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Justi

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Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Justi

Bd. 10, Sp. 395
Justi, 1) Johann Heinrich Gottlob von, Kameralist, geb. gegen 1702 zu Brücken in Preußen, gest. 20. Juli 1771 auf der Festung Küstrin, studierte in Wittenberg und Jena Jura und Cameralia, trat später in preußische Kriegsdienste und geriet in österreichische Gefangenschaft, der er sich durch Flucht entzog. Nachdem er in Leipzig Metallurgie studiert und 1747 einen Preis für sein Werk über die Monaden von der preußischen Akademie der Wissenschaften erhalten hatte, folgte er 1750 einem Ruf als Professor der Kameralistik und deutschen Beredsamkeit an das Theresianum in Wien, ging 1755 als »Polizeikommissar« und Dozent für Staatsökonomie und Naturwissenschaft nach Göttingen, 1757 als Kolonialinspektor nach Kopenhagen; 1762 wurde er, obwohl kurze Zeit vorher wegen eines Angriffs auf die minderwertigen preußischen Goldmünzen von Friedrich II. eingesperrt, von diesem als Berghauptmann und Oberaufseher der fiskalischen Bergwerke Preußens nach Berlin berufen. Unter der nicht erwiesenen Anschuldigung, staatliche Gelder unterschlagen zu haben, wurde er 1768 ins Gefängnis nach Küstrin gebracht, wo er starb. J., neben Sonnenfels der bedeutendste unter den deutschen Kameralisten, steht zwar in der Hauptsache auf dem Boden des Merkantilismus (s. d.), zeigt aber doch in vielem den Einfluß der französischen Enzyklopädie und Physiokratie; er ist der erste Systematiker der Kameralistik. Unter seinen außerordentlich zahlreichen Schriften verdienen Hervorhebung: »Staatswirtschaft, oder systematische Abhandlung aller ökonomischen und Kameralwissenschaften etc.« (Wien 1755); »Grundsätze der Polizeiwissenschaft« (das. 1756); »Vollständige Abhandlung von den Manufakturen und Fabriken« (Kopenh. 1758–61); »Abhandlung von den Steuern und Abgaben« (Königsb. 1762); »System des Finanzwesens« (Halle 1766). 2) Karl Wilhelm, prot. Theolog, geb. 14. Jan. 1767 in Marburg. gest. daselbst 7. Aug. 1846, wurde 1790 Prediger in Marburg, 1801 Superintendent und Konsistorialrat und 1822 Professor der Theologie. Er veröffentlichte: »Nationalgesänge der Hebräer« (Leipz. 180318, 3 Bde.); »Das Buch Hiob« (Kassel 1840); einige Monographien über die Geschichte Hessens, z. B. »Elisabeth die Heilige« (2. Aufl., Marb. 1835); auch setzte er (für 1806–30) Strieders »Hessische Gelehrten- und Schriftstellergeschichte« (das. 1831) fort. 3) Karl, Kunstgelehrter, geb. 2. Aug. 1832 in Marburg, Enkel des vorigen, studierte in seiner Vaterstadt und in Berlin Theologie und Philosophie, habilitierte sich 1860 daselbst mit der Schrift »Die ästhetischen Elemente in der Platonischen Philosophie« (Marb. 1860), wurde 1867 Professor in Marburg und nach längerm Aufenthalt in Italien 1871 Professor der Philosophie in Kiel. Seit 1873 Professor der neuern Kunstgeschichte in Bonn, trat er 1901 in den Ruhestand. Seine Hauptwerke sind: »Winckelmann. Sein Leben, seine Werke und Zeitgenossen« (Leipz. 1866–72, 2 Bde. in 3 Tln.; 2. Aufl. 1898, 3 Bde.), die einzig vollständige, die ganze Zeit umfassende Lebensbeschreibung des großen Altertumsforschers, und »Diego Velazquez und sein Jahrhundert« (Bonn 1888, 2 Bde.; 2. Aufl. 1902), die Frucht mehrjähriger Forschungen in Spanien. Außerdem veröffentlichte er: »Dante und die Göttliche Komödie« (Stuttg. 1862); »Die Verklärung Christi, Gemälde Raffaels« (Leipz. 1870); »Murillo« (das. 1892, 2. Aufl. 1905), »Michelangelo, Beiträge zur Erklärung der Werke und des Menschen« (das. 1900) und eine Anzahl kunstwissenschaftlicher Aufsätze in Zeitschriften, die vornehmlich der spanischen, italienischen und niederländischen Kunst gewidmet sind. 4) Ferdinand, Orientalist und Sprachforscher, geb. 2. Juni 1837 in Marburg, Bruder des vorigen, studierte in seiner Vaterstadt und in Göttingen und habilitierte sich 1861 in Marburg, wo er 1865 zum außerordentlichen, 1869 zum ordentlichen Professor für vergleichende Grammatik ernannt wurde. Auf seine Schrift »Über die Zusammensetzung der Nomina in den indogermanischen Sprachen« (Götting. 1861) folgten sein »Handbuch der Zendsprache« (Leipz. 1864) und andre auf die iranische Literatur und Geschichte bezügliche Arbeiten, so namentlich seine kritische Ausgabe des »Bundehesch«, mit Glossar (Lond. 1868), »Kurdische Grammatik« (Petersb. 1880), »Geschichte der orientalischen Völker im Altertum« (in Grotes »Allgemeiner Weltgeschichte«, das. 1884), »Geschichte des alten Persiens« (in Onckens »Allgemeiner Geschichte«, Berl. 1879), »Iranisches Namenbuch« (Marburg 1895). In den »Veröffentlichungen der historischen Kommission für Hessen und Waldeck« gab er heraus »Hessisches Trachtenbuch« (Marb. 1900–04).
4570 Zeichen · 70 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Justi

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Justi , Karl Wilhelm, protest. Theolog, geb. 1767 zu Marburg, gest. 1846 als Professor daselbst. schrieb u.a.: Nationalg…

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Wortbildung

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94 Bildungen · 93 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

justi‑ als Erstglied (30 von 93)

Justice of the peace

Meyers

Justice of the peace (engl., spr. dschöstīs ŏw dhĕ pīß), Friedensrichter, s. Friedensgerichte .

Justicia

GWB

Justicia ‘J. cristata’ nach Linné für Aphelandra tetragona, eine (sub)tropische Zimmerpflanze aus der Familie der Bärenklaugewächse (Acantha…

justicie

KöblerMnd

justicie , F. nhd. Rechtsprechung ÜG.: lat. iustitia I.: Lw. lat. iūstitia E.: s. lat. iūstitia, F., Gerechtigkeit, Billigkeit; vgl. lat. iū…

justieren

DWB

justi·eren

justieren , verb. richtig machen, häufig in technischer verwendung: der goldarbeiter oder juwelier justiert einen silbernen kasten, worauf e…

justierer

DWB

justi·erer

justierer , m. in der münze derjenige der die münzplatten ausgleicht.

justierfeile

DWB

justier·feile

justierfeile , f. handfeile die zum justieren der münzen, sowie von silberarbeitern gebraucht wird.

Justification

Herder

Justification , latein.-deutsch, Rechtfertigung; bei Appellationen die Angabe der Gründe warum das Rechtsmittel ergriffen wurde; bei Rechnun…

justificêren

MNWB

justificêren , swv. , aburteilen, hinrichten.

justificēren

KöblerMnd

justificēren , sw. V. nhd. aburteilen, hinrichten I.: Lw. mlat. iūstificāre E.: s. lat. iūstificāre, V., recht handeln, gerecht behandeln, r…

Justifikation

GWB

Justifikation -c- 1 abschließende (obrigkeitliche) Bestätigung der rechnerischen u sachlichen Richtigkeit einer Rechnung bzw Genehmigung ein…

justifizieren

GWB

justifizieren auch -c- zu Justifikation 1, wohl auch zugl performativ iSv abzeichnen Hierauf hat man die Fund-Bücher und Steuer-Anschläge mo…

Justinger, Konr

DWBQVZ

Justinger, Konr. †u1425 Bern, stadtschreiber u. chronist v. Bern.

Justinian

DWBQVZ

Justinian s. Moller, Martin scheda regia.

Justinianus

Herder

Justinianus , byzantinischer Kaiser von 527—565, Neffe Justinus J., der sich, ein Bauernsohn von slav. Abkunft, vom gemeinen Soldaten zum Ka…

Justinopŏlis

Meyers

Justinopŏlis , s. Capodistria und Edessa 1).

justi als Zweitglied (1 von 1)

блюсти

RDWB2

блюсти achten, bewahren, wahren, einhalten он свято блюдёт свою независимость - er achtet sehr auf seine Unabhängigkeit, seine Unabhängigkei…