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Kessel II

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Eintrag · Rheinisches Wb.

Kessel II

Bd. 4, Sp. 434
Kessel II Rhfrk -es-; Mosfrk -ęs- [uSaar, Trier-Ld, Wittl, Bitb, SPrüm -E- (überweit)]; Rip -ęs-, doch uSieg, LRip -ęzs-, –Es-, –ęi-; n. der Verschiebungsl. kEtəl, –ēə-, -Eə- [doch Gummb -ęt-; Wermelsk -ęs-], Pl. -ələ, -əln, Klevld -təlts; Demin. -əlχə(n), –əlkə, –əltjə m.: 1.a. im Gegens. zu Düppen, Pott, Hawen, Küpp, Küben, Digel ein Gefäss von grösserem Rauminhalte (nur der Kaffeek., in dem das Kaffeewasser kocht, gehört zu den kleinern K.; der Kochk. ist meist et Döppe [Selfk. Kellen]); je nach dem Stoffe unterscheidet man enen isere, bleche, koffere, zenne, emaljierte K., je nach dem Zwecke Koch-, Wasser-, Damp-, Wäsch-, Bäuch-, Eətes- (Essens- SNfrk), Kaffe-, Tee-, Zuppe-, Gemös-, Erpels- (Kartoffel-), Enmachs-, Brot- (Braten-), Brei-, Bräu-, Meng-, Schwadems-, Melk-, Veh-, Ferkes-, Dreck-, in der Kirche Däuf-, Weih (wasser)k. (s. d. W.); nach der Form Düppen-, Küppk. (s. d. W.) Rip, Allg.; der K. hat einen Bodem, Wand, Rand, Henkel oder Ohr, Deckel, oft auch Füsse; der K. rennt (löppt) Nfrk, Allg.; den K. flicken (lappen), schauern; ene grusse (klene), neue (alde), verschlessene K. Rip, Allg. RA.: Küpp en K. allitterierende Formel Klev. E singk wie ene ale K. Rip, Allg., — als of mer op ene K. schlög Bo-Mehlem. Kläne K. hon ach (auch) Ohre, hon grosse O. kleine Kinder verstehen oft mehr von den Gesprächen der Erwachsenen, als man denkt Hunsr, Allg., — wat se nit lustere, dat dunn se lore (lauern) Köln-Stdt; ene klene K. met gruəte Uəhre ein kleines, lauschendes Kind Kref-Fischeln. Klein K.cher lofen gleich iwer kleine Leute sind gewöhnlich leicht reizbar Bernk (s. Düppen). Dor verwist (verwitt) (verweist) de Pott de K., dat hej schwatt (schwarz) es einem andern Übles vorwerfen, wovon man selbst nicht frei ist Klev, Nfrk. Wenn ech de Mach hätt, wie mi Bror Lommet (Januar), let (liesse) ech et K.ke füre (vorn) koəke on henge (hinten) befrere sagt der Februar MGladb. Wenn do ne K. Bonne (Bohnen) steht on do ne K. Ris, dann loss ech Bonne B. sen on gef mech an de Ris; rühre, r., K.che, rühr ens met dem Läfelche; sag ens, Motter, wat, staatse (schöne) Zupp (Suppe) es dat! Aach-Eschw. Studiere, st., de K. es kapot; brengt öm no den alde Mann, den de K. st. kann; st., st., de K. es kapot! Mörs-Xanten. De K. schure (gohn) beichten (gehen) Dür, Jül, Eup, Aach, MGladb, Mörs. En Höls (Kemp-Hüls) schure se de K. gesagt, wenn die Sonne in Kref goldig untergeht u. ein schöner nächster Tag bevorsteht Kref. De de K. schert (auskratzt), de kömmt net en de Himmel scherzh. vom Löffel gesagt Kemp-SPeter. Ennen alde K. well ock geputzt sin, sagg en alt Wif, dor freijde sej enne jonge Kerl Mörs-Rheinbg. An al (alten) K.ə es net vell ze flecke an alten Menschen Sieg. We sich an al K.ə rif (reibt), mät (macht) sich sehwatz man soll nicht alte Geschichten aufrühren Eusk-Friesh, — de beschmert sich gern Köln-Stdt. Me mott (muss) den Muət nit senken loten, so lang noch en Kränte (Korinthe) em K. es Elbf; he lött (lässt) niet no, so lang en Worsch (Wurst) en de K. es Mörs. Der Kuckuck hau (hatte) en Ei gelog en der kuəpere (kupfernen) K. usf. Kinderld (s. Kuckuck) Heinsb-Aphv. Et rent (regnet) mot K.ə Aden-Müsch; et küt met (en) K.ə vam Himmel (heraf) Rip, Allg. De kratz de Ros (Rost) unger dem K. fort gesagt, wenn der Mann schimpft, dass die Frau nicht zeitig gekocht hat Sieg-ODollend. — Kuk (Kuchen) op de K. Napfkuchen, K. mit Pflaumen u. Rosinen, eine Art trockener Pudding Ruhr, n. Ruhr, Mörs. — Rätsel. Ene kromme Var (Vater), en hoəhl Mor (Mutter) on drei schnocke (grade) Döchter K., Henkel, Bauch, Füsse Heinsb, MGladb, Aach, Dür, Sieg, Daun, — drei Kenger (Kinder) ohne Sil (Seele) Geld-Leuth. Et Rötsche (Rot, Feuer) schleht et Schwörtsche (Schwarz, Russ am K.) för et Föttschen (Gesäss), dat et bröllt Kemp-Busch. Wor geiht mihr Water drin, in de K. oder in den Teller? in die Oder Mörs. — b. besondere K. α. der rundbauchige, mit beweglichem Henkel versehene kupferne oder irdene Kaffeetopf für den Tisch Prüm. — β. der über der Feuerstelle eingemauerte Viehkessel zur Herstellung der Viehsaufe (Brei, Breiels, Breisel); de K. stochen Allg.; de K. brije (breien) den Inhalt zerstampfen Selfk. — γ. der Dampfkessel bei Maschinen Allg. — δ. et K.che Henkeltopf zur Mitnahme des Mittagessens auf die Arbeitsstelle Allg. — ε. Eimer Prüm. — 2. übertr. a. kesselartige Vertiefung bei Kindersp. α.Loch beim Sausp. (s. d.) (s. auch Breikessel) Verbr.; beim Wechseln der Standlöcher singen die Spieler: K.ə, K.ə, rund erum, wer Loch hat, de isch drum! Saarbr-Lauterb; K. die K., die romm ... Ottw-Aschb; de K.ə, de K.ə, dirumbumbum ... Bitb-Seimerich; Kesseli, K., rombombom ... Saarbg-Greimerath; K., K., römentöm, emol, zweimol, dreimol! Wippf-Hardt; K.lər, K.lər, rum, wer kei Döpp hot, de is drum! Bernk; K.der, K.der, raddada, .. wer Loch hat, der es dran! Wend-Sotzw; K.ə, K.ə, Kaule, de Jurre (Juden) solle verfaule, einmol rim, zwemol rim, dreimol rim! Neuw-Dernb; K. lurrom! Lennep-Hückeswg, K. üm! Berg; danach nennt man das Spiel K. hüəden (hüten) Mettm; e gene K. Eup-Stdt; K. öm () Barm, Elbf, Remschd; sind die Stöcke alle aus den Löchern, so es der K. kault (kalt); sind sie alle in den L., so es der K. warm Mettm. — Aus dem Spiel die RA.: Dat geht K.öm reihum NBerg; K. drive Tier jagen, Volksjustiz MGladb. — β. ä (an) gene K. Ballschieben, in eine Grube hinein; wer am meisten fehl wirft, muss dörch ge Für lope Spiessruten laufen Eup. — γ. an de K. Klickersp., wobei es gilt, Klicker in eine Grube zu stucken (s. d.); gelangt die grade Zahl Kl. heraus, so hat der Werfer den ganzen Einsatz gewonnen; auch K. kneckeln Klicker in die Kaule schnellen Prüm-Rommersh. — δ. K.che bröll! ein Verstecksp., bei dem ein Kind einen Gegenstand in irgendeine Vertiefung versteckt, den die andern suchen müssen Neuw-Rheinbrohl. — ε. beim Bohnenwurfsp. wird der Einsatz an Bohnen in drei Haufen geteilt: Butsch grösster Haufen, et K.chen mittlerer H., et Deppchen kleinster H.; wer beim Wurf mit den beiden Halbteilen der Wurfbohne beide auf die ovale Seite bringt, hat et K. gewonnen Wittl-OKail. — ζ. Tour beim Fangsteinsp., wobei die vier Steine miteinander aufgenommen werden Saarbg-Ayl. — b.α. der K. bei der Treibjagd, nach dem Nhd. Allg. — β. Fuchs- u. Dachsbau, nach dem Nhd. — c.α. Mulde, talartiges Gelände; dat Dörp lit en em K. Rip, Allg.; zahlreich in FlN. — β. mulden- oder keilförmiges Feldstück im Hangenden Saargeb. — γ. Bachtümpel mit Wasserstrudel Nahe, Hunsr. — d. -ęis- brennender Kohlenstaub Sieg-Menden. — e. verächtl. α. unförmlicher, alter Hut; wat hät der ene K. op dem Kopp! Rip, Allg. — β. aufklappbarer Boden der Knabenhose Schleid-Freiling Holzmühlh Nettersh Üdelhv. — γ. Bauch Koch-Laub. — δ. Kopf, in der Wend.: Den hot en (eine) gehireg am (im) K. er ist bezecht Bitb (-ę-, sonst für Bed. 1 -E-). — ε. persönl. αα. koppern K.schen rothaariges Kind Barm. — ββ. Elzeborter Keissele Neckn. derer von Malm-Elsenborn, weil sie Keissel sprechen (statt -ęs-); E. K., kot (kommt), da goh mer eissen en de Köhkeissel mät deəm Schweinsleiffel (-löffel)! Malm-Bütgenb.
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Cotta, M. (2026). „kesselii". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 19. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kesselii/rhwb?formid=K04526
MLA
Cotta, Marcel. „kesselii". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kesselii/rhwb?formid=K04526. Abgerufen 19. May 2026.
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Cotta, Marcel. „kesselii". lautwandel.de. Zugegriffen 19. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kesselii/rhwb?formid=K04526.
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