich gie, / daz houbet hanht ich nider unz ûf mîniu knie Walth 19,31; hôchvart diu hât kraneches schrite / und vil wandelbære site Freid 30,13. – bezogen auf den Flug des Kranichs: Boppe gâhet enent her / sam er habe ein wilt ersehen. / sô kumt einer, heizet Ber, / schehende umbe und wil ouch spehen / ob der bal im werden müge. / unzîtiger kranches flüge / mac man wunder schouwen dâ Neidh (HW) 42,2; die vogel fliegent scharot sam die kränch BdN 185,9. swer reht wil leben, der sol niht kriegen, / der merke wie die krenche fliegen / und wie rehte geselliclîche / si nahtes ir warte besetzen gelîche Renner 19602. – bezogen auf das Geschrei der Kraniche: ein wunderlîche stimme, / starc unde grimme, / vor der bürge an dem gevilde, / ob ez kraniche wilde / bevangen hæten über al, / alsô ungefüegen schal / alse ie man vernam ErnstB 2822; sie hôrte wîp unde man / schrîen nâch der kraniche site ebd. 3155. 3372; die alten zuo den jungen, / die wuoften alsô sêre, / [...] als ob kraneche waeren komen / schrîende in daz rîche KlageB 2170 1.4 ‘Fleisch vom Kranich’ crenche vnde pawen sin herte vnde deuwent sich nicht SalArz 17,46; uf ir tishe nieman sach / den kranich noch den trappen Rennew 16251; man siht ouch nu di kuchen din / vil gar wiltbretes eine [ohne] sin, / beide des kranches vnd des swan / siht man sie vurder ane stan VisioPhil 80 2 ‘Storch’ czu irem konig / machtin si [Frösche] einen krenich Dalimil (B) 56,73
MWB 3,2 546,7; Bearbeiter: Tao