kitel
stM.
auch kidel, kittel.
ein langes Obergewand (mhd. sicher nur als Kleidungsstück für Frauen belegt, in
frnhd. Zeit auch für Männer, vgl. FWB 8,981):
doch was wunnenclich ir schin / ir cleit ein sidin kittel / ein gúrtel obe
der mittel / bevangen hatte das zarte wip / ich engesach nie schoenre lip
MinneR 333
41;
an irn fuezen cleine / truog sú zwei schuehelin reine / gebristen an ir
beinlin wol / die stundent ir uzer mazen wol / do der kittel hette den bast
[
Saum]
ebd.
65;
blôzer nac und gelwer kitel / lockent manigen valschen bitel
[
Freier, Bewerber]
Renner
12577;
gelwe kitel und muorsnitze [
ein leichtes Kleid] /
lâzent manige meide niht sitze, / die mit flîze arbeiten sölten, / ob si ir zuht
behalten wölten
ebd.
405
u.ö.;
teristrum: kitel, kittel [
vgl. lat. (Hs. 15. Jh.): est
vestis muliebris linea subtilis, tenuis et attrita
]
VocOpt
17.101;
Elis
906.
– repräsentativ verziert:
ander edeln brút wart / weder klain noch gross gespart. / uf
rokel, kitil, sidin clait / och wurdent raineclich gesprait / wis, rot, blaw berlin
clain
SHort
6977;
versniten gewant, an kiteln bilde / machent manic einveltic herze wilde
Renner
12735
MWB 3,1 286,56; Bearbeiter: Hansen