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Klucht

mnd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
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9 in 6 Wb.
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Eintrag · Rheinisches Wb.

Klucht

Bd. 4, Sp. 781
Klucht Pl. -tə(n), je nach Geb. mit verschiedener Bed. f.: 1. Gespaltenes. a. -oxt Kluft, klaffender Spalt Klev, Emmerich; -ōx Selfk, Köln-Stdt; -ōət MGladb; meist beschränkt auf die Bed. Gruft, Krypta, unterirdischer Betraum -out MGladb; -ōx Köln-Stdt (Giriunskl.); -ūət Schleid-Holzh; -ūəχ Rheinb-MüEif, Eusk-Billig (in dem letzteren Geb. ist die unter dem Chor der Stiftskirche zu MüEif gelegene Krypta gemeint). — b. -ōx Schere, in der die Zunge am Waagenbalken der Schnellwaage sich bewegt; in de Kl. wiege genau w.; de Wog steht in de Kl. im Gleichgewicht Geld, Mörs, Heinsb-Erpen. — c. -out gespaltener Stock mit eingeklemmten, Früchte tragenden Zweigen, z. B. Wolbertenkl. Waldbeerenkl. Barm, Elbf. — d. 50—60 cm lange Feuerzange, mit der man früher den glühenden Bolzen für das Bügeleisen aus dem Feuer u. ins Bügeleisen holte oder glühende Holzkohlen zum Pfeifenanzünden oder mit der man widerliche Gegenstände fasste; sie hing noch früher am horizontalen Teile des Feuerbockes, der Brandrichte Verbr. ist dies mit der Einrichtung veraltende Wort n. einer L. Prüm-Steffeln, Daun-Kirchw OEhe, Aden-Weibern Quiddelb, Ahrw-NZissen, Neuw-Rheinbr Dattenbg Borschd Altwied, Altk-Horhsn Weyerbusch, Waldbr-Dattenf Sotterb Wildbg bis rrhn. Düss-Rating Stockf Unterb Erkr, Mettm-Haan Wülfr, Lennep-Wermelsk Remschd Stdt Lüttringhsn, lrhn. bis Neuss-Stdt, Kref-Lank, Grevbr-Wevelinghv Kapellen, WDür, Monsch-Kesternich; rrhn. gehört also das ganze Sieg-Geb. bis Dattenf, das OBerg, NBerg bis zur o. angegebenen L. dazu; lrhn. das Ahr-Geb., Schleid, Malm, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür, während Jül, Aach, Eup ausfallen (s. o. die Grenzlinie); südl. der lrhn. Süd-Grenze reichen einige versprengte Restpunkte bis May, Koch hinein, May-Kell Bell (-yχ(t)) (dies auch Aden-Weibern, Koch-Masbg), Koch-Laub Lutzerath Ulmen) (-ūĭχt), die mitten im Kluft-Geb. liegen, das May, Kobl, Koch, Goar, Zell, Bernk (Hunsr), Simm, Kreuzn, Meis, Birkf, Wend umfasst; w. davon Mosfrk, Saar Feierzang, Zang, wie auch Neuw, Altk, Siegld (u. Kloft); n. der N-Grenze Fürzang, Fürtang, Knipp-, Nipptang; die Formen von Kl. sind folgende: in den Teilen von Neuw, Altk -ūx(t), auch in Waldbr-Dattenf Sotterb; OBerg -oxt, –u-, –ǫ-; WWaldbr, Sieg, Bo, Köln, MülhRh -ōx [Sieg-Wahlschd Seelschd, MülhRh-Overath -xt; Waldbr-Wildbg -ūt]; NBerg -out [Wermelsk -tə; Sol-Burschd, Düss-Rating -ōt; Sol-Leichl -ūt; Sol-Immigr -ūət]; lrhn. an der Süd-Grenze -ūx Prüm-Steffeln, Daun-Kirchw (-xt) OEhe, Aden-Quiddelb, Schleid-Blankenh, Ahrw-Heimersh Sinzig Remag; -yχ(t), –ūĭχt in May, Koch (s. o.); in WSchleid, Malm, SMonsch (Kesternich) -ūət; sonst WAhrw, Schleid, Eusk, Rheinb, WBo -ūəχ, –ūĭχ; WKöln, Bergh, Dür -ūət [Köln-Stdt -ōx; Köln-Flittard -ōt] [auch Kref-Lank -ūət; Grevbr-Hochneuk -ūt; Grevbr-Kapellen Wevelinghv, Neuss-Stdt -out]. RA.: Dat sütt jo us, äs wa mer en Sau op en Kl. hängt wenn einer etwas Nichtpassendes zusammenstellt Gummb-Nümbrecht; he setzt dropen (hängt om Perd, Rad) wie en Kl. op er (alen) Sau er hängt tief gebückt, schief auf dem Pferd, Fahrrade Berg; de süht us, als wenn en Kl. üvver der Sau hängt wenn z. B. der Hut nicht sitzt uWupp; dat steht grad we en Kl. op er Sau Schleid; der lacht nit, un wenn en Sau up er Kl. kummt geriggen (geritten) Waldbr-Geilenkausen. Den (die, dat) soll mer met er Kl. net apacke so schmutzig, widerlich ist er (sie, es) Allg., — un wann mer noch Scheffmannshänschen (-handschuhe) anhätt Neuw-Asb; mer soll dat net met de Kl. en de Sot (Gosse) drage Dür. Rätsel: Et hängk jet an der Wangk (Wand), dat hät zwei Daldere (Taler) en de Hangk (Hand) Sieg, Allg. — 2. übertr. a. sachl. α. (zu Kl. 1 d) verächtl. -ūx altes, schlechtes, schartiges Messer Ahrw-Bodend Sinzig; -uxt Gummb. — β. -oxt, –ox, –ōx Anzahl, Gruppe, Schar (bes. bei Hühnern, Kindern), Burschen, die auf Streiche ausgehen, Sorte, ein Wurf Jungen (en Kl. Poggen) Klev, Mörs, Geld, Kemp-Kaldenk; -uxt Heinsb-Saeffelen; -o-, –ǫ- Heinsb-Karken Breberen; -ōt Aach-Walh, Eup-Stdt; -ūt Aach-Stdt; -ȳtχə kleinere fröhliche Gesellschaft ebd. — — b. persönl. -uxt böses Weib, das über alles seine böse Zunge gehen lässt Gummb-Stromb, Wippf-Dohrgaul; -out Schleid-Glehn; -x Sieg-Fussh. — Klucht < Kluft (s. d.) ist von letzterem Worte getrennt behandelt, wegen der besonderen Bedeutungsentwicklung im geschlossenen Geb.
4430 Zeichen · 80 Sätze

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    kluchtF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    klucht , F. nhd. Kluft, Spalte, Riss Hw.: s. kluft (1) E.: s. kluft (1) L.: MndHwb 2, 589 (klucht), Lü 178a (klucht)

  2. modern
    Dialekt
    Klucht

    Rheinisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Klucht Pl. -tə(n), je nach Geb. mit verschiedener Bed. f.: 1. Gespaltenes. a. -oxt Kluft, klaffender Spalt Klev , Emmeri…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klucht

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

klucht‑ als Erstglied (4 von 4)

kluchtdinc

KöblerMnd

klucht·dinc

kluchtdinc , N. nhd. Gericht eines Stadtbezirks E.: s. kluchten, dinc L.: MndHwb 2, 589 (kluchtinc) Son.: örtlich beschränkt (Groningen)

kluchten

KöblerMnd

kluchten , sw. V. nhd. zum Bezirksgericht zusammentreten, zum Bezirksgericht zusammenrufen Hw.: s. kluften E.: s. kluften L.: MndHwb 2, 589 …

Kluchtzange

RhWB

klucht·zange

Klucht-zange -ūttsa·ŋ. Grevbr-Wevelinghv ; -ōt- Düss-Stdt (Mischform aus Klucht + Fürzang ) f.: Feuerzange.