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kichern

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kichern

Bd. 11, Sp. 660
kichern , fein lachen, besonders mit gedämpfter hoher stimme in sich hinein lachen. 11) Bedeutung und gebrauch: homo cachinnat, kichert. Trochus Lpz. 1517 Q 3b; nur nicht zu früh gelacht, mein schönes kind! ... das kichern soll dir bald genug vergehn. Wieland 26, 204; ein fernher zugeworfner kuss, begleitet mit einem leichtfertigen kichern. 5, 98, im neuen Amadis 16, 13, aber noch nicht in der ersten ausgabe (1771 2, 180); die damen kicherten ein zirpendes hihihi in das donnernde hahaha der mannspersonen. 13, 43; die nönnchen aber kicherten drein. Klamer Schmidt; dann hüpfte sie (Philine) wie thöricht in der stube herum, setzte sich an die erde und wollte vor (übermütig triumphierendem) kichern und lachen ersticken. Göthe 19, 80; Hermann erzählt von den kaufmannstöchtern, die seinen modischen aufzug lustig finden: als ich eintrat, kicherten sie; doch zog ichs auf mich nicht. 40, 254; werdet ihr bald auslachen, Amalia und du Luise? meint ihr, es sei holdselig, so ausgelassen zu kichern? Voss Luise (1825) 3, 1, 459, nicht in den ersten ausgaben; die kammerjungfer suchte und kicherte dabei immerfort heimlich in sich selbst hinein. Eichendorff taugenichts (1842) 29; das war ein schwören und schwören aufs neu, ein kichern, ein kosen, ein küssen. Heine buch der lieder 150; und zwischendrein schrillen die möven, wie kaltes ironisches kichern. 346; ein französisch stumpfes näschen, schalkheit kichert in den mienen. Romanzero 264. ablautend kichern und kachern sp. 14. vgl. gekicher n., schwäb. kicher n. verhaltenes gelächter Schmid 312. 22) Formen und verwandtschaft. 2@aa) es heiszt auch kicheln, effuse ridere, cachinno concuti Stieler 961, von hellem weiber- und kindergelächter Frisch 1, 513b; es ist noch landsch., z. b. östr. Höfer 1, 300. kicheln und kichern neben einander wie schütteln und schüttern, klingeln und klingern u. a. 2@bb) ferner gichern Hennig preusz. wb. 325 (kichern 121); und gicheln Frisch, östr. Höfer 1, 300, alem., aber auch nd. und nl., giecheln ostfries., vgl. gacheln. 2@cc) mit noch andrer endung kärnt. kichazen, schon ahd., s. e. 2@dd) weiter kickern: kickern die damen im hellen ton. Benzel-Sternau; gekickert und geflüstert. Gotter. Rädlein 533b gibt das als 'höhnisch lachen', es ist aber meist ganz gleich kichern, mitteld. wie oberd.: thür., sächs. (auch kackern), schles. (gickern Steinbach 1, 594 meint wol dass.), in Posen, aber auch bair. Schm. 2, 281. nl. kekeren Kil. (keikeren Binnaert), westf. kiekstern Kuhns zeitschr. 2, 96 (vgl. keistern). Wieder auch mit l nrh. kickeln Teuthon., westerw. gickeln, schweiz. gigelen und gigeren (beide g mehr als k klingend, s. sp. 2 unten), schon mhd. gickeln Renner 16109. und wie alt diese formen sein werden, verrät ihr dasein in Schottland: kicker und kigher verhalten lachen (keckle aber to laugh violently), ganz unser kickern und kichern in seiner doppelform; so sind beide formen wahrscheinlich schon gemeinbesitz der deutschen sprachen gewesen, ehe die Angelsachsen über die see zogen. engl. heiszt kichern giggle, dem schweiz. gigelen entsprechend; keckle heiszt heftig lachen, cackle aber auch kichern, wie schweiz. gaggle (sp. 49). 2@ee) kichern verhält sich zu kachern u. ä., wie der klang des verhaltnen, mädchenhaften, hohen lachens zum lauten, offenen, tiefen, jenes malt das hihihi, dieses das hahaha; und schon ahd. ist zum glück einmal kihazan verzeichnet neben kahazan Graff 4, 363. aber auch die Griechen schon nannten ebenso jenes κιχλίζω, dieses καχάζω, und beides mag in die urheimat in Asien zurückreichen, beides ist zu natürlich. bei uns stellt sich als einfachste gestalt kachen dar (sp. 14), das schon altindisch ist, kakh Bopp gl. 62a, daneben auch schon mit andrer lautstufe ghaggh 113a. als beispiele, wie weit diese laute zur bezeichnung des lachens greifen, diene finnisch kikotan cachinno, ehstn. kikkitama, sprachen die sonst auszer der indog. verwandtschaft stehen. 33) Bei uns zeigt der stamm aber noch weitere merkwürdige entwickelung. 3@aa) das kichern heiszt mnl. auch 'scikeren, cacinnari' hor. belg. 7, 17a, bei Kil. schickeren, ganz wie das kachen mnl. scachen (sp. 14), nd. schachern Schmidt west. id. 72 (vgl. erzgeb. tschackern sp. 14), unser kittern kichern nl. schetteren (s. mehr unter kittern); zu diesem S vgl. sp. 406. 3@bb) das erwähnte kittern (schweiz. kitzern) kann dem stamm aber auch nicht fremd sein, und wenn da wurzelhafter auslautwandel vorliegt (s. sp. 6), so gehören auch formen mit labialem auslaut her. denn in Aachen heiszt kichern giffeln, nd. gibbeln Fromm. 3, 552, ostfries. giebeln, und mit a von lautem lachen nd. gaffeln (Schambach), schon schottisch gaff (ostfr. gabbeln, gaffeln, guffeln ins fäustchen lachen), und das wieder mit mehrfacher ausgestaltung (s. gacheln). 3@cc) die anlautende gutturalis erscheint aber auch als H: hecheln cachinnari Dief. 87a, mrh. westerw. hicheln hell lachen (auch wiehern), nd. hucheln Schmidt west. id. 72, hachern (s. sp. 14); und an kittern sich anlehnend bair. hetteln, nd. hiddiken (Schmidt a. a. o.), sodasz alle drei möglichen kehllaute vertreten sind, K, G und H, wie bei keichen (s. sp. 438 g), das selbst sich als wurzelverwandt darstellt, s. sp. 437 unten und 438 unter f. 3@dd) ähnlich ist übrigens auch nl. gniffeln verhalten in die faust lachen (vgl. nrh. giffeln unter b), ostfr. gniffeln, holst. gnîfeln; und nd. gniddern, gnidderken kichern, auch gnickern (ditm. gniggern wiehern). wie nah liegt gnickern dem gickern oben. vgl. schott. kink kichern sp. 437 unten. schweiz. heiszt es auch guxeln Stalder 2, 522, nd. gluddern, fränk. pfitzern.
5653 Zeichen · 152 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Kíchern

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Kíchern , verb. reg. neutr. welches nur in den gemeinen Sprecharten üblich ist, mit einem seinen zitternden Laute lachen…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    kichern

    Goethe-Wörterbuch

    kichern einmal subst Inf leise, mit hoher Stimme lachen Als ich [ Hermann ] eintrat, kicherten sie [ Töchter des Nachbar…

  3. modern
    Dialekt
    KichernPl.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    Kichern , Kicherling Pl. : ' Kichererbsen (Cicer arietinum) ', Kechere [Lu'haf, Wilde 51 (VPf NPf WPf)], Kecheʳling [ LU…

  4. Spezial
    kichern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    ki|chern vb.intr. rí (cun malintenziun), s’la rí sot i snauzeri.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kichern

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Ableitungen von kichern (2 von 2)

bekichern

DWB

bekichern , clanculum ridere, irridere, in Schlesien begickern: die mädchen konnten sich nicht enthalten, diesen vorgang zu bekichern.

verkichern

PfWB

ver-kichern schw. : sich v. 'in einem fort kichernd lachen', ve (r) kichere [mancherorts WPf NPf]; vgl. verlachen . Südhess. II 527 .