Eintrag · Mittelhochdeutsches Wb. (MWB)
houbetman stM.
2 ‘Bester’ (im Hinblick auf einen best. Sachverhalt)
1 ‘Oberhaupt, Anführer’ (bes. milit.): in manger herten vreise bin ich gewesen zanger / houbt man der tempeleise JTit 649,2; Zacheus ainer was genant, / der was gewaltig riche. / er lepte gar weltlich / und was ain furst, ain hoptman / der súnder [vgl. princeps publicanorum Lc 19,2] SHort 7633; swer samenunge hat, der dez hauptman ist, der gibt fuͤnf pfunt NüP 98; alsô wurdin in der stunt / di brûdre tôtlîchin wunt / und der Polênen houbtman / vûrtin sî gevangin von dan NvJer 1910; der künec von Bailîe / Sinagûn der valsches vrîe / der dritten schar was houbtman Wh 344,3; KvWTurn 261; Parz 763,23; Tr 4592. GTroj 14335. – bei Tieren: aber ir [der Kraniche] hauptman der hüett ir aller mit aufgerecktem kragen und siht sich umb mit fleiz BdN 191,5 u.ö. – (stellvertretender) Träger der Herrschaftsgewalt: wir haben uns sô bedâht, / daz wir um einen houptman / den keiser wellen sprechen an, / daz er uns den mit râte gebe, / dem man glîch gehôrsam lebe Kreuzf 4717; so sol mich min herre der chvnich fristen, oder swer an siner stat hauptman ist UrkCorp (WMU) 3083,19; so hant die burger erwelt R. Brunen her umbe ze einem hoͧptman und ze einem burgermeister StBZürich 129; PrBerth 2:230,27; GFrau 704 2 ‘Bester’ (im Hinblick auf einen best. Sachverhalt): ouch gap der linden tolde / ir schaten, als si solde, / dem houbetman der wâren zuht [Gurnemanz] Parz 162,23
MWB 2 1716,5; Bearbeiter: Luxner