lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Kalkspat

GWB bis Lex. · 2 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
2 in 2 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
5
Verweise raus
7

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Kalkspat

Bd. 10, Sp. 482
Kalkspat (Calcit), Mineral, die rhomboedrische Modifikation des kohlensauren Kalkes, enthält im reinen Zustande, wie der Aragonit (s. d.), 44 Proz Kohlensäure und 56 Proz. Kalk; doch sind von letzterm häufig geringe Anteile durch Bittererde, Eisen- und Manganoxydul, seltener durch Zinkoxyd vertreten. Die Kristalle des Kalkspates weisen ungemein zahlreiche (mehr als 200) Formen auf, die zu den mannigfachsten Kombinationen zusammentreten. Er ist ausgezeichnet rhomboedrisch spaltbar, selten wird muscheliger Bruch beobachtet. Härte 3, spez. Gew. 2,6–2,8, durchsichtig bis undurchsichtig, in erster. u Fall mit ausgezeichneter doppelter Strahlenbrechung (Doppelspat), glasglänzend bis matt, auf den Spaltflächen perlmutterglänzend, wasserhell, weiß, häufig auch gelb, rot, braun, schwarz, selten grün oder blau. Zuweilen ist er durchdrungen von Bitumen (bituminöser K. oder Stinkspat und Stinkkalk), minder oft gemengt mit Kohle (Kohlenkalkspat oder Anthrakonit), auch schließt er hier und da (bei Fontainebleau, Wien etc.) Quarzsand in größerer Menge ein (sogen. kristallisierter Sandstein). K. löst sich in Salzsäure unter starkem Aufbrausen, selbst in Essigsäure (Unterschied von Bitterspat und Verwandten), nicht in reinem, wohl aber in kohlensäurehaltigem Wasser. Die sehr mannigfaltigen Varietäten dieses wegen seiner großen Verbreitung äußerst wichtigen Minerals werden unter verschiedenen Namen ausgeführt. Der eigentliche K. begreift die frei auskristallisierten oder doch deutlich individualisierten Varietäten, wie sie besonders schon bei Andreasberg, Freiberg, Auerbach, in Derbyshire, Cumberland vorkommen. Hierher gehört auch der isländische Doppelspat, der zu Polarisationsapparaten benutzt wird, sowie der ähnlich verwendbare K. aus dem körnigen Kalk von Auerbach. Der kristallinische K. ist entweder stängelig und faserig (Faserkalk, faseriger Kalksinter, Kalkalabaster, Atlasstein zum Teil, seidenglänzend, oft farblos, auch gelblichbraun, rot, grün), oder feinschalig (Schieferspat), oder körnig bis dicht (Marmor, Kalkstein, Kalktuff). Diese letztern Varietäten (s. die einzelnen Artikel) treten gesteinsbildend auf und setzen für sich allein mächtige Schichtenkomplexe zusammen. Der erdige K. oder Calcit ist zerreiblich und abfärbend, meist weiß, matt; zu ihm rechnet man die Bergmilch (s. d.), die Kreide (s. d.) sowie den Wiesenkalk, Wiesenmergel oder Alm (s. Seekreide). Indem kohlensäurehaltige Wasser durch kalkige Gesteine hindurchsickern, lösen sie kohlensauren Kalk auf, setzen ihn, sobald ihre Kohlensäure ganz oder zum Teil entweicht, an den Wänden von Hohlräumen, so auch in alten Bergbauen, wieder ab und bilden so Kalksinter und Tropfstein (s. d.). Auch die Kalktuffe und die Bergmilch sind derartige Absätze. Stängeliger und faseriger K. findet sich ungemein häufig als Ausfüllungen und Auskleidungen von Klüften in Kalksteinen, der faserige Atlasstein ausgezeichnet zu Alstonmoor in Cumberland; der körnige und kristallisierte K. kommt ebenso auf Klüften und Drusenräumen in kalkigen Gesteinen vor und ungemein häufig als Begleiter der mannigfachsten Erze, zumal auf Gängen. Den seltenen Schieferspat kennt man nur von wenigen Erzlagerstätten, insbes. von Schwarzenberg in Sachsen, von Cornwall etc. Man benutzt den durchscheinenden weißgelblichen Kalksinter und den Marmor zu Ornamenten und Bildhauerarbeiten, auch die schön gefärbten dichten Kalksteine werden als sogen. Marmor (s. d.) zu Säulen, Tischplatten u. dgl. verwendet.
3483 Zeichen · 47 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Kalkspat

    Goethe-Wörterbuch

    Kalkspat überwiegend -spath, vereinzelt ‘Kalckspat(h)’, abgekürzt ‘K.-Sp.’ GWB N9,163,7 , Kalcksp. GWB N9,326 ; Pl -spät…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Kalkspat

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Kalkspat ( Calcit ), Mineral, die rhomboedrische Modifikation des kohlensauren Kalkes, enthält im reinen Zustande, wie d…

Verweisungsnetz

13 Knoten, 12 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 1 Kompositum 11 Sackgasse 1

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit kalkspat

11 Bildungen · 11 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von kalkspat 2 Komponenten

kalk+spat

kalkspat setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

kalkspat‑ als Erstglied (11 von 11)

kalkspatartig

GWB

kalkspat·artig

kalkspatartig subst in Farbe u Struktur dem Kalzit ähnlich LA I 11,169,30 Trappformation Juliane Brandsch J.B.

Kalkspatdruse

GWB

kalkspat·druse

Kalkspatdruse mineralogisch: mit Kalzitkristallen ausgekleideter Gesteinshohlkörper [ Mineralfund aus einer Andreasberger Grube ] K. in unau…

Kalkspatgattung

GWB

kalkspat·gattung

* Kalkspatgattung Kollektivbezeichnung für verschiedene rhomboedrisch kristallisierende Kalziumkarbonate Es konnte nicht fehlen, daß beim Du…

Kalkspatgeschiebe

GWB

kalkspat·geschiebe

Kalkspatgeschiebe durch Wasser (od Gletscher) von Gesteinsmassiven abgelöstes u transportiertes, erodiertes Kalzitgeröll [ Aufzählung ] Basa…

Kalkspathkristalle

Campe

kalkspath·kristalle

Die Kalkspathkristalle , d. Ez. ungew. im Bergbaue, Kalkspath in Kristallen, welche mehr oder weniger durchsichtig, sehr brüchig und schwer,…

Kalkspat-Hornstein

GWB

kalkspat·hornstein

Kalkspat-Hornstein mineralogisch-geol: natürliches Gesteinskonglomerat von kristallinem Kalziumkarbonat u feinkristallinem Quarz In denselbe…

Kalkspatkorn

GWB

kalkspat·korn

Kalkspatkorn Getrenntschr, Bindestrichschr LA I 11,23,37 kleines, rundliches Kalzitmineral als Einsprengsel [ betr Gesteine des Harzes ] Grü…

Kalkspatkristall

GWB

kalkspat·kristall

Kalkspatkristall ‘Kalkspat-Kristall’ LA I 2,69,25 , ‘Kalkspat(h)krystall’ GWB N9,62,7 u GWB N10,149,16 , ‘Kalkspath-Crystall’ GWB B26,232,6 …

Kalkspatpunkt

GWB

kalkspat·punkt

Kalkspatpunkt ‘Kalkspat(h)punct’, Getrenntschr LA I 11,24,9 ; nur Pl sehr kleiner Kalziteinschluß in andersartigem Mineral [ bei Zettlitz ] …

Kalkspattrum

GWB

kalkspat·trum

Kalkspattrum geol: kleine, sich in ein anderes Mineral erstreckende Kalzitader [ betr Gesteinsarten im Harz ] graue Wacke .. durchgehends fe…