knüffeln ,
ein volkswort mit verschiednen bedeutungen, die verschiedene heimat und verschiednen ursprung haben. 11)
krippeln, zerkrippeln, verrunzeln M. Kramer 1719 2, 125
a. 1, 153
a, knüffeln
knüllen in der ausg. von 1787,
nl. knoffelen, knuffelen; zerknüffeln,
zerknitschen, in falten zerdrücken braucht das brem. wb. 2, 831
in hd. erklärung, auch bei Rädlein 1088
a.
westf. besteht dazu ein subst. knuffel
falte, knitter (Kuhns
zeitschr. 2, 90),
es musz also im westl. nd. heimisch sein, wie nl. Aber merkwürdig auch bei Schmeller 137
b aus den sette comuni 'vorknüffeln,
compugnere, zerknirschen'. Kramer
gibt an erster stelle auch kniffeln,
wol angelehnt an das oberd. kniffen,
s. d. und kniffeln.
Kann diesz knüffeln
zu kneipen
gehören, das in der bedeutung so nahe liegt? vergl. wegen des vocals schwed. nypa
sp. 1406
unten. 22)
als dem. zu knuffen (
s. d.)
bei Campe,
auch Ludwig 1045 einen knüffeln, ihm knüffelbirne spendiren,
bei Kramer 1719 1, 153
a z. b. sein weib abknüffeln, zerknüffeln,
nl. zijn wijf knoffelen, knuffelen;
nd. ditm., märk. knüffeln,
osnabr., brem. knuffeln
durchprügeln, wund schlagen brem. wb. 2, 743,
nrh. knuffeln
und knöffeln,
dazu knuffel
f. faust Aachener mundart 118;
aber auch oberd., z. b. kärnt. knüffeln Lexer 163.
tirol. kniffeln
schlagen Fromm. 6, 298
mag vielmehr zu kniffen
gehören, eigen auch ablautend knafflen Schöpf 327.
schwed. dial. knyffla
und knybbla
prügeln (
engl. knubble)
ist vielmehr von knyffel, knybbel
m. knüppel Rietz 339
a,
s.knubbe 5. 33)
wieder anders in der Altmark knüffeln,
von mühsamer, kleiner, nachdenken erfordernder arbeit; dazu adj. knüfflich Danneil 110
b.
diesz adj. aber lebt auch im östl. mitteldeutsch, in der bed. knaupelig, sächs., lausitz., meist mit i
gesprochen: dazu gehören frauenzimmerhände, das ist für uns zu knifflich (
sagt ein stiefelputzer). Benedix
hochzeitsreise 1, 2 (
haustheater 184),
vom einpacken von frauenputz. in Thüringen von gewissen speisen, z. b. gebratenen tauben, 'was kniffliches'.
bildlich: eine kniffliche geheimlehre der juden. Jahn
merke zum d. volksthum 239; knifflichkeitslehre
für casuistik 106.
Wenn diesz knüffeln
mit seinem ff
hd. wäre, stimmte dazu schwed. dial. knuplä
fingern, stochern an etwas, langsam und mühsam arbeiten Rietz 339
a,
wie knpa 340
b.
aber knüfflich
heiszt md. auch knupplich (
osterl. Bech),
und auch das md. und oberd. knaupeln
kommt in frage. s. auch knüppeln 3, knäufeln, kniffelei.