Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Kardiogramm
Kardiogramm
kardial Adj. ‘das Herz betreffend, vom Herzen ausgehend’, medizinisches Fachwort seit Anfang des 20. Jhs., entsprechend gleichbed. mlat. cardialis. Zugrunde liegt mlat. cardia ‘Herz, Herzkrankheit’, griech. kardía (καρδία) ‘Herz, Magen(mund)’. Vgl. medizin.-lat. cardia „wird von zweyen Principal-Theilen gesaget: vom Hertzen, von des lincken Magens Mund-Loch“ (1716). Daher noch in heutiger medizin. Fachsprache Kardialgie ‘Magenkrampf’ und ‘Schmerzen im Bereich des Herzens’, griech. kardialgía (καρδιαλγία) ‘Herz-, Magenschmerz’; vgl. Kardiospasmus ‘Krampf des Magenmundes’. – Kardio- Kompositionsform von griech. kardía (καρδία) ‘Herz’ (s. oben) in gelehrten Bildungen wie Kardiograph m. ‘Gerät zur Aufzeichnung der Herzbewegungen’, älter Kardiagraph (2. Hälfte 19. Jh.), und Kardiogramm n. ‘graphisch aufgezeichnete Kurve der Herzbewegungen’ (Herzstoßkurve), zuerst Telekardiogramm (1906), heute Elektrokardiogramm ‘Aufzeichnung der Herzaktionsströme’, meist in der Abkürzungsform EKG. Kardiologe m. Facharzt für Herzkrankheiten, Kardiologie f. Lehre vom Herzen und seinen Erkrankungen (beide 20. Jh.; s. -loge, -logie).