Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
kiuwe swstMF.
2 ‘Schlund’ (meist von Tieren)
1 ‘Kiefer’ in schedel unde in kiuwen / enpfiengens tiefe scharten Neidh WL 14:6h,13; des berges was dennoch me / oberhalb dem sewe; / eines visches chewe / was des sewes bruggen tor WhvÖst 1198; an der stunde do gesigt er an dem helle hunde. / sine chiwen er im brach AvaLJ 161,2; mandibula: baccho, ein kew SummHeinr 1:126,152. – im Pl. auch i.S.v. ‘Rachen, Schlund’ (vgl. 2): den grôzen leun / mit sînen wîten keun Iw 6688 2 ‘Schlund’ (meist von Tieren): in dem wysen stugk ain zöbelin lew, / der gint wyt mit siner chew PleierMel (St) 10062; wilde esel und löuwen / mit ir wîten köuwen [Hs. C loͤwen: koͤwen ] WvRh 72,50; und vuor ime diu zunge / enwâge in der chewen Krone (Sch) 10557. 12760; faux: choͮwe chiwe Gl 4:213,17; UvZLanz 1954. – do nam sant Johannes das wisse lamp mit sinen roten wunden und leit es in den koͮwen irs mundes [in den Mund des Marienbildes] Mechth 2: 4,100. – des tiuvels ~ bildl. für die Hölle: die muͦssen in des tievels kewen, / da sint si lebent in jamer tot von ewen und ze ewen Marner (W) 1:4,11; den hat des tivels chiwe / verslunden vntz andie fvzze Warnung 540; o wi sin gite gecuwe [l. gitege cuwe ] , / wi manigen si uerslunde / vnde wi manigen si uerwunde Litan 418. 1285
MWB 3,1 294,50; Bearbeiter: Hansen