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kenten

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

kenten

Bd. 11, Sp. 554
kenten, künten, zünden, heizen, ein merkwürdiges oberdeutsches wort. 11) kenten (kenden) heiszt es im bair. sprachgebiete, wo es jetzt allein heimisch ist. östreich. z. b. ein licht ankenten (anzünden), im ofen kenten feuer machen, ankenten feuer anmachen, einkenten einheizen. Höfer 2, 126; ebenso in Kärnten (Lexer 157), Tirol (Schöpf 311), Baiern; bair. auch ein feur aufkenden, anmachen, unterkenden feuer darunter machen, s. Schm. 2, 308: der jager der kent ihm (sich) a pfeiferl o' (an). Kobell oberbair. ged. (1846) 8; na' kent' der oa' (eine) sei pfeifei o'. 264. In Baiern, Tirol aber auch kenten allein trans.: eine stube, ein zimmer kentn, einheizen (Schm.), den ofen (Schöpf); 'eine stube is net zen derkentn', nicht zu erheizen. Davon dann kendofen, kendspân kienspan als fackel; der schornstein selbst heiszt kender oder kendner (kenderkerer schornsteinfeger), kendlein n. (kentl) ein kleiner wandherd, kamin in bauernstuben. Schmeller belegt diese bair. form bis ins 16. jh. zurück: dann khendten sich die khugel an; der khalch khendet die paumbwoll an. hdschr. fewrbuch v. 1591. Früher auch mit ö statt e: daʒ kain peck (bäcker) vor pfarmetten nicht underköntn und fewr ze ofen machen sol, v. j. 1491, und das nähert sich dem folg. 22) künten, kunten heiszt es in den sog. cimbrischen gemeinden in den venetian. alpen, künten an de kerzen, z'vaür. (Schm. 140a). So denn auch bair. in einem voc. aus dem anfang des 15. jh.: auʒkuntn mit fewr (gebüsche ausbrennen), küntn oder zuntn incendere, ankünt accensus Schm. 2, 308 (Dief. 7a. 291b), ankuntung incendium (Dief. 291b). bei Schmeller aus Gemeiners Regensb. chr. auch küntofen (und kintofen) für das heutige kendofen: zu wem (in wessen haus) feuer im küntofen aufgeht, alsbald man klenkt (die feuerglocke zu abend läutet), so musz er 1 pfd. wandels (busze) geben. 33) dazu stimmen dann die wenigen spuren, die bis jetzt mhd. und früher von dem worte gefunden sind; eine glosse des 12. jh. gibt incendium, chuntesal sumerl. 10, 30, etwas älter cuntisal Schm. 2, 308; dann im Lohengrin 2160 kündel in underkündel (gegenseitiges zündemittel), im reim auf zündel (ahd. zuntil) gleicher bedeutung. dem kündel entspricht wol das küntellen pl. kienspäne, das Schmeller aus Gemeiners Regensb. chr. 3, 479 beibringt. Die echte form war also mhd. künten, künden, ahd. chuntian, und auf das heutige kenden ist kein weiteres gewicht zu legen; auch zünden heiszt bair. jetzt zintn und zentn Schm. 4, 269, wie sünde send (bair. gramm. § 372), die nasale aussprache des n zieht das ü, i zu e herab. 44) völlig entsprechend wiederholt es sich im norden: altn. kynda entzünden, dazu kyndill m. licht (dem mhd. kündel in der form entsprechend), auch kyndr m. feuer; das isl. kinda ignem alere, kindir m. feuer Biörn 1, 453 (vgl.kynda 484a) scheint nur i für y zu haben (s. gramm. 13, 446), wie schwed. dial. kinda neben kynda, aber nur kyndel m. fackel Rietz 320a. Auch in England zeigt es sich, engl. kindle anzünden, entzünden, schott. kendle; das ags. wort ist noch nicht gefunden, aber auch hier mag i für y (gleich hd. ü) eingetreten sein. wäre etwa eine goth. spur des wortes in dem chozma der Wiener hs. als name des K und seiner rune enthalten? der entsprechende ags. runenname, cên, bedeutet kienspan, fackel, und chozma könnte wol ebenso gut den stamm kund enthalten, wie Zacher (das goth. alphabet s. 5) es als kaunsama auslegt. 55) zur weiteren verfolgung des wortes in das dunkel der vorzeit deuten sich mehrere wege an (s. 3, 1583), aber kein sicherer. die zusammenstellung mit lat. accendere, incendere, candela hat die mangelnde lautverschiebung gegen sich; die mit ags. cennan erzeugen und hd. kind fuszt auf der annahme von kenden als echter form. auch eine nahe verwandtschaft mit zünden (goth. tandjan) ist nach K 4, c sp. 4 wol nicht ganz unmöglich zu nennen. Am wichtigsten jedoch scheint zunächst eine schwed. nebenform von kynda: kvända anzünden, dazu kvinsel n. span zum feuermachen, jenes auch norw. kvende (Rietz 320a); danach könnte qu für k der ursprüngliche anlaut sein, und die schwankungen des vocals würden sich daraus alle erklären, wie bei keck, keden, kommen.
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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    kenten

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    kenten , künten , zünden, heizen, ein merkwürdiges oberdeutsches wort. 1 1) kenten (kenden) heiszt es im bair. sprachgeb…

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5 Bildungen · 2 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kenten 2 Komponenten

ken+ten

kenten setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kenten‑ als Erstglied (2 von 2)

kenten als Zweitglied (3 von 3)

biskenten

AWB

biskenten s. bi- skenten sw. v.

firskenten

KöblerAhd

firskenten , sw. V. (1a) nhd. schänden, verderben, zuschanden machen, ins Verderben stürzen ne. rape (V.), ruin (V.) Q.: O (863-871) E.: s. …

giskenten

KöblerAhd

giskenten , sw. V. (1a) nhd. schänden, verderben, entehren, in Verruf bringen, in schlechten Ruf bringen, zuschanden machen, zugrunde richte…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „kenten". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 20. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/kenten/dwb?formid=K03589
MLA
Cotta, Marcel. „kenten". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/kenten/dwb?formid=K03589. Abgerufen 20. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „kenten". lautwandel.de. Zugegriffen 20. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/kenten/dwb?formid=K03589.
BibTeX
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