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Kling'büdel

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MeckWB
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Eintrag · Mecklenburgisches Wb.

Kling'büdel m.

Bd. 4, Sp. 349
Wossidia Kling'büdel m. Klinge-, Klingelbeutel, der mit einem Glöckchen versehene und an einer längeren Stange befestigte meist schwarzsamtene Beutel, der während des Gottesdienstes zur Aufnahme von Geldspenden durch den Küster, einen Kirchenjuraten oder einen Bürger — in Schö waren früher die Hausbesitzer hierzu verpflichtet — bei den Kirchenbesuchern herumgereicht wird; Mi 42b; von SchöSchönberg@SelmsdorfSelmsd heißt es 1599 und 1620: 'Mitt dem Klinge oder armen Beutel werde wol an den Sontagen Unter der predigt umbgangen, aber doch wenig von den leuten darin gegeben' Horn Selmsd. 1, 245; '1647 wird ein neues Glöcklein zum Klingbeutel gekauft für 8 ß' ebda; doch erst 1694 erging eine herzogliche Verordnung: 'Und wollen wir gnädigst, daß die Umbtragung der Klinge-Beutel so woll in den Städten, als auf den Dörfern, an den Sonn- und Fest-Tagen eingeführt werde, und die Gemeine vermahnet werde, der Kirchen und den Armen zum besten etwas darein zu legen' Bär. Ges. 1, 3, 139; das Einsammeln geschah während der Predigt, so sehr dies auch störte: 'denn beinahe ein jeder, der etwas in den Klingbeutel legte, hielt den Mann, der ihn herumtrug, auf, und ließ sich auf das Geldstück, das er hineinlegte, kleine Münze wieder herausgeben, ja, dieser Unfug erstreckte sich so weit, daß der Klingbeutelträger das Geld auf den Altar ... ausschüttete und nun noch erst denen, die er im Herumgehen nicht hatte befriedigen können, das, was er ihnen schuldig geblieben war, hintrug' N. Monschr. 9, 180; erst 1818 wurde verfügt, den Klingelbeutel nicht während der Predigt, sondern während des Hauptgesangs und des Singens des Glaubensbekenntnisses herumzutragen; in den größeren Städten wurden die Klingelbeutel zu Anfang des 20. Jahrh. abgeschafft und durch Sammelbecken an den Ausgängen der Kirchen ersetzt; s. Willg. Pfarr. 2, 862 f. (Fußn.); sprachlicher Niederschlag; von einer schlecht milchenden Kuh mit schlaffem Euter heißt es: dei hett jo 'n Ürer as 'n Kling'büdel RoRostock@DierhagenDierh; Kinder scheucht man: dor sitt de swart Mann mit 'n Kling'büdel Wa; der Kegelspieler ruft, wenn acht Kegel fallen, der neunte aber nur wackelt: all', dee mit 'n Kopp schüdden, gäben nicks in 'n Kling'büdel Meckl. 8, 93b; as de Köster den Kling'büdel wedder trügg'trocken hadd' Bri. 2, 30. FN.: Kling'büdel; Klingenbüdelacker. — Dä. 235b; Kü. 2, 137; Me. 3, 158; Teu. 1, 129.
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    Kling'büdel m. Klinge-, Klingelbeutel, der mit einem Glöckchen versehene und an einer längeren Stange befestigte meist s…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klingbuedel

4 Bildungen · 4 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von klingbuedel 2 Komponenten

kling+buedel

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klingbuedel‑ als Erstglied (4 von 4)

Kling'büdelbuer

MeckWB

klingbuedel·buer

Kling'büdelbuer m. der den Klingelbeutel tragende Bauer, als Beiname, der auch auf den Sohn übergegangen ist, in Ro Will .

Kling'büdeldräger

MeckWB

Kling'büdeldräger m. der den Klingelbeutel tragende Kirchenjurat Wa.

Kling'büdelmütz

MeckWB

Kling'büdelmütz f. Zipfelmütze für Männer Schö Carl . Kü. 2, 137.

Kling'büdelvaagt

MeckWB

Kling'büdelvaagt m. im Scherz der Klingelbeutelträger: Klingenbüdelvaagt Wi Poel ( Klingen- bloße Schreibung für Kling'- ).