humoristisch gut 100 Belege; vereinzelt ‘das H-e’, dabei auch Kleinschr; Großschr als Adj GWBTgb 19.8.08 1
nach Laune, Stimmung, Gemütsverfassung; einer Laune, Stimmung folgend [
Plan eines ‘Tell’] Mein Landvoigt war einer von den behaglichen Tyrannen, welche .. rücksichtlos auf ihre Zwecke hindringen, übrigens aber .. leben und leben lassen, dabei auch h. gelegentlich dieß oder jenes verüben, was .. Nutzen und Schaden zur Folge haben kann GWB35,184,9 TuJ 1804 Man sieht [
in dem Aufsatz ‘Die Natur’] die Neigung zu einer Art von Pantheismus, indem den Welterscheinungen ein unerforschliches, unbedingtes, h-es, sich selbst widersprechendes Wesen zum Grunde gedacht ist GWBN11,10,20 ErläutergNatur GWBB39,237,16 Zelter 5.7.25 2
launisch, grillenhaft, schrullig, seltsam, wunderlich [
betr Vermutung, die Urkunden üb die Steinmetzenbrüderschaft aus JCEhrmanns Besitz seien gefälscht] ich kenne ihn [
Ehrmann] .. als einen Sonderling und h-en Mann, dessen Launen ich wohl selbst erfahren, ohne daß ich beurtheilen möchte, wie weit sie ihn führen und verführen könnten GWBB32,232,12 Rennenkampff 10.4.20 GWBB23,187,18 Zelter 3.12.12
uö(selten) als Ausdrucksqualität iSv kauzig Seine Absichten suchte er [
AFOeser] oft durch die wunderlichsten Einfälle und durch grillenhafte Scherze zu erreichen; ja seinen besten Arbeiten ist stets ein h-er Anstrich verliehen GWB27,156,7 DuW 8 GWB35,262,2 TuJ 1806 3
sich durch Humor auszeichnend a
in sich selbst widersprüchlich u zerrissen bzw auf einer solchen Weltsicht gründend (u diese Zerrissenheit mit Lachen überdeckend); auch schrankenlos subjektiv, individuell-eigentümlich; auch ‘das H-e’ α
als personale (u zugl epochenspezifische) Eigenschaft u Verhaltensweise, auch: Aussageweise des Künstlers [
üb literar Periode der Empfindsamkeit in Deutschland] Es entstand eine Art zärtlich leidenschaftlicher Ascetik, welche, da uns die h-e Ironie des Briten [
LSterne] nicht gegeben war, in eine leidige Selbstquälerei gewöhnlich ausarten mußte GWB33,208,24 Camp Die Sentimentalität der Engländer ist h. und zart, der Franzosen populär und weinerlich, der Deutschen naiv und realistisch GWB42
2,160,8 MuR(363) Freilich ist es einem h-en Künstlerauge, wie Tischbein besaß, nicht zu verargen, wenn es sich an dem Gewühl der Sprünge, an der Unordnung des Rennens und Stürzens, der heftigsten Gewalt wilder Thierheit und dem ohnmächtigen Dahinsinken entseelter Leichname zu ergötzen Lust findet GWB48,170,27 TischbeinsZeichngn Werner, Öhlenschläger, Arnim, Brentano und andere .. alles geht durchaus ins form- und charakterlose .. Es ist keine Kunst sein Talent nach individueller Bequemlichkeit h. walten zu lassen; etwas muß immer daraus entstehen .. Sehr schlimm ist es dabey, daß das h-e, weil es keinen Halt und kein Gesetz in sich selbst hat, doch zuletzt .. in Trübsinn und üble Laune ausartet GWBB20,192,14u18 Zelter 30.10.08 Das Romantische ist kein Natürliches, Ursprüngliches, sondern ein Gemachtes, ein Gesuchtes, Gesteigertes, Übertriebenes, Bizarres, bis ins Fratzenhafte und Karikaturartige .. Ist h. (das heißt ironisch .. daher ans Komische grenzend und selbst komisch) oder wird es augenblicklich, sobald der Verstand sich daran macht, sonst ist es absurd und phantastisch Gespr(He2,328) Riemer 28.8.08 Gespr Kanzl Müller 6.6.24 [2 Belege] GWBB39,12,14 Nees 12.11.24 K GWBB41,100,18 Boisserée 26.7.26
uö β
als Ausdrucksqualität eines Kunstwerkes Die prosaischen Aufsätze [
ThHoods] sind lebhaft h., aber mäßig, nicht fratzenhaft GWB42
2,83,6 Üb:Whims and Oddities [
Padua] Diese [
neuesten] Künstler [
wie GBPiazzetta] haben, da sie das hohe Ernste nicht mehr erreichen konnten, das H-e sehr glücklich getroffen GWB30,91,20 ItR GWBB31,225,20 Nicolovius [11.7.19] b
komisch, burlesk, zum Lachen reizend; auch ‘das H-e’; einmal in metaphor Zshg Das Äußerliche dieses merkwürdigen Menschen [
JMRLenz] ist schon umrissen, seines h-en Talents mit Liebe gedacht GWB28,245,16 DuW 14 Es gibt nichts Gemeines, was, fratzenhaft ausgedrückt, nicht h. aussähe GWB42
2,120,7 MuR(109) Kam Kaas [
Maler CLKaaz]. Hatte Kopfweh und war auf eine H-e Weise verdrieslich GWBTgb 19.8.08 GWB26,186,3 DuW 4
uö in Bezeichnung eines Typus, eines Rollenfachs Pulcinell .. ein wahrhaft gelassener, ruhiger .. und doch h-er Knecht GWB31,63,23 ItR Der zweite Vater wird durch den bey dem Theater unerläßlichen h-en Alten vorgestellt GWB13
2,243,31 Vorsp EröffnHbgTheat Schema er [
Schauspieler Frey] .. wird gewiß .. im Fache der anständigen und h-en Alten recht gute Dienste leisten GWBB21,279,19 TheaterKomm 7.5.10 GWB34
1,232,26 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm]
uö als Ausdrucksqualität der h-e Zug, der durch die ganze nordische Mythe durchgeht, war mir höchst lieb und bemerkenswerth. Sie schien mir die einzige, welche durchaus mit sich selbst scherzt GWB28,144,2 DuW 12 [
Wirkung Shakespeares] Jene herrlichen Eigenheiten, die großen Sprüche, die treffenden Schilderungen, die h-en Züge, alles traf mich einzeln und gewaltig GWB28,73,1 DuW 11 h-e Kühnheiten, mit Geist und Sinn auf das Theater gebracht, sind von der größten Wirkung GWB27,115,14 DuW 7 [
L]Sterne und [
O]Goldsmith. Der hohe ironische Humor beyder, jener sich zum Formlosen hinneigend, dieser in der strengsten Form sich frey bewegend. Nachher machte man den Deutschen glauben, das Formlose sey das H-e GWBTgb 20.12.29 Dergleichen Verrücktheiten [
des Astronomen FPGruithuisens ‘Entdeckung vieler deutlicher Spuren der Mondbewohner’] sollten freylich in der h-en Art unseres guten [
JCA]Musäus erst klar und palpabel dargebracht werden; denn es ist lästig das Lächerliche aus solcher Pedanterey herauszufinden GWBB39,220,25 CarlAug 13.6.25 GWBB22,370,9 Meyer 29.4.12 GWB41
2,15,11 ÜbRamNeffe I
uö c
iSv heiter, lebensfroh α
als Eigenschaft [
beengter Speiseraum] so daß .. Gräfin Gianini, sonst eine heitere h-e Dame, ihr Mißbehagen nicht ganz verbergen konnte GWB36,240,13 Biogr Einzh GWB32,400 ItR Var zu 130,18f [
Zit s v Humor] Gespr(He2,767) Falk [25.1.13] β
als Ausdrucksqualität eines Stils, eines Kunstwerks oä iSv ungezwungen, locker, frei [
betr G-s ‘Diderot’s Versuch über die Malerei’] Diderot von den Farben [
‘Essai sur la peinture’] ward mit Anmerkungen begleitet, welche mehr h. als künstlerisch zu nennen wären GWB35,79,9 TuJ 1798 [
betr wiss Untersuchungsmethode] Man lasse sich nicht irre machen, wenn Analogie manchmal irre führt, wenn sie, als zu weit gesuchter willkürlicher Witz, völlig in Rauch aufgeht. Verwerfen wir ferner nicht ein heiteres h-es Spiel mit den Gegenständen GWBN5
1,292,26 EntoptFarb 29 er [
Wieland] habe in einer und der andern Stelle [
in seiner Prosa] dich zu neken geschienen, es ist aber gewiss nichts als höchstens eine Art von h-em Leichtsinn, der sich dieses und ienes ohne Consequenz erlaubt GWBB4,252,28 Lavater 3.7.80 GWB36,50,15 TuJ 1809 GWB27,392 DuW 7 Plp
uö d
iSv witzig, schalkhaft, schlagfertig Indeß er [
FChLerse] .. mit seiner fortgesetzten h-en Trockenheit uns immer zu erinnern wußte, was man sich und andern schuldig sei GWB27,256,9 DuW 9 er [
Chirurg DPegelow] lehnte die Mittheilung dieser Preisschrift [
Herders ‘Abhandlung über den Ursprung der Sprache’] h. ab, und versicherte, daß er gar nicht eingerichtet sei, über so abstracte Materien zu denken GWB27,310,17 DuW 10 [
für: jocosely] GWB41
2,275,8 Chinesisches GWB35,206,8 TuJ 1805 e
iSv sarkastisch, ironisch, gallig; als Ausdrucksqualität [
betr Aufnahme von Texten in eine Hamann-Ausgabe] Eine geschriebene Recension über die Herderische Preisschrift [
‘Abhandlung über den Ursprung der Sprache’] wird man deswegen merkwürdig finden weil er [
Hamann] sich noch heftiger und h-er, gegen die natürliche Entwickelung der Sprache aus dem Menschen, und für die göttliche Überlieferung erklärt, als er es aus Schonung für Herder öffentlich gethan hat GWBB25,135,28 Nicolovius [7.1.15] K Rüdiger Nutt-Kofoth R.
N.-K.