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kläuel

nhd. bis Dial. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kläuel n. m.

Bd. 11, Sp. 1030
kläuel, n. m. knäuel; es ist die ursprüngliche gestalt von knäuel (s. d.), und hat auch mit l schon vielerlei nebenformen. kläuel ist eine verkleinerung, das urspr. kläue, kleu s. unter 2. 11) Kläuel mit den nächsten nebenformen. 1@aa) kläuel (kleuel) ist die rein nhd. form, entsprechend dem mhd. chliwel glomus sumerl. 26, 78, Graff 4, 567, oder kliuwel, vermutlich auch schon n. und m. (das ahd. s. unter g): solchs alles auf einen kläuel winden. Luther br. 5, 540; ich wolte [] dir für ein solches fädchen gern wiedrum zwei kläuel dediciren. interim 127 (obsc., s. unter 2, a). kleuel noch in Ostpreuszen Hennig preusz. wb. (1785) 329. 1@bb) dasselbe ist älteres kleul (klewl): adglomerare, klewl machen. Diefenb. wb. v. 1470 sp. 11; klewl voc. 1482 q 7b; und sprachst, du hetst ain kleul gewunten. fastn. sp. 611, 22; garnrocken, haspel, strenk und kleul (: pleul, bleuel). Folz von allem hausrat (Göz H. Sachs 4, 157); euch ist wol wissende, das der eintrag unseres lebens gewebet wird nach beliben des höchsten anfängers und uhrhebers unseres lebens, und das eine ide art des lebendigen ein absonderliches kleul hat, deren eines gröszer als das andere. Butschky hochd. kanzl. 881, er hat die knäuel des webers im sinne, s. unter 3, b. 1@cc) der mhd. form näher klewel, chlewel glomus Dief. 266a, in vollster form kleuwel das., voc. opt. Lpz. 1501 M 3b, daher mit schlechter aussprache kleiwel: sie (die kirche) kehrt und wendt der alten vätter lehr .. zwingt und wind sie so kurz zusammen wie ein kleiwel garns. Fischart bien. 1588 34b (in einer ausgabe o. j. klewel). 1@dd) mitteld. ohne umlaut klauel Rädlein 548a (wie knauel) oder klawel: gleich wie in einer summen und auf einen klawel. Luther tischr. 136a. es entspricht dem älter md. klûel: als ein klûel man si drête (die märtyrin) ûf den koln her und dar. pass. K. 182, 93. auch im 16. jh. noch klwel Trochus R 3a (w wol noch gleich uu, û, s. u.keusel), selbst oberrh. ohne umlaut in der Straszb. gemma kluwel, wie mrh. im 15. jh. Dief. 266a, Mones anz. 7, 160. 1@ee) mit dem merkwürdigen g für w (s. unter klaue sp. 1026) klugel, klügel. so geben zu 'knoil glomus' im voc. inc. teut. pätere ausgaben l 3a als zusatz clugel (Dief. 266a). noch im 16. jh. schwäb., oberrh. klügel pila, globus Frischlin nom. 457, Dasypod. s. v. glomero (in einigen ausg. klugel, mit klungel (ermengt). dazu klugelstock garnwinde, gurgillium Mones anz. 7, 300. vom seidencocon: demnach der seidenklugel zart, lind und weich ist. Sebiz feldbau 452. die form lebte aber schon in mhd. zeit nach clûgelen für knäueln, ballen in den Trierer psalmen s. 198, zesamene geclugelet ist in der erden als übers. von conglutinatus est etc., und auch nd. erscheint diesz g, s. 3, b. 1@ff) mit vollerer deminutivendung kleule Renner 3954 Bamb. ausg., vom igel, der als ein kleule sich zesamen smuket. so kleule, und zwar als masc., noch in einem Breslauer dict. v. 1620 Frommann 4, 174. mit älterem vocal alem. klüwli faden (kläuelfaden) Paracelsus op. 2, 257c, mhd. kliuweli Mones anz. 8, 396, cliuweli (11. jh.) Graff 4, 567. 1@gg) mit vollster endung mhd. chliwelîn sum. 33, 48, chlûelîn 9, 5, ahd. cluwelîn globulus. daher klewlein glomicellus voc. 1482 q 7b: die zwo frawen wurden uneins umb ein klewlin garns. Pauli schimpf u. e. 26b. mit b für w: zwai cleüblin mit garn Keller altd. ged. 8, 32 (kleulin 9, 2, obsc. wie u. a). 1@hh) endlich kleuel mit neuer demin. endung in siebenb. kloalchen Haltrich plan 31b, es wird sich auch hd. finden. 22) Auch das einfache wort ist da, neu und alt. 2@aa) henneb. das kläue knäuel (volksm. derb für kopf) Reinwald 1, 79, älter nhd. und mhd. kleu (ahd. cliu s. c): cleu n. Megenberg 297, 10. 12. 299, 33; si pat mich heimlich umb ein dreier, doch dacht ich mir, sie meint die dreu (drei dinge), do an einer nadel hangen zwei kleu. fastn. sp. 219, 24 (obsc.). klew glomus Dief. 266a, voc. th. 1482 q 7b, hier darauf klewlfas, dorinne man das klew .. umbwendet, glomeraculum. 2@bb) merkwürdig in Livland die klau oder klaube Hupel 115, aus älter md. klûwe f.? auch hier sind offenbar alle drei geschlechter vertreten (s. unter c und klaue I, 2 a. e.). vielleicht ist dasselbe nd. kluwe in Pommern, sachen von einer art die auf einem klumpen beisammen sind Dähnert 238b (leider ohne angabe des geschl.), doch s. unter 5, b. 2@cc) ahd. cliu spera (s. 4, a) Haupt 5, 352b, voller chliwi Graff 4, 566, deutlich als n. daʒ chliwe (orbem) Boeth. consol. c. 174, wie unter a; gewöhnlich aber, wie unter b, als fem. chliwa, chliuwa, einmal cluwia (s. 4, a), und das masc. wird auch schon dagewesen sein, da es nhd. sogar im demin. erhalten ist. Dem ahd. entsprechend auch ags. clive, cleove f., daher engl. clew, clue, mit nhd. kleu übereinkommend. 2@dd) dazu auch eine nebenform mit anderm vocal, deutlich in älter nl. klauwe, klouwe glomus Kil., clouwe Binnaert (vgl. clueken glomicellus hor. belg. 7, 9a); wahrscheinlich auch in ags. [] clove (cleáve?), gestützt durch das altengl. dem. clowchin im prompt. parv. (Halliw. 257b), und selbst in ahd. oder altrhein. clŏwelin globellum Graff 4, 567, wie in den nd. formen u. 3, c. 33) Aber noch eine dritte hauptform tritt auf mit andrer bildung, md., nd., ags. 3@aa) altmd. klûwen n. bei dem Hessen Herbort 1106. 1040, noch jetzt hessisch das klauen Vilmar zeitschr. d. v. f. h. gesch. 4, 78; auch ostpreusz. klauen und (nd.) kluwen Hennig 124. auch mit umlaut (wie in kleu, kläuel) kleuen : glomus, klewen garns, clewen Dief. 266a aus wol mrh. vocc., clewn Bresl. voc. v. 1422; gott aller menschen that und sünd ein zeit lang auf ein klewen wind. Eyering 2, 580. merkwürdig noch in dem Prager dict. trilingue 1700 2, 284b kleüwen neben kneüel. noch nrh. in Aachen das klöie (für kläuen, wie bovve für boben). auch zusammengedrängt mit û (ue): conglomerare, garn uf ein cluen winden. Dief. 142b, nrh. Mones anz. 3, 49b. 3@bb) herschend ist diese form nd. nl.; mnd. clûwen n., im Redentiner spiele klagt sich ein weber an (vgl. dazu 1, b zuletzt und unter knäuel): ik levede sêre an untrûwen wente ik nam jo (immer) dat vêrde clûwen (hs. cluen). Mone schausp. d. m. 2, 88); conglobare, cluwen wennen (winden). Dief. 142b, auch kluen 266a. so noch braunschw. klûben (mit b für w), osnabr. klüwwen und klüen Strodtmann 107, westf. kluen, gött. ditm. klûn, ebenso mnl. cluwen, nnl. kluwen. das alter der merkwürdigen bildung verbürgt ags. cliven n. (cleoven), auch schon cleón, clŷn Haupt 9, 417a. 418a. 468a (clŷnian implicare Mones anz. 8, 246), diesz ags. clŷn entspricht denn genau dem md. kleun vorhin. nd. übrigens auch mit dem g wie 1, e mekl. klugen Fromm. 2, 223, westf. klüggen Kuhns zeitschr. 2, 91, vgl. Woeste das. 197. 3@cc) diesz wieder auch mit der vocalabweichung wie 2, d in clowen Dief. 266a, glomicellus en klene klowen 265c, klawen clunis, conglutinatio filorum hor. belg. 7, 28b, noch brem. klouwen, hamb. klauen, zusammengezogen ostfries. götting. klôn, nl. kloen neben klouwen. 44) Für bedeutung und ursprung ist zu bemerken, 4@aa) dasz das wort nicht allein knäuel bedeutet, sondern auch klumpen (wie gr. τολύπη, franz. peloton); s. besonders das clugelen 1, e zuletzt, pomm. kluwe 2, b, ags. von feuerklumpen Haupt 9, 418a (weintraube 468a). das kann freilich übertragen sein. Das ahd. wort wird aber öfter als zu glomus, zu globus gesetzt, auch zu orbis, halbcluwia zu hemisperia, also kugel. der knäuel stellt durch das aufwickeln die kugelgestalt von selbst besonders rein dar und galt daher als 'kugelchen' (denn das demin. ist entschieden vorherschend), wird auch geradezu kugel genannt, wie lat. pila kugel, ball und knäuel ist. ist nun die kugel vom knäuel benannt? oder umgekehrt? 4@bb) die antwort wird die sprachvergleichung zu geben haben, denn lat. glomus knäuel enthält wol dieselbe wurzel (vgl. altkymr. hloimol glomerarium Zeusz 1094), liegt aber ebenso dem globus kugel sehr nahe. die frage greift aber wol nach Indien zurück mit skr. glâus, das eig. kugel zu bedeuten scheint (Böhtl. u. Roth 2, 869) und zu ahd. chliwi globus noch näher stimmt. sl. klbo knäuel bleibt aus dem spiel, s. sp. 942 unten. 55) Es sind aber auch bei uns noch fragen übrig. 5@aa) recht nahe liegt klûmen pl., gehechelte flachsbündel, im sächs. Erzgebirge (Spiesz Annab. progr. 1862 s. 64), vgl. in Aachen klumel, klomel f. gleich klöngel träges frauenzimmer (Müller u. Weitz 113), eig. aber knäuel (s.klüngel)? kann das m aus w entstanden sein? vgl. knummel gleich knäuel. 5@bb) merkwürdig im stammauslaut ahd. 'claufe clonis' (s. u. 3, c) Mones anz. 7, 592 (ist in cluura spera Graff 4, 566 r verlesen für v?). das kann gestützt werden durch das pomm. kluwe unter 2, b, da w dort gleich altem v ist, vgl. in Cöslin klîben pl. klösze ('klümpe'), und mit unsrer bed. hier altdän. klefse knäuel (jütl. klaus) Molbech dansk gloss. 439, vgl. schw. klavse (klause) m. Rietz 328a. Verhielte sich das zu kläuel auch im ursprunge wie klauber klaue zu klaue? das sinnverwandte klosz weist auf ein starkes klieʒen spalten, und auch ein klumpen, eine kugel wird durch spalten gewonnen; hinter klaue steckt aber vielleicht, wie hinter klieben, ein diesem verwandtes stammverbum mit einfacherem auslaut, das sich fürs lat. gr. in gluma hülse, γίγγλυμος fuge andeuten könnte.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kläueln. m.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kläuel , n. m. knäuel; es ist die ursprüngliche gestalt von knäuel ( s. d. ), und hat auch mit l schon vielerlei nebenfo…

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    Dialekt
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    Kläuel, Kläuen, Klauen das Wort ist rrhn. im Siegld , Berg, RRip allg., wobei die Wasserscheide zwischen Sieg u. Wied , …

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