Eintrag · Etymologisches Wb. des Ahd. (EWA)
iternôn
Hss., 10.–11. Jh.):
‚(immer) wieder hervor-. Bildung und Herkunft
wachsen; surrigere‘
sind unklar. Ein germ. Verb. *ernôn ist nicht
belegt und hätte auch keine außergerm. An-
schlussmöglichkeiten. Das Verb könnte viel-
leicht eine denominale Bildung (vgl. H.
Tiefenbach, Sprachw 11 [1986], 187) zu ei-
nem gleichfalls nicht belegten Subst. *it-ern
oder *it-erna
‚ein immer wieder sprießendes(zur Bed. vgl. itgruod) sein, das
Gewächs‘
mit gr. ἔρνος n.
‚junger Trieb, Schössling,verwandt sein könnte. Die Bed. des
Spross‘
gr. wie des ahd. Wortes würde eine Verbin-
dung mit uridg. *h3er-
‚sich erheben, in Be-nahelegen. Diese scheitert
wegung setzen‘
aber am anl. Laryngal der Wz., da sich *h3
S235itgang – itis 236
im Gr. zu o- entwickelt, für das Germ. wäre
*a- zu erwarten. Eher wird mit der Wz. ur-
idg. *h1er-
‚wohin gelangen, sich fortbewe-zu rechnen sein. Stimmt diese Annah-
gen‘
me, ist von einer Form uridg. *h1ér-no- aus-
zugehen, die wohl mit ai. árṇa- adj.
‚wal-, m./n.
lend, wogend‘
‚Woge, Flut, Strom‘in
Verbindung steht. Der s-St. ἔρνος n. (s. o.)
wäre dann eine sekundäre Bildung zum ai.
o-St.